Zalando, Zipcart und das Fashion Connector Team in Helsinki

Langsam kommt etwas mehr Licht ins Dunkel der Zalando-Plattformstrategie. Denn was Zalando vorhat, das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Doch wie genau es dahin kommen will, blieb bisher eher rätselhaft. Zunehmend beginnt sich nun allerdings zu erschließen, wie die vielerlei Einzelprojekte und Baustellen zusammenhängen und wie sie sich zu einem Ganzen fügen.

Bei der Vorstellung des neuen Merchant Centers gab es ein paar neue Einblicke in die Zalando-Welt („Integrated Commerce and our Merchant Center rebuild“):

zalandocommerce

„The rebuild of the Merchant Center involves Zalando’s Fashion Connector team in Helsinki, who have created customised interfaces to easily integrate existing solutions into our platform.“

„The Merchant Center rebuild will allow us to fully utilise the components of the Zalando core platform, on top of an integration capacity to sell items on different consumer-facing applications such as the Zalando Shop, Lounge, and ZipCart.“

Schön zu sehen, wie Zalando zwischen der Online- und der Offline-Welt unterscheidet und an zwei unterschiedlichen Lösungen arbeitet: Offenbar soll also Zipcart für Offliner („Zipcart: Zalando gewinnt Adidas für neues Stadtlager in Berlin“) das werden, was Zalando für Onliner ist. Was dem Online-Handel das Versandlager, ist für die Offliner das Abhollager für die schnelle Lieferung.

Dass die Anbindungen in Helsinki entwickelt werden, ist doppelt bemerkenswert. Denn eigentlich ist Helsinki bekannt als das Zalando Mobile Hub, wo Fleek & Co. entwickelt werden, die Apps der Mobile Fashion Discovery GmbH. Über die Rolle der Fashion Conectivity Technologies GmbH hingegen war bisher noch wenig bekannt.

Bemerkenswert ist überdies, dass Fleek & Co. in diesem Kontext (Stichwort: „consumer-facing applications“) weiterhin keinerlei Erwähnung finden. Schließlich werden diese weiter mit Hochdruck vorangetrieben („Wenn Fleek zur “Social Fashion Shopping App” wird“).

Um mit der Lageranbindung (sprich: der Anbindung der Warenbestände) schneller voranzukommen, hatte Zalando zuletzt Tradebyte übernommen und sich Anteile an Anatwine („Zalando erhöht Anatwine-Beteiligung in $12 Mio. Runde“) und an Le New Black („Le New Black: Wenn Zalando in den Großhandel einsteigt“) gesichert.

Über die Rolle von Zalando heute und morgen bin ich gerade ausführlichst befragt worden. Siehe auch die Exchanges #132 („Wie mächtig kann/soll Zalando werden?“)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Zalando

6 replies

  1. Anmerkung: Das im Beitrag erwähnte „Fashion Connect Team in Helsinki“ hat nichts mit der Fashion Connectivity Technologies GmbH. Denn die kümmert sich um die Movmnt App https://movmnt.de/imprint.html

  2. Hm, war es dann nicht ein strategischer Fehler von Zalando, EIGENE Logistikcenter aufzubauen, wenn die Ware jetzt vom Partner-Warehouse oder Store kommen soll? Beides liegt schließlich in der Hand des Partners…

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