Kann Outfittery für Männer werden, was Zalando für Frauen ist?

Die Ambitionen von Outfittery sind erheblich größer als es das „Curated Shopping“ Label zum Ausdruck bringt. Und wenn man verfolgt, wie Outfittery zunehmend ehemalige Peek & Cloppenburg Mitarbeiter für sich gewinnt, dann fragt man sich ohnehin, ob Outfittery nicht das Zeug hat zum neuen Peek & Cloppenburg („Stilbox vs. Trunkclub: Wie Peek & Cloppenburg Nordstrom nacheifert„).

outfittery2015

Outfittery möchte für Männer das werden, was Zalando für Frauen ist. Daraus machen die Gründerinnen Anna Alex und Julia Bösch keinen allzu großen Hehl:

outfitteryltv

„Outfittery verfolgt die Vision, den Modehandel grundlegend zu verändern und bedingungslos an die Bedürfnisse von Männern anzupassen.

Für uns ist persönlicher Service kein Feature, sondern Herz und Seele unseres Geschäfts. Mit Northzone haben wir den perfekten Partner an der Seite, um den Männermodemarkt nachhaltig zu revolutionieren.“

Mit diesen Ambitionen und den jüngst durchgesickerten Zahlen („Outfittery erreicht Umsätze von 25 Mio. Euro (in der Runrate)„) ist Outfittery spätestens seit der letzten Wachstumsrunde auch für die K5 Konferenz ein Thema, wo wir uns traditionell auf die Anbieter konzentrieren, die den Handel grundlegend verändern wollen.

outfitterygrowth

Nicht zuletzt geprägt durch ihre Zeit bei Zalando, wo sie die Internationalisierung vorangetrieben haben, ist den Gründerinnen einiges zuzutrauen.

Auf der K5 Konferenz berichtet Julia Bösch am 10./11. September in München über ihre Erfahrungen und Pläne mit Outfittery und die wachsende Konkurrenz („“Zalon by Zalando”: Zalandos Project Z legt offiziell los„).

In diesem Jahr haben wir auf der K5 somit erstmals Deutschlands ambitionierteste Player im Online-Modemarkt vereint: About You („About You ist das Exciting Commerce Startup des Jahres„), Navabi („Navabi holt 25 Mio. Euro und riskiert es mit Bauer Ventures„), Outfittery und Zalando („Zalando übernimmt die Bread & Butter – für Mega-Events„).

Entsprechend spannende Einblicke gibt es in den Modehandel von morgen. Mit dabei sind zudem vielversprechende Newcomer wie Ryzze („Klingel-Gruppe beteiligt sich an Markeninkubator„) oder Vite EnVogue.

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Kategorien:k5

14 replies

  1. julia bösch ist übrigens am kommenden Sonntag Vormittag in der ö3-Radio-Sendung „Frühstück bei mir“ zu hören. Sicherlich extrem hörenswert, Ö3 ist über internet auch in Deutschland zu empfangen!

  2. Bei aller Begeisterung, aber bei der Aussage zur weiteren Entwicklung muss man schon schmunzeln.

    „Outfittery möchte für Männer das werden, was Zalando für Frauen ist. Daraus machen die Gründerinnen Anna Alex und Julia Bösch keinen allzu großen Hehl:“

    Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob eigenständige Curated Shopping Modelle überhaupt noch eine Zukunft haben. Für den langfristigen Erfolg entscheidend sind doch drei Faktoren:

    1) eine hohe Reichweite in der Zielgruppe (durchaus gegeben bei Outfittery)
    2) ein möglichst breit gefächertes Sortiment, um so unterschiedliche Geschmäcker wie möglich abzudecken
    3) ein möglichst heterogen aufgestelltes Stylistenteam.

    An den letzten zwei Punkten krankt es bei Outfittery, die Styles sind einfach zu eintönig (Chino, Hemd, Cardigan, Sneaker). Das resultiert aus den begrenzten Ressourcen eines gut finanzierten Startups, das nicht die Einkaufsmacht eines großen Retailers hat.

    Zalando hat da naturgemäß einen enormen Vorteil und kann Fehlschläge im Sortiment auch viel besser wegstecken, z.B. durch Absatz über den Shopping Club und das Outlet. Durch das flexible Stylistenmodell mit Freelancern, die ortsunabhängig und zeitlich variabel arbeite können, kann Zalando viel besser lokale Bedürfnisse bedienen.

    Ich wette, dass Outfittery in 12 Monaten nicht mehr eigenständig sein wird, sondern analog zu Trunk Club unter die Fittiche eines großen Retailers schlüpft. Um die Sortimentsvorteile zu erzielen, muss das zwangsläufig ein europäischer Retailer sein. Neben den üblichen Verdächtigen (Otto, P&C, Kaufhof) könnte ich mir auch vorstellen, dass ein eCommerce-Player (Asos, Nelly.com, Bestseller) zuschlägt.

  3. Über Startups und ambitionierte Gründer(innen) zu schmunzeln, ist immer ein leichtes.

    Ein so junges Unternehmen wie Outfittery an seiner heutigen Aufstellung zu messen, kann man machen, ist aber wenig zielführend für eine Potenzialabschätzung.

    Die Frage ist doch, ob man Outfittery zutraut, dass es sich – auf Fünf- bis Zehnjahressicht – zur ultimativen Anlaufstelle für Männer entwickelt.

    • Ich schmunzel nicht über die Gründerinnen als Person, vor ihnen habe ich allerhöchsten Respekt! Ich glaube, dass sie sehr wohl wussten, in welchen Markt sie sich da begeben und wie intensiv der Wettbewerb werden kann.

      Dennoch finde ich es legitim zu fragen, ob derart hohe Ansprüche gerechtfertigt sind. Was ist eigentlich falsch daran zu sagen, dass man ein wirtschaftlich solider Mittelständler mit 100 bis 200 Millionen Euro Umsatz sein möchte?

  4. Es ist doch klar, dass ein Startup trommeln muss um im Investorendschungel auf sich aufmerksam zu machen.
    Da wird sich aufgerichtet wie ein Gorilla und sich mit Aussagen „wir wollen das Zalando für Herren werden“ auf die Brust getrommelt um sich größer zu machen als man vielleicht ist. Muss man auch verstehen, denn ohne große Ziele gibt es kein großes Interesse und somit keine üppigen Kapitalspritzen.

  5. Ich sehe nicht, was falsch daran ist, sich große Ziele zu setzen.

  6. Ich sehe das auch nicht als falsch an. Man sollte nur eben auch einigermaßen realistisch bleiben, denn aktuell bewegt sich deren Umsatz wohl doch eher in der Region 2x Mio Euro, und so ganz neu sind sie ja nun auch nicht mehr am Markt (sprich keine plötzliche Umsatzexplosion zu erwarten).

  7. Ich finde es prima das der Betreiber dieses Blogs pro Startup Szene ist. Jedoch, ein Modell wie Outfittery ist mit Zalando einfach nicht zu vergleichen. Zalando hat eine große Marke aufgebaut. Auch hier gibt es ganz sicher Fluktuation der User in den nächsten Jahren aufgrund der vielen Shops die ins Internet drängen. Google machst möglich. Outfittery ist so leicht zu kopieren wie ein Dönerstand und der Umsatz ist sehr gering. Aber hohe Marge, daher interessant.. In meinen Augen ein kurzer Hype, aber es wird immer enger und CLV begrenzt.

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