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Picnic und die Rewe Lieferflat: Der Kampf der Systeme

Das hat man im Online-Handel noch viel zu selten, dass konzeptionell sehr unterschiedliche Systeme gegeneinander antreten wie gerade Picnic und Rewe in NRW.

Während Picnic bei der Zustellung auf ein Gratismodell setzt, hat Rewe diese Woche seine neue „Lieferflat“ präsentiert (Vergleiche auch die ersten Tests in Köln):

Strategisch manövriert sich Rewe damit in eine sehr ungeschickte Ecke und beschränkt sich auf diesem Weg zunehmend selbst in seinen Möglichkeiten.

Statt von Amazon Prime zu lernen und den Rewe Home-Service als Premium-Angebot für besonders treue Kunden zu positionieren, das sich perspektivisch noch mit weiteren Mehrwert-Services aufladen lässt, geht Rewe genau in die gegenteilige Richtung und verkauft sich mit einer im Detail vielleicht ziemlich ausgeklügelten, aber konzeptionell doch eher lieblos (um nicht zu sagen: trashig) benannten „Lieferflat“ weit unter Wert.

Im direkten Vergleich mit Picnic werden Rewes konzeptionelle (Denk-)Fehler zunehmend klarer, denn Rewe versteht den Home-Service offenbar nicht als die Zukunft von Rewe, sondern lediglich als zeitgemäßes Add-on zum Ladenkauf.

Anbieter, die vor allem das Kundenwohl im Auge häten, würden sich in der Begriffswelt nie auf den Lieferaspekt allein beschränken, sondern von Beginn an auf den Kundennutzen (Zeitersparnis, Bequemlichkeit, etc.) zielen.

Das Denken vom Kunden her fällt Rewe aber offenbar noch recht schwer, wie man auch schon bei anderen Themen sehen konnte. Bezeichnend auch, dass es bei Rewe neben dem Lieferservice neuerdings auch einen Paketservice gibt. Siehe auch Wie sich Rewe und Real in der Marktplatz-Logik unterscheiden.

Zu den konzeptionellen Aspekten vergleiche auch den Ansatz von Keller Sports und von Zalando („Zalando Plus ersetzt Zalando Zet als Premiumprogramm“).

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