Amazon Dash: Amazon bringt Shopping-Stick für Lebensmittel

Amazon hat diese Woche nicht nur Amazon Fire TV eingeführt, sondern vor allem auch Amazon Dash vorgestellt – für den einfachen Einkauf von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs:

Amazondash

"Dash connects to your home Wi-Fi network and works directly with your AmazonFresh account.

Say or scan items into your Dash, and then view the list on your desktop or mobile device to purchase and schedule delivery."

Das stützt unsere These, dass wir künftig speziellere Shoppingdevices sehen werden (siehe auch die ScanMe-Lösung von Jatuso und Tesco Hudl kommt ohne gesonderte Shoppingfunktionalitäten).

Zunächst können ausgewählte Amazon Fresh Abonnenten den Dash testen:

"The trial of the device will be for an unspecified number of members of Amazon’s $299 Prime Fresh unlimited delivery program in Los Angeles and San Francisco, a spokeswoman for the company said."

Natürlich lässt sich der Amazon Dash nicht nur zuhause, sondern auch in jedem x-beliebigen Supermarkt einsetzen, um bei Amazon zu bestellen.

Was Amazon strategisch zuzutrauen ist, hatten wir in den Exchanges #34 erörtert. Alle Amazon-Folgen gibts auch als XL-Ausgabe in einem Rutsch.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon, Food

12 replies

  1. das Horrorszenario für alle Edeka und Tengelmann Märkte: Kunden gehen mit dem Dash durch die Märkte, scannen ein und geben anschließend die bestellung an amazon. im idealfall noch günstiger als im markt, direkt nach hause geliefert natürlich im gewünschten zeitslot – so realitisch??

  2. Aber warum ein eigenes device? Geht doch mit jeder App.

  3. auf die Frage habe ich gewartet :-)
    Hat jemand eine kurze Antwort? Die ausführliche dann in den Exchanges #47.

  4. Zwei Punkte aus meiner Sicht:
    1) Nutzungsverhalten: Ein Device, das Tag ein Tag aus gut sichtbar und in Sekunden nutzbar auf dem Küchentisch steht vs. ein App-Symbol unter vielen dutzenden, dass jedes mal erst wieder aufgerufen werden muss? Für Mehrpersonen-Haushalte ist ein Device sicher auch deutlich einfacher, als wenn jedes Haushaltsmitglied die App benötigt und den selben Account verwenden muss um Bestellungen zu syncen.
    2) Scan-Apps sind furchtbar langsam. Habe selbst schon einmal einen „Küchentisch-Scanner“ ausprobieren dürfen und verglichen (s. Link unten). In der Zeit, in der mein Handy rausgeholt hatte, Scan-App aufgerufen und nach etwas Rumfummeln endlich den EINEN Barcode abfotografiert hatte, konnte ich mit dem Scan-Device ca. 5-10 Produkte scannen. Wenn Amazon also eine hohe Nutzungsfrequenz erreichen möchte, sehe ich das nur über ein eigenes Device möglich, sonst steigt der normale Nutzer vorher aus :)
    P.S. Wer sich selbst seinen eigenen „Dash“ bauen möchte (die beiden Entwickler sind übrigens auch aus Deutschland): http://open.alabin.org/

  5. Ich habe mir als erstes gedacht: Die Produkte, die ich einkaufen will, muss ich ja erst mal zuhause haben, um sie scannen zu können. In dem Moment, wo ich einkaufen muss, ist aber genau das NICHT der Fall, es sei denn, ich drehe die Mülltonne um und sammele da alles wieder raus.
    Spracheingabe ist eigentlich auch eher Quatsch, wenn man a) sieht, wie „gut“ Siri funktioniert und b) man schon nicht exakt das bekommt, was man will, wenn man jemanden bittet, etwas aus dem Supermarkt mitzubringen.
    Man muss sich also am besten ein „Barcode-Album“ anlegen, so wie die Kassen das im Supermarkt auch haben. Und daraus kann man dann seinen Warenkorb zusammen scannen. Lebensmittelkauf online bleibt komplex.

  6. Ich würde nicht den Fehler machen und Amazons genialen Schachzug alleine auf das Device reduzieren.
    Natürlich ist Amazon Dash noch lange nicht perfekt (uneindeutige EANs/GTINs sowie die Gebindeproblematik)
    ABER
    Was das Dash in Verbindung mit Amazon so interessant macht, ist dass Amazon ein riesiges Produktsortiment besitzt und ohnehin sehr gut in Haushalten vernetzt ist. Die Dash-Nutzer werden bald anfangen Amazon mit sehr wertvollen Informationen über ihr Einkaufsverhalten, Vorlieben und geographische Bewegungsprofile zu versorgen, die Amazon ganzheitlich zu Gute kommen werden (Sortimentsplanung, Lagerplanung, Lieferkapazitäten, Recommendations, etc).
    Jaja es brechen spannende Zeiten an.

