Grünes Licht in letzter Minute: JD.com darf Media Markt und Saturn übernehmen. Nach einer Reihe von Zugeständnissen hat die EU-Kommission die Übernahme genehmigt – nur wenige Tage, bevor der Deal zu platzen drohte.
„JD.com hat von der Europäischen Kommission […] die Freigabe erhalten, eine europäische Plattform für die Unterhaltungselektronik von morgen zu schaffen.“ So formuliert es JD auf der Übernahmeseite.
Bemerkenswert ist die Entscheidung auch deshalb, weil sich die Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission weitgehend bestätigt haben:
- JD.com erhielt Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steueranreizen und Zuschüssen von der Volksrepublik China, die geeignet sind, den EU-Binnenmarkt zu verzerren.
- Die ermittelten drittstaatlichen Subventionen könnten in Bezug auf die Tätigkeiten des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmens zu möglichen Wettbewerbsverzerrungen auf dem EU-Binnenmarkt führen.
So hat die Kommission insbesondere festgestellt, dass die ermittelten drittstaatlichen Subventionen zum Aufbau der logistischen und technischen Kapazitäten beigetragen haben, die CECONOMY nach dem Zusammenschluss zur Verfügung gestellt würden.- Die ermittelten drittstaatlichen Subventionen könnten JD.com und CECONOMY in eine bessere Lage versetzen, Tätigkeiten auf dem EU-Binnenmarkt zu finanzieren und aggressives Preisverhalten zum Nachteil anderer Marktteilnehmer zu verfolgen.
MediaMarktSaturn hat gerade das dritte Jahr in Folge Rekordumsätze vermeldet. Die Zahlen für den schwierigen deutschen Markt und die Online-Umsätze stehen allerdings noch aus.
Spannend wird nun, ob JD bei Media Saturn den Wachstumsturbo zünden kann und verlorene Marktanteile zurückgewinnen kann oder ob es über kurz oder lang die Geduld verliert.
In jedem Fall ist bald auch der Vorstand wieder komplett: Nach dem erneuten CEO-Wechsel ist ab Januar auch die CFO-Position wieder besetzt.
JD hat Media Markt und Saturn, die zuletzt auf Umsätze von 24 Mrd. Euro kamen, für sehr erschwingliche 2,2 Mrd. Euro erstanden. Vollzogen werden soll die Übernahme am 12. November.
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