Was passiert, wenn genAI die Betriebssysteme erobert? Mit Spannung erwartet die Techwelt gerade, was Betriebssysteme wie Android oder iOS künftig an neuen AI-Funktionen mitbringen und welche Apps sich damit bauen lassen? Kommende Woche will Apple iOS 18 enthüllen. Von Android gabs Mitte Mai bereits einen Vorgeschmack:
„AI is unlocking experiences that were not even possible a few years ago, and we’ve been hard at work reimaging Android with AI at the core, to help enable you to build a whole new class of apps.“
Die große Frage ist dabei: Was lässt sich davon für Shopping-Apps nutzen? Lassen sich damit smarte Agenten und Shopping–Bots bauen und/oder neue Shoppingzugänge kreieren?
Warum nutzen Shoppinganbieter so wenige Funktionen?
Aus bekannten Gründen ist der E-Commerce bisher eher schwach darin, vieles von dem zu nutzen, was ihm die Betriebssysteme bereitstellen.
Denn verglichen mit der Conversion-Optimierung zählen die Shopping-Experience, die Freude am Shoppen oder gar die Lust am Verkaufen für den E-Commerce eher zu nachrangigen Themen.
Wo bleibt die Shopping-Experience?
Dabei boten speziell die Mobile-Betriebssysteme auch bisher schon reichlich Möglichkeiten und Potenziale, die der Online-Handel allerdings nur zu einem Bruchteil nutzt.
Angefangen von der KI-gestützten Sprach- und Bilderkennung bis hin zur Gestensteuerung. Wenn in der Foto-App ein Lächeln ein Bild auslösen kann, welche Gesten, Blicke und Bewegungen ließen sich dann beim Shoppen nutzen?
Was ist mit Next Door und Nearby-Services?
Weitgehend ungenutzt sind auch die diversen Sensoren und Tracker (Bewegungsmelder, Schrittzähler etc.) die das Smartphone mitbringt.
Und abgesehen von den Food- und Lieferservices nutzen nur sehr wenige die GPS-Funktionen zur Standort- und Entfernungsbestimmung:
„Build location-aware apps: One of the unique features of mobile applications is location awareness. Mobile users take their devices with them everywhere, and adding location awareness to your app offers users a more contextual experience.“
Wie wir im Innovation Sprint dazu gesehen haben, könnten vor allem Peer-to-Peer-Anwendungen und Green Retail davon profitieren.
Wer nutzt die neuen Möglichkeiten?
Wie beim Thema KI darf die Einstellung hier allerdings nicht sein: Wie hilft mir das Betriebssystem etc., meine bisherigen Shoppingprozesse besser zu machen?
Stattdessen müsste die Frage sehr viel offener lauten: Welche neue Möglichkeiten eröffnen sich mir als Shoppinganbieter durch die neuen Funktionalitäten?
Frühere Beiträge zum Thema:
- Ist der E-Commerce zu naiv in Sachen KI?
- Von Shoppingoberflächen und Shoppingzugängen anderer Art
- Arc zeigt Amazon im Multi-Experience-Modus
- 10 mögliche Aufgaben für smarte Agenten im E-Commerce
- Was „Circle to Search“ für den Online-Handel bedeutet
- Auf der Suche nach „genAI-native marketplaces“
- Unterschätzt der Handel das Thema KI? – in den Crossover Exchanges
- Wo bleiben die Innovationen des Handels? – in den Crossover Exchanges
- Exchanges #349: Smarte Agenten, Interfaces und mehr
- Exchanges #343: Neue Leitbilder für den Handel von morgen
- Exchanges #342: Revolutioniert KI den Handel?
- Exchanges #327: Spatial Commerce in Sicht?