  7. Das Horror-Szenario ergibt sich für Edeka & Co nicht daraus, dass Amazon Fresh-Kunden mit ihren Lesegeräten
    durch den Laden laufen, sondern daraus, dass Edeka & Co kein eigenes System auf den Markt bringen! Es dürfte
    doch mittlerweile auch dem letzten Manager klar geworden sein, dass die Kontrolle über den Zugangskanal auch
    die Kontrolle über den Kunden mit sich bringt.
    Die Innovationskraft der genannten Unternehmen zeigt sich darin, dass digitale Preismodule am Warenregal als
    Neuerung gefeiert werden, wenngleich solche Technologien in Skandinavien bereits seit Jahren im Einsatz sind….
    Mit ein wenig mehr Kreativität, Willen zur Neuerung und Mut zum Wandel, wäre wesentlich mehr möglich, denn
    der Kunde ist durch die Verbreitung von Social Media, Smartphones et al weitaus offener für neue Wege, als
    der altbackene Stationärhandel dies vermuten mag.
    In einer Welt, die aber immer noch Kreditkarten- und EC-Kartenzahlung erst ab einem Wert +10€ zulässig macht, wundert
    mich nichts mehr. Wir leben in einer Service-Wüste, die just in diesem Moment von innovativen Köpfen bei Amazon & Co
    begrünt wird … während man sich hier die Köpfe über lächerlich unbedeutende Dinge zerbricht.
    Aus welchem Grund kann ich abends keine Lebensmittel bei Edeka online zusammenstellen und am kommenden Tag abholen
    oder liefern lassen? Warum kann ich abends in der Innenstadt an einem Kaufhaus-Fenster die ausgestellten Produkte
    nicht via QR-Code scannen und direkt nach Hause bestellen? Warum werde ich im Kaufhaus nicht mit QR-Codes auf
    zusätzliche Produkthinweise im Netz geleitet? Es passiert nicht, weil immer jemand Angst hat, dass der mündige Kunde
    ein Produkt nicht beim lokalen Händler sondern im Netz bestellt.
    Anstatt sich zu überlegen, wie ein Kunde mit Service & Co gebunden werden kann – was sich im übrigen für Online-Händler
    als ein ebenso großes Problem darstellt – verzichtet man auf Services, aus Angst, den Kunden zu verlieren.
    Solange sich kein Mut bei den Akteuren einstellt, bleibt nur das Meckern über die Amazons dieser Welt. Persönlich
    finde ich diese Einstellung peinlich und traurig.
    Wie der Vorredner schreibt: „es brechen spannende Zeiten an“ – bleibt offen, inwieweit Händler in DACH daran
    beteiligt sein werden ….

  8. @Christian Ausser Amazon haben aber auch alle was zu verlieren / zu verteidigen. Ist immer leicht mit dem „grüne Wiese“ Ansatz gegen das Establishment anzustinken.
    Das soll jetzt keine Verteidigung des stationären Handels sein, einfach nur ne verständliche Erklärung des teilweise zögerlichen Agierens des Stationärhandels.
    Dazu kommt, selbst wenn sie wollten, sie haben oft nur eingeschränkte Möglichkeiten. Bei Amazon wuseln tausende Top-IT-Leute in nem hippen Umfeld, was voll und ganz auf online und Innovation gepolt ist. Wie gross sind die Chancen für z.B. Rewe, solche Teams zusammen zu stellen, selbst wenn Geld da ist.

