Während Amazon zum Postboten wird („Wenn sich Amazon sein eigenes DHL schafft“) und selbst mit neuen Bringdiensten experimentiert („Amazon Flex und die Zukunft der Paketzustellung„), wollen auch neue Dienstleister und Startups der langweiligen und teilweise problematischen Standard-Zustellung von Paketen den Kampf ansagen.
Hier fünf der spannendsten (Alternativ-)Konzepte aus den Bereichen Versand und Logistik:
Packator
Packator will Nutzern mithilfe von Crowdsourcing Zeit sparen, indem es Pakete abholt und verschickt – bisher aber nur in der Bundeshauptstadt. Das Startup setzt dabei nicht auf professionelle Zusteller, sondern auch auf App-Nutzer (sogenannte „Heroes“). Packator macht Fußgänger und Pendler damit zu Kurieren („Plötzlich Paketbote“).
ÜberBringer (vorm. Sennder)
Das Berliner Startup ÜberBringer (vorm. Sennder) vermittelt dagegen Mitfahrgelegenheiten für Gegenstände, die dabei bis zu einem Wert von 1.500 Euro versichert werden. Pendler können sich somit auch ohne quatschende Mitfahrer trotzdem etwas Geld dazu verdienen.
„Anfang 2016 soll das Geschäftsmodell durch die Integration von Fernbussen auf den Paketversand ausgeweitet werden“, heißt es auf der eigenen Webseite. Erste Deals mit Fernbus-Unternehmen sollen schon stehen („Sennder: Startup will Pakete per Fernbusse ausliefern“).
Paket_in
Paket_in will zum Callcenter für die Paketannahme werden („Paket-In: Telefonsystem zum Öffnen von Paketkästen“). Berechtigte Lieferdienste müssen dafür eine bestimmte Telefonnummer anrufen, um den Paketkasten zu öffnen und die Ware hineinzulegen.
Cardrops
Cardrops liefert Päckchen in den Kofferraum von geparkten Wagens („Cardrops: Wenn der Kofferraum zum Postfach wird“). Einfach bei dem belgischen Startup anmelden, ein Beacon im Auto installieren und dieses als Lieferort angeben – fertig. Das jüngste Beispiel für Kofferraum-Lieferungen bieten ausnahmsweise keine Startups, sondern DHL, Audi und Amazon („Wenn die Ware im Auto-Kofferraum landet“).
Boxmesh
Das Münchener Startup Boxmesh interpretiert die Nachbarschaftshilfe neu und will Probleme bei der Paketzustellung vermeiden („Neue App des Start-ups Boxmesh-App macht den Nachbarn zur Packstation“). Nutzer der App können sich mit anderen Usern aus der Umgebung verbinden, Pakete zu diesen liefern lassen und dann dort abholen.
Ein Blick über den Liefer-Tellerrand: Geht es um allgemeine Nachbarschaftshilfe können Viel-Besteller und Dauer-Urlauber Hilfe auf folgenden Plattformen suchen:
- DoMeAFavour ( siehe Springer-Enkel startet Nachbarschaftshilfe DoMeAFavour)
- WirNachbarn (siehe Kann dieses Startup gegen Facebook bestehen?„)
- FragNebenan (siehe „FragNebenan“ bringt Nachbarn in Kontakt)
Eigentlich wollte Nextdoor, der führende US-Anbieter in Sachen lokale Netzwerk („Nextdoor Is The Lastest Company To Enter On-Demand Services“), nach Deutschland expandieren – bisher aber anscheinend ohne Erfolg.
Mehr zur (Versand-)Logistik von morgen auch regelmäßig in den Exchanges („Trends in Fulfillment und Logistik“).
Frühere Beiträge zum Thema:
- Wo steht Postmates heute – als Wegweiser für Amazon Flex?
- Amazon Flex und die Zukunft der Paketzustellung
- Paketkasten: DHL-Alternative verzögert sich um weiteres Jahr
- Cardrops: Wenn der Kofferraum zum Postfach wird
- Easybring: Wie muss der ultimative Mitbringdienst aussehen?
- Exchanges #120: Was war, was wird? (2015/16)
- Exchanges #110: Wie konnte DHL zum Innovationsmotor werden?
