Neocom und Versandhandelskongress sind Geschichte

Wenn man sich den Niedergang des Handels vor Augen führt, dann darf auch ein Blick auf die Verbände und ihre Kongressveranstaltungen nicht fehlen, die sich – gefangen in ihrer alten Welt – ähnlich schwer tun, den Strukturwandel zu gestalten und die Branche in eine neue Zeit zu führen wie der Handel selber. So ist jetzt nach vielen Irrungen und Wirrungen auch die Neocom, der ehemalige Versandhandelskongress (mit angeschlossener Mail Order World), Geschichte:

Das ist einerseits bedauerlich angesichts der ruhmreichen Vergangenheit. Doch andererseits gibt es ja von denselben Veranstaltern noch den Deutschen Handelskongress für den Teil der Branche (vereinfachend gesagt: die Verlierer der Digitalisierung), die auf Branchenkonferenzen immer noch vor allem Trost und Zuspruch suchen und sich in ihrem Handeln und Tun am liebsten an Ihresgleichen orientieren.

Was braucht der Handel von morgen?

Strukturwandel bedeutet jedoch, dass neue Strukturen alte ersetzen. Und dass dabei eine Fülle neuer und im ersten Moment eigenartiger Marktteilnehmer auftauchen, die alle mehr oder weniger gute Karten haben.

Mit der K5 sind wir daher einen anderen Weg gegangen und haben bewusst die Online-Pioniere in den Fokus gerückt: Nicht unbedingt, um zu lernen, wie man es macht, sondern vor allem, um zu sehen, was im Online-Handel möglich ist, wenn man frei ist von Altlasten.

Interessant ist es, sich die Dynamik der letzten Jahre vor Augen zu führen – mit den aus unserer Sicht 10 spannendsten Entwicklungen im Veranstaltungsbereich:

  1. Denn spätestens Mitte der Nullerjahre war der Erfolg der Online-Spezialisten, allen voran Amazon und Ebay, nicht mehr wegzudiskutieren. Doch selbst, als 2009 Quelle pleite gegangen ist, haben die Veranstalter weiter gemacht, als wäre nichts gewesen.
  2. Im Oktober 2011 sind wir dann mit der K5 angetreten, um zumindest der Online-Branche eine zeitgemäße Alternative zum altehrwürdigen Versandhandelskongress zu bieten.
  3. Den Termin haben wir bewusst parallel gesetzt, da wir davon ausgingen, dass sich die Teilnehmerkreise nicht überschneiden, haben dabei aber übersehen, dass das nicht für die Aussteller und Sponsoren gilt (die gerne auch auf der K5 vertreten sein wollten).
  4. Im Jahr darauf hat sich der Versandhandelskongress dann erstmals als Neocom verkleidet. 2013 und 2014 hat sich der bevh parallel dazu mit dem Deutschen Fachverlag an einem etailment Summit versucht.
  5. Überraschend war jedoch, welche Zugkraft die K5, die sich ja bewusst an Onliner wandte, von Beginn an auch bei der Neocom-Klientel entwickelt hat und sich nicht zuletzt auch deshalb als K5 Berlin zur heute größten deutschen Handelskonferenz mausern konnte.
  6. Von der Cebit bis zur Frankfurter Messegesellschaft gab es in den ersten Jahren kaum einen Veranstalter, der nicht zur K5 gepilgert ist, um sich etwas abzuschauen. Eine Cebit aber zum Beispiel konnte auch das nicht retten. Eine CES und ein Mobile World Congress waren einfach näher am Puls der Zeit.
  7. Dabei ist der Erfolg einer K5 durchaus replizierbar, wenn man als Veranstalter über seinen Schatten springt und nicht unbedingt den einfachsten Weg nimmt.
  8. Bestes Beispiel ist die Connect Conference in Zürich, die immer wieder zeigt, wie man das ursprüngliche K5 Konzept auf ein neues Level hebt. Hier könnte man manchmal neidisch werden. Allerdings funktioniert das Konzept nur bis zu einer bestimmten Größenordnung.
  9. Aber auch eine OMR, eine Shoptalk oder eine NOAH machen für ihre jeweiligen Branchen vor, wie zeitgemäße Veranstaltungen auch in großen Dimensionen aussehen können.
  10. Übersehen wird allerdings oft, wieviel Mühe und Liebe zum Detail in solche Veranstaltungen fließt. Denn was helfen die tollsten Namen, wenn zum Beispiel das Ambiente nicht stimmt.

Wer sich dafür interessiert, wie die K5 zu dem geworden ist, was sie heute ist, der bekommt ein paar mehr Einblicke im Cheftreff Spezial zur Story hinter der K5:

Nicht oft genug betonen kann man, dass der Branche trotz der Fülle an E-Commerce-Events noch wirklich gute Veranstaltungen fehlen. Noch gibt es viel zu viele, die es sich leicht machen und den Leuten vor allem das bieten, was sie hören wollen …

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Chronik, k5

  1. Vielen Dank für das Kompliment zur Connect wie auch zum Fact, dass dieses Konzept nur bis zu einer gewissen Grösse funktioniert. Wir halten bewusst an der bisherigen Grössendimension fest aus Überzeugung, so für den *Schweizer Markt* aktuell das optimalste Modell zu haben, das richtige und auch dieses Jahr unglaublich hochkarätige Publikum zu erreichen und die höchste Glaubwürdigkeit zu sichern.

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