  9. @Claus Es ist natürlich leicht für Amazon, den Versuch zu wagen,
    denn sie haben, wie Du schreibst, nichts zu verlieren. Andererseits
    ist es aber auch zu kurh gegriffen, die Kritik auf ein einfaches
    Anstinken mit dem „grüne Wiese“-Ansatz zu reduzieren. Was haben
    Edeka, real, plaza, famila … zu verlieren, sich langsam für
    technische Neuerungen zu öffnen?
    Sie sind mit Sicherheit gut beraten behutsam vorzugehen, ein
    Vorpreschen á la Amazon wird es nicht geben können, aber sich
    vollkommen zu verstecken und aus dem Hintergrund zu stänkern,
    bringt niemanden nach vorn. Als Kunde will ich es auch nicht
    hören: der böse Internet-Händler … ohje … ohweh. Es festig
    nur das Bild des ewig jammernden Einzelhandels. Fast schlimmer
    ist es nur in der Agrarwirtschaft *scnr*
    Mit der Einführung und der zunehmenden Akzeptanz von
    Self-Service Checkouts, z.B. bei famila, dürfte doch auch deutlich
    genug sein, dass der Kunde grundsätzlich offen für Modernisierung
    ist. Insofern ist Mut der Entscheider gefragt, sich ein Stück
    weit für moderne Technologien zu öffnen und zu akzeptieren,
    dass der Kunde auch ein gewisses Mehr an Freiheit verlangt. Das
    kann natürlich bedeuten, dass man sich vor dem Kauf im Internet
    über das Produkt etc. informiert. so what?!
    Für mich persönlich neigt sich die Geiz-ist-Geil-Schiene dem Ende
    entgegen. Sicherlich bin ich nicht bereit überhöhte Preise zu
    akzeptieren, ohne eine entsprechende Gegenleistung. Sobald
    mich aber ein Händler nicht nur mit einer ausgereiften Produktpalette
    sondern auch mit einem entsprechenden Service-Portfolio überzeugt
    und somit das Gesamtpaket stimmt, bin ich bereit die Treue zu
    halten. Und mit dieser Ansicht bin ich nicht alleine…
    Im letzten Punkt gebe ich Dir recht und kann ein Lied davon
    singen: es ist schwer gute Leute zu finden. Hier spielt mit Sicherheit
    auch ein wenig hippes und nicht von IT-getriebenes Umfeld ein
    nicht unerhebliche Rolle. Allerdings muss man soetwas als Unternehmen
    aber nicht zwangsläufig akzeptieren. Die IT- & IT-affinen-Arbeitnehmer
    haben mittlerweile sehr wohl verstanden, dass sie einer sehr
    seltenen Spezies angehören und stellen Forderungen … nicht
    ausschließlich finanzieller Natur. Weshalb auf solche Forderungen
    nicht eingegangen wird und stattdessen auf altbackene Traditionen
    verwiesen wird, ist mir mehr als schleierhaft.
    Die Generation der 25 bis 35-jährigen verlangt heute Flexibilität,
    flache Strukturen, Karrieren entlang der Fachlichkeit, weniger Bullshit,
    moderne Technologien, mobile Arbeitsplätze … usw. Hier liegt
    der Knackpunkt. Verschließe ich mich diesen Aspekten, werde ich
    niemals an die Top-Leute kommen! Weiterhin funktioniert soetwas
    auch nicht von heute auf morgen, es ist vielmehr ein Prozess, den
    ich anstoßen muss und für den ich auch ein gewisses Maß an
    Durchhaltevermögen aufbringen muss. Leider ist diese Erkenntnis erst
    bei wenigen Managern gereift.
    Amazon, Facebook, … sind deshalb so erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt,
    weil sie nicht nur die coole IT-Infrastruktur vorhalten, sondern
    weil sie ein wirklich cooles Arbeitsumfeld präsentieren. Die in
    Deutschland viel angetroffene Argumentation, dass sich die Arbeitnehmer
    nicht ausruhen und rumhängen sollen, steht leider vergleichbaren
    Modellen im Weg. Ideen werden nicht in einem überfüllten Büro vor
    einem kleinen Bildschirm und einer verdreckten Tastatur geboren,
    hierfür ist kreativer Freiraum, Ablenkung und eine flache Kommunikations-
    Hierarchie notwendig.
    Letztere wird in deutschen Unternehmen durch klassische Hierarchien
    entlang der disziplinarischen Führungsebenen festgemacht und darf
    niemals & unter keinen Umständen umgangen werden. Wenn der Teamleiter
    nicht informiert ist, dass ein Mitarbeiter mit dem Abteilungsleiter
    oder Geschäftsbereichsleiter kommuniziert, hängt der Haussegen schief.
    Der Grund hierfür, und damit schließt sich der Kreis, liegt in der
    permanenten Angst vor den Anderen – sei es der eigene Mitarbeiter oder
    die Amazons dieser Welt. Es wird selten gefördert, nur gefordert!
    Bei aller Kritik und – vielleicht – Grund zum Jammern: es ist Zeit,
    aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Es braucht Mut, den Willen etwas
    zur Marktreife zu treiben, keine Angst vor Fehlschlägen und
    permanentes Ausprobieren von Grenzen. Deutschland hat sich in den
    letzten Jahrzehnten immer wieder durch innovative Entwicklungen nach
    vorn gebracht, warum sollen wir in der vierten industriellen Revolution
    nicht wieder die Vorreiter sein? Warum überlassen wir diese Rolle den
    Firmen des Silicon Valleys? Es gibt keine Grund!
    Bewegt Euch!

