In einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte hat Rocket-Internet-Chef Florian Heinemann unlängst auf der Next-Konferenz einen sehr sehenswerten Vortrag zum Thema Business Intelligence bei Rocket Internet gehalten ("Towards a Better Understanding of Marketing Performance Across Multiple Channels"):
Im Unterschied zu anderen Unternehmen, bei denen das Marketingbudget immer noch ganz klassisch budgetiert wird, achten die Samwer-Startups sehr auf die Mess- und Steuerbarkeit ihrer Marketingmaßnahmen – und Rocket Internet hat sich hier in den letzten Jahren bei wachstumsstarken Unternehmen wie Zalando, eDarling oder Groupon durch die Kombination von TV-Spots, Display-Anzeigen und den gängigen Performance-Marketing-Methoden ein enormes Inhouse-Knowhow aufgebaut:
"At a company like Zalando we don't have a marketing budget. We just say: We are willing to acquire a customer for price x."
In seinem Vortrag erläutert Florian Heinemann die Ansätze sowie die zugrundeliegenden Prognose- und Bewertungsmodelle – und plaudert außerdem ein bisschen aus dem Nähkästchen, was den Wandel von Rocket Internet und seine Startups angeht, die zusammen inzwischen Tausende von Mitarbeitern umfassen. Und wer ein bisschen zwischen den Zeilen lesen kann, wird auch das ein oder andere heraushören über das Verhältnis zu Google, StudiVZ, Web.de, etc.
Wer sich das Video gesehen hat, der wird auch die gerade veröffentlichten Geschäftsunterlagen von Groupon anders einschätzen, die doch sehr von der Rocket-Denke geprägt sind.
Im Vortrag geht Florian Heinemann auch kurz auf die Kommentare bei Exciting Commrce ein, die die Macher von Zalando & Co. oft für weitaus dümmer halten als sie sind:
"If you look at the comments you see on exciting commerce, everybody says: "Well, these stupid idiots, you know, they are spending so much money. Zalando cannot be worth the money. They are just throwing out all their marketing budgets." I can assure you: This is definitely not happening. We know exactly what we're doing there."
Das ist der Trugschluss: Nur weil es sich die Samwers vergleichsweise einfach machen beim Übernehmen von Ideen, heißt das noch lange nicht, dass sie diese nicht extrem professionell umsetzen. Neben dem Verkäufertalent ist die Zahlengetriebenheit sicherlich die in der Öffentlichkeit am meisten unterschätzte Kompetenz der Samwers.
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