Buch/Handel 2020: Müssen E-Books billiger werden?

von Matthias Hell

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen
wir jede Woche das Spannendste zu
den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche
(„Buchlos in die Zukunft“).

Struktureller Wandel

Amazon: Kleine
Maßnahme, große Wirkung: Während der letzten Juli-Wochen hat Amazon den
Verkaufspreis für 20 E-Books, die im eigenen Übersetzungs-Imprint Amazon
Crossing erschienen sind, auf 2 Euro reduziert. Der deutsche Online-Buchhandel
wittert hinter dem Drehen an der Preisschraube eine Kampfansage von Amazon – nicht
zu Unrecht, wie der Autor Holger Ehling in
einem Kommentar für Die Welt erklärt
:

„Amazon setzt mit seinem Sommerangebot die Konkurrenz unter
Zugzwang – E-Books müssen billiger werden. Die Botschaft ist klar: Amazon
reklamiert den Markt für sich. Derart niedrige Preise wird man deshalb in
Zukunft öfters sehen. Die Verlage müssen mitgehen oder sich mit deutlich niedrigeren
Verkaufszahlen zufrieden geben. So etwas nennt man eine Kampfansage.“

E-Reader vs. Tablets:
Nicht nur neue Anbieter treiben den Strukturwandel der Buchbranche voran, auch
die Entwicklung in Hardware-Bereich verändert die Spielregeln. Eine gute
Übersicht zum aktuellen Stand im fortlaufenden Rennen zwischen E-Readern und
Tablets bietet Smart
Digits
.

Neue Vertriebsmodelle

Inkling baut
seine Position als einer der führenden iOS-Publisher im Fachbuch- und Wissenschaftsbereich
aus: Die beiden Großverlage Pearson und Elsevier werden für ihre
E-Veröffentlichungen künftig auf den Inkling-Service Habitat setzen. Auch auf
Investorenseite wird die positive Entwicklung des Publishing-Dienstleister
honoriert, wie eine neue Investitionsrunde mit einem Volumen von
16 Mio. Dollar belegt. (via Publishers
Weekly
)

Byliner: Die
Longform-Journalismus-Plattform Byliner erprobt eine neue Strategie der
Content-Vermarktung. Mittels einer iPad-App können Nutzer angeben, wie viel
Zeit sie gerade zum Lesen haben und werden darauf basierend mit
Lektürevorschlägen versorgt. (via Paid
Content
)

Selfpublishing: Nicht
nur Selfpublishing-Autoren hat Blogger Matthias
Matting
zu ihren Erfahrungen befragt („Buch/Handel
2020: Selfpublishing in einer Kindle-Welt“
), sondern auch mit den
wichtigsten deutschen Dienstleistern in dem Bereich gesprochen. Das in
vier Teilen veröffentlichte Ergebnis
bietet einen guten Überblick über die wichtigsten
Fragestellungen zum Thema wie z.B. das Verhältnis von Verlagen und
Selfpublishing-Diensten, das Service-Angebot für Selfpublisher und die
Alleinstellungsmerkmale der einzelnen Anbieter. (via Buchreport)

Discoverability

Goodreads: Das
Erreichen der Schallmauer von 20 Millionen Nutzern nimmt Techcrunch
zum Anlass für ein Update zu der von Amazon übernommenen Buch-Community
Goodreads. Entscheidend für das schnelle Wachstum der Plattform seien die hohe
Menge an qualitativen Buchdaten, die zunehmende mobile Nutzung sowie die
Internationalisierung von Goodreads.

BookVibe: Einen
originellen Ansatz verfolgt der neue Buchempfehlungsdienst BookVibe: Der von
dem Startup Parakweet betriebene Service durchforstet Twitter und andere Social
Media Quellen nach buchbezogenen Postings und ermittelt so einen Index
besonders relevanter Buchinhalte. (via Good
eReader
)

Neue Erzähl-/Leseformen

Hybrid Storytelling heißt
der Überbegriff, unter dem die Autorin Kate Pullinger neue Erzählformen wie
Story Apps, GPS Stories oder narrative Games subsummiert. Pullingers Bericht
über die Autorenkonferenz MIX.02 bietet gute Einblicke in die Erfahrungen, die
Literaturschaffende mit den neuen Formaten machen. (via Publishing
Perspective
)

Buch-Apps vs. iBooks:
Geht es um das Publizieren angereicherter E-Books für iOS-Geräte, stehen Autoren
vor der Wahl zwischen einer Buch-App und einem mittels iBooks erstellten
E-Book. Futurebook
setzt sich differenziert mit den Vor- und Nachteilen der beiden Alternativen auseinander.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

1 Antwort

  1. Wenn nur noch an der Preisschraube gedreht wird, frage ich mich, wie die Kaufkraft in 10-20 Jahren aussehen soll. Irgendwo wird es sich ja auch auf Gehälter auswirken.

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