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Nach dem IPO-Fieber: Kommt Groupon nun langsam wieder zur Besinnung?

Von Marcel Weiß und Jochen Krisch

Mit seinem überaggressiven Wachstumskurs hat Groupon seinen Ruf gehörig ramponiert. Doch ist der Ruf erst ruiniert … macht auch ein Börsengang nur noch wenig Sinn. Groupon hat diese Woche seinen Börsengang auf Eis gelegt – und hat nun die Wahl, auch weiterhin auf Hyperwachstum zu setzen, mit all seinen negativen Begleiterscheinungen, oder Umsatzdellen in Kauf zu nehmen, um auf Dauer nicht an Substanz zu verlieren.

Wie kann es weitergehen mit Groupon? Zu den besten Quellen für einigermaßen ausgewogene Analysen zu Groupon hat sich ausgerechnet Henry Blodgets Business Insider entwickelt. In einer ausführlichen Analyse kam Blodget kürzlich zu einem Schluss, der der Realität sehr nah kommen dürfte: Groupon kann ein profitables und potentiell sehr großes Unternehmen werden, aber der Weg dahin wird schwer. Sowohl für Groupon als auch für seine Investoren.

Groupon befindet sich aktuell am Übergang von einer Phase exponentiellen Wachstums dank nicht zuletzt exorbitanter Marketingausgaben zu einer Phase mit moderaterem Wachstum – und Profiten.

Entgegen der Annahmen aus eher pessimistischen Analysen ist das Wachstum von Groupon nicht komplett von den Marketingausgaben abhängig. Wenig überraschend übernehmen die bestehenden Kunden mittlerweile einen Teil des Wachstums, wie die zwei folgenden Visualisierungen von Business Insider zeigen:

In erster Linie hat das Zurückfahren der Marketingausgaben allerdings erwartbarerweise zu einem starken Rückgang an Neuabonnenten geführt.

Während Groupon zwar aufgrund des Userwachstums insgesamt mehr Deals verkauft, fällt der Umsatz pro Groupon-Abonnent:

"Groupon skeptics also argue that daily deals are a fad and that Groupon's existing customer base is buying fewer and fewer of them. On a per-customer basis, this is true (see chart below). And this is a valid concern. But don't forget that Groupon's existing customer base is still growing rapidly, so, in aggregate, they're buying more and more Groupons. (Of course, if most of Groupon's existing customers get sick of Groupon, the company will indeed be screwed. So this is something to watch.)"

Kann Groupon profitabel werden? Ja, wenn es weiter die Marketingausgaben zurückfährt:

"Bottom line, thanks to a steady gross margin and reductions in marketing and other operating spending, Groupon's losses as a percent of revenue are narrowing. This, combined with the fact that the majority of the company's revenue now comes from existing customers, suggests that Groupon has a viable model and can eventually be profitable."

Offensichtlich plant Groupon, bis 2013 Marketingausgaben für Neuabonnentenakquisition komplett zu eliminieren:

"However, in the second quarter of 2011, marketing costs fell to $170.5 million from $208 million in the previous three months, according to Groupon's latest IPO filing.
A plan to eliminate subscriber-acquisition spending by the end of 2013 suggests that is when Groupon expects it will have collected all the potential customers it can."

Neben den Herausforderungen für das Management von einer Hyperwachstumsphase in eine Konsolidierungsphase überzugehen, steht Groupon außerdem zunehmend vor der Herausforderung, eine konstant hohe Qualität der Deals zu bieten, weil das massgeblich die Sicht der Endnutzer auf Groupon beeinflusst, wie Felix Salmon von Reuters anmerkt:

"The thing to pay attention to here is the perception of Groupon: that it’s a desperation move for mediocre merchants. If that reputation spreads, then Groupon will find it increasingly difficult to move its product, no matter how wittily-written its emails are.

So if I were thinking of investing in Groupon, one thing I’d be looking out for would be the quality of the merchants being featured. If it’s high or rising, that’s good news; if it’s low or falling, that’s bad news.

Qualitative judgments, of course, aren’t particularly tractable, or easy to chart; analysts hate them. But ultimately the success of great companies like Apple comes down to precisely the quality of their products. And that’s something that might well end up determining the long-term fate of Groupon, too."

Neben Business Insider ist der Dealaggregator Yipit die beste Quelle für Analysen zum Geschäft mit täglichen Deals im Allgemeinen und Groupon im Speziellen.

Yipit hat die Gunst der Stunde – stark wachsende Nachfrage nach Analysen und Einblick in das Segment – genutzt, und bietet mittlerweile ein kostenpflichtiges Datenanalyseangebot an. Auch ein Weg, Geld mit täglichen Deals zu verdienen.

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