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Streik zur Unzeit: Wann reichts den Neckermann-Investoren?

"Die finanzielle Decke ist so dünn, dass jeder weitere Rückstand unmittelbar existenzgefährdend ist. Das muss Jedem, der sich an einem Streik beteiligt, klar sein.“ (Neckermann-COO Henning Bosch in einer internen Mail)

Durch eine mehr als glückliche Fügung hat Neckermann die große Schwester Quelle um nunmehr bald drei Jahre überlebt.

Da sich die wirtschaftliche Lage des Katalogversenders kaum gebessert hat ("Neckermann steht weiter auf er Kippe"), will sich Neckermann strategisch neu ausrichten und sich mit einem radikalen Schrumpfkurs vom Ballast der Vergangenheit befreien.

Nun scheint die Frage aber zunehmend weniger, ob diese Strategie aufgehen kann, sondern eher, ob und wann die Investoren die Geduld verlieren. Denn irgendwie könnte man fast verstehen, wenn sie aufgrund der aktuellen Streiks zur Unzeit den Stecker ziehen und Neckermann komplett abschreiben.

Den Mitarbeitern scheint der Ernst der Lage nicht bewusst zu sein. Im Dezember 2007 hat Sun Capital die Neckermann-Anteile für 0 Euro übernommen – und anschließend mit einer Reihe von Kapitalspritzen einen Großteil der Neckermann-Jobs fast 5 Jahre länger erhalten als es wirtschaftlich sinnvoll gewesen wäre.

Spätestens seit der Quelle-Pleite jedoch dürfte jeder Otto- und jeder Neckermann wissen, dass er in einer Krisenbranche arbeitet, deren Tage gezählt sind.

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