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Groupon-Fieber: Was uns der Börsengang lehren sollte

Was lehrt uns der Groupon-Börsengang? Zunächst einmal, dass man die auszugebenden Anteile nur genügend knapp halten muss, dann lassen sich auf einer Minibasis von 5% noch traumhafte Bewertungen erzielen. Und dass Börsengänge vom Pokern eigentlich nur unterscheidet, dass man beim Pokern zwar genauso blufft und trickst, Pokerspiele aber nicht mit derselben Inbrunst öffentlich begleitet werden.

Glücklicherweise sind Unternehmensbewertungen ("How to justify Groupon’s valuation") nicht das Thema bei Exciting Commerce, sondern neue Geschäftsmodelle. Und hier lässt sich aus der Groupon-Erfahrung zweierlei für den Online-Handel lernen:

Deshalb kann der Appell nur lauten: Lernt Euer Online-Geschäft, und zwar ernsthaft! Es gibt noch viel zu viele Larifari-Veranstaltungen, viel zu viel Geschäftemacherei und durchsichtiges Geblubber, das vom Wesentlichen ablenkt. Und auch wenn online noch vieles im Ungewissen liegt, so sieht man doch, was man selbst mit dem wenigen Online-Wissen, das heute schon vorhanden ist, erreichen kann. Das ist eine gute Nachricht für alle Innovationstreiber (Denkt größer, agiert schneller!) und eine entsprechend schlechte Nachricht für die Alteingesessenen. Da hilft nur: nachsitzen und das Versäumte schleunigst nachholen.

Live Shopping für Fortgeschrittene

Für Exciting Commerce besonders erfreulich an dem Groupon-Erfolg ist, dass ausgerechnet ein Live Shopping Unternehmen der nächste große Börsenstar ist.

Bereits bei den ersten Live Shopping Days im Sommer 2008 haben wir auf die Potenziale von lokalen Live Shopping Aktionen aufmerksam gemacht. Da gab es noch kein Groupon. Und als wir auf das Groupon-Modell bei den Live Shopping Days Anfang 2009 erstmals hingewiesen haben, hatten es noch die wenigsten auf dem Radar. Von Hype war damals keinerlei Spur. Von Investoreninteresse entsprechend auch nicht.

Wer "Live Shopping Events" immer als Randerscheinung abgetan hat, der wurde in den letzten fünf Jahren eines besseren belehrt – erst durch die Shoppingclubs und nun durch die Groupon-Anbieter. Und was das nächste große Thema in diesem Segment ist, hatten wir ja auch schon angedeutet.

Spötter behaupten, dass sich Groupon selbst beim Börsengang treu geblieben ist und im Vergleich zur ursprünglich anvisierten Bewertung von 30 Mrd. Dollar bewusst mit einem 50% Discount an die Börse gegangen ist. Das ist Live Shopping: Die Leute heiß machen, auf den Punkt genau Nachfrage erzeugen und dann mit Abschlag immer noch gute Umsätze einfahren. Gratulation an die Macher!

Wofür man Groupon sonst noch Respekt zollen sollte, beschreibt Business Insider. Glückwunsch auch an die deutschen Investoren (Samwers, Holtzbrinck, eVenture Capital), die nach dem StudiVZ-Debakel diesmal alles richtig gemacht haben und nun zumindest auf dem Papier Dollarmilliardäre sind. Spannend bleibt jetzt natürlich, zu sehen, ob die so erzielte Traumbewertung auf Dauer zu halten sein wird. Der Börsenpoker hat für Groupon gerade erst begonnen.

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