Wer sich wundert, weshalb Home24 für Kinnevik so im Wert gestiegen ist, dem helfen vielleicht die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr weiter.
Internen Firmenunterlagen zufolge, die unlängst der Mitarbeiterschaft präsentiert wurden, konnte sich Home24 im ersten Halbjahr um 42% steigern – von 45,8 Mio. Euro auf 64,9 Mio. Euro:
Hält dieses Wachstum an, so käme Home24 im Gesamtjahr 2014 auf Netto-Umsätze von rund 136 Mio. Euro.
Home24 setzt derzeit eher auf qualitatives statt auf quantitatives Wachstum („Das mühsame Geschäft mit Möbeln“) und versucht, schon mit der jeweils ersten Kundenbestellung profitabel zu sein. Entsprechend ist die EBITDA-Quote im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr von -40,4% auf -13,5% stark gesunken.
Home24 peilt für 2017 eine profitable Umsatzmilliarde an
Ob die Kapitalgeber mit den aktuellen Wachstumswerten glücklich sein können, sei weiter dahingestellt. Von „Blitzkrieg“ kann aktuell jedenfalls keine Rede mehr sein (siehe Home24 und die aufgeschreckte Möbelbranche).
Allerdings hat Home24 intern weiter das Ziel ausgegeben, bis 2017 die Umsatzmilliarde zu erreichen und dabei profitabel zu arbeiten. Das wäre allerdings nur mit Wachstumsraten von 100% erreichbar.
Eine offizielle Home24-Präsentation (PDF) gab es zuletzt im Mai beim gemeinsamen Kapitalmarkttag von Kinnevik und Rocket Internet, allerdings ohne Angaben zur Umsatzentwicklung. Die Halbjahresumsätze will Home24 demnächst auch offiziell bekanntgeben.
Man beachte, dass die Umsatzwerte aus den internen Unterlagen über denen liegen, die Kinnevik bisher für Home24 veröffentlicht hat.
Frühere Beiträge zum Thema:
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