Better Currencies: Facebook Credits als reale Währung

In dieser Woche konnte man erstmals erahnen, dass die Facebook Credits auch das Zeug zu einer realen Währung haben ("Facebook testet Credits für reale Güter"), also zu einem allgemein akzeptierten Zahlungsmittel, mit dem die Besitzer ganz regulär einkaufen und handeln können.

Das ist nicht nur spannend, weil sich mit einer umtauschbaren Einheitswährung viele (Lokalisierungs-)Probleme transnationaler Plattformen (unterschiedlichste Währungen, unterschiedlichste Zahlungssysteme, etc.) quasi von selbst lösen und alle Produkte und Dienstleistungen einheitlich bepreist werden können (s. Gift-Shop), sondern vor allem, weil die "Währungshoheit" den Plattformen eine Reihe zusätzlicher Möglichkeiten bietet, die "Wirtschaft" anzukurbeln:

  • Angenommen die ausgegebenen Facebook Credits hätten ein natürliches Verfallsdatum
  • Was wäre zum Beispiel, wenn Facebook allen Mitgliedern ein monatliches Taschengeld ("Grundeinkommen") zur Verfügung stellt?
  • Was wäre, wenn Facebook "Steuern" erhebt oder "Zölle" für Unternehmen, die Waren in Facebook Credits verkaufen wollen?
  • Was wäre, wenn …

Facebook könnte seine hauseigene Währung so konzipieren, dass sie dem Facebook-Zweck bestmöglich dient, also den intensiven Austausch und die soziale Vernetzung zwischen Freunden und Bekannten fördert. Und hätte gleichzeitig die Möglichkeit, (implizit) an den Nutzeraktivitäten "mitzuverdienen".

Man ahnt jedenfalls, dass die Facebook Credits weitaus mehr werden können als die üblichen Bonus- oder Prämiensysteme (Miles & More, etc.), weil Facebook die Credits wohl als Hauptwährung einsetzen will und nicht wie üblicherweise als ergänzendes Anreizsystem.

Wie bei allen Beiträgen zur Facebook-Ökonomie gilt: Facebook ist nicht die Zukunft des Web, aber ein hervorragendes Modell dafür.

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Kategorien:Facebook

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