Shein, Temu und die anrollende Chinawelle waren dieses Jahr durchgängig Thema auf der K5. Für die einen noch ein Schreckensszenario, das nach Regulierung und einem „level playing field“ schreit, spürte man bei vielen anderen schon, wie sie sich jetzt sehr schnell auf die neuen Marktgegebenheiten einstellen und die (Innovations-)Impulse aufnehmen und für sich nutzen.
Wie schon auf der SCORE! in Zürich räumte China-Experte Ed Sander mit ein paar Mythen auf und erläuterte das Temu-Modell und die zugrundeliegenden Strategien im Detail.
Mit einem neuen Gesicht präsentierte sich Shein auf der K5, das den Marktplatz ausbauen möchte und die (Partner-)Brands dabei auch ins rechte Licht rücken will. Das jedenfalls signalisierte Christina Fontana, die zuvor bei Alibaba die Luxusmarken umgarnt hat.

Spannend waren auch die inzwischen sehr spürbaren Reaktionen auf Shemu & Co. Auf der K5 Bühne hielt sich Amazon zwar gewohnt bedeckt, was die neuen Wettbewerber angeht. Offiziell macht Amazon ja sein eigenes Ding und kümmert sich nicht so sehr darum, was andere machen.
Doch nach den Provisionsenkungen im Niedrigpreissegment und dem aktiven Werben um Anbeiter aus China wurde jetzt bekannt, dass Amazon für die Anbieter aus China im Herbst einen eigenen Bereich schaffen will und damit ähnlich agiert wie AliExpress mit dem Choice-Programm.
Ed Sander bringt die Reaktionen auf Temu immer so auf den Punkt: „Erst haben sie darüber gelacht, dann haben sie es studiert. Und jetzt wollen sie Temu/Pinduoduo sein.“
Ähnliches gilt für Shein, wie man auf der K5 Bühne, mehr aber noch abseits davon vernehmen konnte. Viele Online-Anbieter unterschiedlichster Kategorien adaptieren inzwischen das Modell von Shein für ihre Eigenmarken und testen mögliche Produkte und Bestseller sehr viel schneller.
Alles in allem bringen Shemu & Co. also jede Menge Schwung und frische Impulse in die Branche. Und das muss ja nicht das Schlechteste sein.
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