Systemwechsel: Neckermann steigt um auf Demandware

Während im Segment der reinen Online-Versender ein Trend in Richtung Shoppinglösungen nach Maß, in der Regel Eigenentwicklungen (zum Teil auf Open Source Basis) auszumachen ist, bevorzugt das Multi-Channel-Segment lieber Shoppinglösungen von der Stange.

Die jüngsten Umsteiger sind Douglas und Neckermann:

Spannend sind vor allem die Experimente bei den großen Katalogkonzernen, die sich langsam fit machen müssen für eine internetgetriebenere Zukunft und zunehmend Hybris und Demandware als Intershop-Alternative testen:

Demandware scheint nach einem etwas verunglückten Markteintritt mit Promarkt.de nun auch hierzulande langsam Fuß zu fassen und hat sich jüngst in einer vierten Kapitalrunde 15 Mio. Dollar frisches Kapital gesichert, zusätzlich zu den bereits aufgelaufenen 46 Mio. Dollar aus den Runden zuvor.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Uncategorized

  1. Neckermann.de ist seit gestern nicht erreichbar.

  2. Stimmt. Aber http://www.neckermann.de ;-) Putzig ist auch die Umleitungsschleife http://neckermann.biz („Die aufgerufene Website leitet die Anfrage so um, dass sie nie beendet werden kann.“)

  3. Bei mir hört es schon auf, wenn ich die Linkstruktur sehe. Wenn man schon auf eine neue Plattform aufsetzt, dann sollte man sich auch um dieses Thema kümmern.

  4. Gebe @Ron vollkommen Recht.
    Interessant ist zudem aber noch etwas anderes, nämlich dass mit dem Wechsel auf Demandware ein Paradigmen-Wechsel stattgefunden hat. Konnte neckermann.de bislang immer in vielen Dingen eine Vorreiterrolle bescheinigt werden und sich als innovatives E-Commerce-Unternehmen positionieren, welches offen dafür war, neue Wege zu beschreiten und damit auch zu gestalten, was später dann in Standard-Lösungen aufgenommen wurde.
    Jetzt reiht man sich lieber hinten ein, wartet ab, was andere tun und welche Themen und Dinge sich zu einem Standard entwickeln, damit diese übernommen werden können, um dann letztendlich das zu tun, was jeder macht. Es gibt ja recht interessante Zykluskurven von Intershop und Co. die veranschaulichen, wie lange sich bspw. bestimmte Funktionalitäten erst am Markt bewähren müssen, bevor sie durch einen mehrstufigen Filter in den Standard aufgenommen werden…
    Ich bin davon überzeugt, dass wir im E-Commerce noch immer in den Anfangsphasen der Entwicklung stehen und der Markt noch nicht so sehr gesättigt ist, dass man jetzt schon auf Standard-Technologien aufspringen sollte, die den Entwicklungen im Markt zwangsläufig immer mit großem Zeitverzug hinterherlaufen.
    In den nächsten Jahren sollte man eher weiter darauf setzen, den Markt aktiv selbst zu gestalten, anstatt sich als passiver Anpasser nach anderen zu richten. Zumal auch durch die weitere Verbreitung der Standard-Technologien die Differenzierung immer unmöglicher wird und man damit den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft, die auf Eigenentwicklungen setzen und damit einerseits schneller auf Marktveränderungen reagieren können und andererseits die Wege bereiten und die Richtung für die Marktentwicklungen aktiv bestimmen können.

  5. Neckermann.de war bis 2006/2007 technisch gesehen unter den „alten Versendern“ der innovativste und dynamischste.
    Seitdem sich die Geschäftsführer und die CIOs die Klinke in die Hand geben ist doch der Shop vor die Hunde gegangen.

  6. Ich stimme YingYang voll zu! Man hat ja auch bei ProMarkt Online gesehen, was nach dem groß angekündigten Wechsel zu Demandware passiert ist.

  7. Hatte nicht vor kurzem auch s.OLIVER auf Demandware umgestellt? Sieht in der tat so aus ,daß immer mehr große Marken und Retailer auf Demandware setzen.

  8. Zu YingYang: Eine Standard-Lösung bedeutet für mich nicht, keine eigenen Ansätze zu verfolgen. Viele Systeme bieten doch genügend Spielraum sich auf die wichtigen Dinge des eigenen Shops zu konzentrieren und neue Wege zu gehen.

