So früh im neuen Jahr kann man sich mal wieder ein paar grundsätzlichere Gedanken machen zum Dauerbrenner Shoptechnologie („Quo vadis Shoptech?“). Kaum jemand hat sich ja so sehr auf Krückentechnologien spezialisiert wie die Shoptechbranche. Und kaum jemand ist so stolz darauf.
Wird das also auf ewig so weitergehen? Wird der Handel nach „20 Jahren Online-Krücken“ künftig technologieseitig mit mobilen Krücken beglückt? Oder besinnt sich die Shoptechszene irgendwann – und kümmert sich um E-Commerce-Lösungen, die den Anschluss an prägende Online-/Web-Entwicklungen der vergangenen 10 Jahre finden? Die zumindest halbwegs miteinander vernetzbar sind, vielseitig integrierbar, dabei konzeptionell wandelbar und ausreichend skalierbar, um im Wettbewerb mit Amazon & Co. bestehen zu können?
Wie weit der Handel kommt, wenn er auf Krücken gegen Amazon & Co. antritt, haben die letzten 20 Jahre verdeutlicht („Amazon und der erste Milliardentag in der Geschichte„).
Wenn über 400 der hiesigen Top-1000-Online-Händler auf Eigenentwicklungen setzen, dann könnte einen das stutzig machen. Spätestens aber, wenn selbst ein Katalogversender wie Otto nach 20 Jahren seine Online-Krücken von sich wirft („Was sich Otto vom eigenentwickelten Shopsystem verspricht„), sollte einem das doch sehr zu denken geben.
Die Frage ist natürlich immer: Wie fair ist es, auf denen herumzuhacken, die es im Grunde doch nur gut meinen („Exchanges #65: Das Helfersyndrom im E-Commerce„)? Doch genau hier liegt das Problem: Zwischen gut und gut gemeint, zwischen Lösungen für den Handel von gestern und Lösungen für den Handel von morgen liegen eben doch Welten. Und einen Satz wie „make sure you sell to future winners“ würde wohl mittlerweile selbst ein Intershop unterschreiben.
Die wenigen Lichtblicke im Shoptech-Segment
Eben weil es so wenige sind, kann man die Lichtblicke, die die Latte für sich und die Branche höherlegen, gar nicht genügend hervorheben („Was die Spryker/Siroop-Kombination so spektakulär macht„). Zumal derlei Anbieter ohnehin durch sämtliche gängigen Branchenraster fallen.
Neben Spryker zählt im Prinzip natürlich auch Commercetools zu diesen Lichtblicken. Doch nach der Übernahme („REWE Digital übernimmt Commercetools mit Sphere.io„) wurden Commercetools erstmal die Flügel gestutzt – und man muss sehen, ob das so weitergeht bzw. was von den ursprünglichen Ambitionen bleibt.
Spannend ist das Thema „Quo vadis Shoptech 2025?“ natürlich vor allem im mobilen Kontext („Exchanges #121: Mobile 2020„).
Was erwartet uns in mobiler Hinsicht („Exchanges #67: Wenn der Buy Button hin zum Kunden rückt„): Mobile (Shop-)Krücken oder fortschrittliche Mobile-Lösungen, die den Online-Handel endgültig explodieren lassen?
Mehr Gedanken zu diesen und anderen Aspekten im großen Shoptech-Interview bei Votum („Es muss mehr spezialisierte Lösungen geben“) sowie in den Exchanges Shoptech-Updates („Shopsysteme gestern, heute und morgen“).
Die Vordenker und Innovationstreiber in Sachen Shoptech treffen sich am 19./20. April in Berlin.
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