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Sind Home24 und Westwing zum Scheitern verurteilt?

Home24 ist weiter auf der Suche nach einem Geschäftsmodell – und Westwing hat im letzten Jahr nicht immer den Geschmack seiner Kundinnen getroffen. Soviel ist bekannt. Und die jüngsten Zahlen für 2015 sind Ausdruck davon („Home24 wächst auf 234 Mio. € (+46%), Westwing auf 219 Mio. € (+20%)„).

Doch sind beide Unternehmen damit zum Scheitern verurteilt, wie Lieferando-Gründer Christoph Gerber in seinem viel geteilten Beitrag suggeriert („Rocket Internet – A detailed look“)? So treffend seine Einschätzungen zu Rocket selber sind, so fragwürdig sind seine Zahlenspiele für Westwing und Home24.

Ein Insider wie er müsste besser wissen, dass man Wachstumsunternehmen so nicht gerecht wird. Gerade wenn zwei Unternehmen ihre Strategien so stark verändert haben wie Westwing und Home24 in den vergangenen Monaten.

Rocket Internet liefert keine Kohortenanalysen oder andere Indikatoren (CAC, CLV, etc.), die eine solide Beurteilung der operativen Unternehmenssteuerung erlauben. Insofern bewegt man sich als Außenstehender mit den verfügbaren Kennzahlen auf sehr dünnem Eis.

Klar ist nur, dass Home24 – ohne Stammkundenbeziehungen – einen sehr viel schwereren Weg vor sich hat als Westwing („Home24 in der Krise: Fashion For Home übernimmt die Führung„), nun aber mit einer Handelsmarge von knapp 42% erstmals an Westwing heranreicht:

Westwing hat dagegen 2016 erstmals die Chance, die Profitabilitätsschwelle zu erreichen – erwartungsgemäß auf Kosten des Wachstums:

Doch Wachstum um jeden Preis scheint nicht mehr das oberste Ziel zu sein. Denn Börsengänge für Westwing und Home24 scheint man sich bei Rocket ohnehin abgeschminkt zu haben – und stattdessen andere Exitoptionen auszuloten, wie einen möglichen Verkauf an Wayfair („Wayfair wächst 2015 um $931 Mio. auf $2,25 Mrd. (+71%)„), an Steinhoff („Möbeldiscount: Poco und die E-Commerce-Pläne von Steinhoff„) oder andere, die Perspektiven für den Online-Möbelhandel sehen.

Natürlich könnte Rocket Internet die beiden Unternehmen auch einfach behalten und ähnlich verfahren wie bei Glossybox („Glossybox wird das erste profitable Rocket-Unternehmen„).

Nur weil die eine Strategie nicht aufgegangen ist, heißt das nicht, dass es nicht andere Perspektiven gäbe. Kaum eine Branche ist online noch so offen wie die Möbelbranche („Exchanges #127: Der Online-Markt für Wohnen und Einrichten„).

Wer sich für die aktuellen Entwicklungen im Einrichtungsmarkt interessiert: Auf der K5 Home & Living berichten am 14. Juni in Berlin die Westwing-Gründer Delia Fischer und Stefan Smalla, Home24-Gründer Philipp Kreibohm und viele andere (Connox, Monoqi, Woonio, etc.) über ihre bisherigen Erfahrungen.

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