  10. @Christian Sehr ausführlich beschrieben, aber genauso ist es.
    Die Dinos versuchen es jetzt in erster Linie damit, dass sie VC-Ableger und Inkubatoren gründen, um sich die Innovationen und die Leute „extern“ hinzu zu kaufen. Das ist natürlich der Shortcut aber keine dauerhafte Lösung, denn die Startups und die Leute darin werden sich später nie und nimmer in die verkrusteten Personal- und Arbeitsstrukturen integrieren lassen. Ausserdem sind die Konflikte mit dem Stammpersonal bereits programmiert: „Warum rennen die Typen von der gerade gekauften Startup-Bude alle mit Macbooks und iPads rum, während wir hier mit verstaubten Windows-PCs rumwerkeln müssen“.
    Also, wie Du richtig sagst, die Unternehmen müssen sich da selbst und von innen heraus komplett neu erfinden und das richtig schnell.

  11. @Alle Das für und wider von Shopping App versus „dummer“ Shopping Stick ist ja bereits diskutiert worden. Klar ist auch, dass die durch den dummen Shopping Stick erfassten Produkte/ Daten jederzeit in einer App Anwendung nachbereitbar sind.
    Relevanter erscheinen mir aber andere Themen:
    – mit Barcodes sind nur „Durables“ ausstattbar. Bei Frische Produkten ist eine Ausstattung mit Barcodes nicht machbar bzw. wenig sinnvoll ( es sei denn man glaubt an das durchschnittliche Fleisch, Salami etc.)
    – Bei vielen Lebensmitteln gibt es Eigenmarken ( Aldi, Lidl, Edeka etc.) . Diese kann Amazon nicht bieten, aber natürlich kann Amazon Eigenmarken kreieren ( mal schauen ….).

  12. Für frische, nicht abgepackte Ware kann Zuhause eine
    Liste von Barcodes erstellt, laminiert und an einem
    beliebigen Ort verfügbar gemacht werden. Ist die Wurst
    oder der Salat für den nächsten Einkauf geplant, wird
    der Code gescannt und die gewünschte Menge des Produktes
    notiert. Wenngleich dies ein sehr naiver Ansatz ist,
    kann mit ein wenig Kreativität und Denken außerhalb
    der (Handels-)Norm sicherlich der eine oder andere
    Ansatz zur Lösung vergleichbarer Probleme gefunden
    werden.
    Das weitaus größere Problem, und hierzu wurde bereits
    ausreichend diskutiert, ist der Mangel an Personal und
    dem notwendigen Mut.
    Wie Claus richtig schreibt, dürfte der Kulturwandel,
    welcher dringend notwendig ist und schnell vollzogen
    werden muss, die größte der hier gennanten Hürden darstellen.
    Solange eine verkrustete Struktur das Personal hemmt,
    wird niemand weder eine Idee noch die Fähigkeiten für
    deren Umsetzung aufbringen.
    Möglicherweise ist aber auch das, z.T. hilflos anmutende,
    Aufsetzen eines Inkubators nicht der richtige Weg.
    Vielleicht ist es der richtige Weg, ein Startup mit
    Fund zu unterstützen, es aber nicht zwingendermaßen
    steuern zu wollen. Hierzu gehört – wieder – eine Portion
    Mut und Vertrauen, aber es könnte ein realistischer
    Weg zur Trennung von verkrusteten Strukturen und flexiblen
    Vorgehensmodellen sein. Ziel dabei ist es, ein oder
    mehrere Produkte in einem quasi-autarken Umfeld
    entwickeln und erproben zu lassen, um sie dann später
    exklusiv nutzen zu können. Es ist mitunter besser, sich
    herauszuhalten und Vertrauen zu entwickeln, als zwanghaft
    steuern zu wollen.
    Zukunftsweisende Ideen wurden nicht deshalb geboren, weil
    der Schöpfer selbiger den schnellsten Weg des Produktes zum
    Markt gewählt hat, sondern den Weg zur besten Produkt-
    Realisierung. Kurzfristiges Denken ist ebenso falsch,
    wie ein übermäßig langes Konzeptionieren und Optimieren.
    Es ist der Mittelweg, der sowohl ein gesundes Maß an
    Reife als auch Perspektive nach vorn bietet.
    Hier ist mit Sicherheit noch viel Raum für Diskussionen
    und nicht alles Vorgeschlagene entpuppt sich als der
    Königsweg. Aber es muss dringend diskutiert und probiert
    werden, solange hier keine Bewegung stattfindet, wird
    nichts passieren. Viel schlimmer: die Kultur des Klagens,
    des Neidens und des Mißtrauens bleibt erhalten und
    verstärkt sich mit zunehmender Marktmacht der Amazons
    und Tescos dieser Welt.

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