Und das alles für schlappe 38 Mio. Euro?!, fragt man sich unwillkürlich beim Qype-Exit diese Woche, der sich nahtlos einreiht in die Tradition der eher "bescheidenen" Exits von DailyDeal, Amiando, Brands4Friends, Xing & Co.
Wenn schon, denn schon sollte sich der unternehmerische Einsatz auch für deutsche Gründer so richtig lohnen. Deutsche Startup-Gründer können mittlerweile ja vieles: Sie sind inzwischen ganz gut beim Geldeinsammeln (zumindest bei Copycats), traditionell gut beim Geldverbrennen, aber immer noch miserabel beim Unternehmensverkauf.
Die einzigen, die Exits hierzulande wirklich gut hinbekommen, bleiben die Samwers. Sie holen schon bei einem Zwischenexit 287 Mio. Euro (für 10% an Zalando) oder kassieren schon mal 100 Mio. Euro nach 6 Monaten. Davon können andere Online-Unternehmer aktuell nur träumen.
Zwar macht auch beim Exit Übung den Meister, aber es ist schon beschämend, wofür einstige Perlen des Web 2.0 – auch im internationalen Vergleich – über den Tisch gehen. Die Exit-Orientierung der deutschen Gründerszene ist noch nicht wirklich ausgeprägt.
Umso mehr Respekt muss man haben, wenn die Blue-Tomato-Gründer – bei Umsätzen von 30 Mio. Euro – beim Exit 82 Mio. Euro herausholen. Auch die 125 Mio. Euro für Redcoon können sich da durchaus sehen lassen.
Wo die Latte international liegt, haben in diesem Jahr Facebook & Co. demonstriert. Man muss es ja nicht gleich (so) übertreiben, aber etwas mehr sollte auf Dauer auch für deutsche Webgründer drin sein. Wir würden es ihnen zumindest gönnen.
