„Das neue Konzept wird bis zum Ende des Jahres zur endgültigen Insolvenz des Unternehmens führen“ (Prof. Dr. Jörg Funder, Handelsexperte an der Fachhochschule Worms, in der Frankfurter Rundschau)
Schon kurios: Solange sich Neckermann krampfhaft am Katalog festhielt, zeigten sich alle davon überzeugt, dass Neckermann im E-Commerce auf bestem Weg ist. Schafft Neckermann aber dann konsequenterweise den Katalog ab und setzt nur noch auf das Online-Geschäft, ist der Untergang plötzlich vorprogrammiert.
In diesen Tagen kann man in den Medien auch ganz gut die Krise der Experten verfolgen, die Neckermanns radikaler Schnitt gehörig ins Schlingern bringt. An den Erfolg der neuen Strategie (PDF) will man nicht glauben, aber einer baldigen Pleite will man auch nicht das Wort reden.
So winden sich also die einen und schwanken zwischen dezenter Kritik und Verständnislosigkeit, während die anderen standhaft an ihrer altbekannten Argumentation festhalten: Online-Handel funktioniert nur mit Katalog wirklich gut! Selbst der Versandhausberater wird da wieder ganz zum alten Kampfblatt:
"Diese neue Strategie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufgehen. Warum, lesen Abonnenten des Versandhausberaters ab 05. Mai in der kommenden Print-Ausgabe 18/2012."
Beruhigungspillen gelten der Branche immer noch als die beste Medizin. Die aktuellen Abgesänge auf Neckermann sind insofern spannend zu verfolgen, weil dieselben, die jetzt die Abgesänge schreiben, zuletzt immer noch die üblichen Neckermann-Erfolgsmeldungen (80% Online-Quote, alles im Butter) ungefiltert verbreitet haben, während wir hier festhielten: Neckermann steht weiter auf der Kippe, irgendwas muss passieren.
Jetzt ist was passiert.
Entsprechend gespannt sind wir jetzt, ob der Befreiungsschlag gelingen wird.
Wie man mit Katalog spektakulär untergeht, hat uns schließlich schon Quelle vorgeführt ("Die Branche nach dem Quelle-Schock").
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