  9. Wie zu hören ist, hätte der Shop bereits letztes Jahr im Oktober letzten Jahres online gehen sollen und ist wegen erheblicher technischer Probleme erst mit deutlichem zeitlichem Verzug gestartet. Gerüchteweise hat Demandware die Shop-Lösung komplett vorfinanziert, Sun Capital Partners hätte somit erneut kein Geld in die Hand nehmen müssen (Sun Capital hatte bekanntlich ja bereits die Mehrheit an Neckermann für „0 Euro“ übernommen). Gut möglich, dass die neue Finanzierungsrunde bei Demandware auch in diesem Zusammenhang steht. Wie gewohnt scheint Schambach also mal wieder ein riskantes Spiel zu betreiben.

  10. Ich komme gerade von der next09. Unter dem Leitgedanken „share economy“ wurde hierbei vielfach propagiert, nach der Nutzung gemeinsamer Services (Tracking, Recommendations, Search,…) künftig zur Effizienzmaximierung auch auf gemeinsame Plattformen zu setzen. Wenn jeder das Rad immer wieder neu erfunden wird, geht’s nicht wirklich vorwärts – im Gegenteil, Konzentration auf die eigenen Stärken ist Trumpf. Solche Aussagen kommen u.a. vom Guru Jeff Jaris, dessen Buch (What would Google do?) hier ja auch prominent verlinkt ist.
    Von daher teile ich die negative Einschätzung über Standard-Shopsysteme nicht. Es ist halt die Frage, was man daraus macht. Große Versender wie neckermann.de, Douglas oder Tchibo haben sicherlich nicht den Anspruch, erste Pioniere bei neuen Techniken und Geschäftsmodellen zu sein – sondern Innovationen aufzunehmen und diese mit Bedacht für eine breite Zielgruppe jenseits des Web 2.0-Hypes zu adaptieren. Ein großes Framework, welches international kontinuierliche Fortentwicklung erfährt, ist hier doch eine gute Plattform, um darauf aufzusetzen. Die Frage ist: Welche Freiheiten bestehen für den einzelnen Versender, seine persönliche Strategie mit der Core-Lösung abzubilden?
    Ich behaupte, mittel- bis langfristig zahlt es sich aus, auf ein Standard-System statt auf Marke Eigenbau zu setzen. Klar, ich kann kein allmytea-MassCustomization binnen 4 Wochen live bringen – aber auf stabilem, skalierbarem Weg mein E-Business abwickeln. Und dafür gibt es jenseits Shopping Clubs, Live Shopping und Social Commerce definitiv einen Markt.

  11. Ich war bei GÖRTZ Schuhe shoppen. Auch dieser Shop läuft nun auf Demandware

  12. @Daniel: Die Frage ist mE nicht „Standardlösung vs. Eigenentwicklung“, sondern „Wann Standardlösung? vs. Wann Eigenbau?“ …

  13. @Dude Dem habe ich nichts hinzuzufügen ;-)
    @Sven Im gewissen Rahmen sind eigene Ansätze in einer Standardlösung sicher möglich, aber eben nur in dem Rahmen, wie es die Standardlösung auch zulässt…
    @Daniel Früher war es Strategie von neckermann.de Pionier im e-commerce sein zu wollen, wodurch neckermann.de im E-Commerce auch erst erfolgreich wurde
    @Jochen genau… Das hängt von der individuellen Unternehmensstrategie ab: Will man nur Mitläufer oder Wegbereiter sein…

  14. @YinYang: Ich denke nicht, dass man das auf die einfache Formel „Mitläufer oder Wegbereiter“ reduzieren kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Eigenentwicklung manchmal auch nur aus dem Grunde geschieht, dass die eigenen Anforderungen einfach so von keinem Standardprodukt zu erfüllen sind. Da müsste dann in großem Stil angepasst und modifiziert werden. Und manchmal ist es dann einfacher, selbst zu entwickeln (oder entwickeln zu lassen). Vielleicht kommt dann gar kein wahnsinnig innovativer Shop raus, aber eben ein Shop der z.B. zum Rest der Infrastruktur passt.

  15. hugoboss-store.com setzt übrigens ebenfalls demandware ein.
    Ich glaube ebenfalls, dass es sich nicht immer lohnt etwas eigenes zu entwicklen, wenn die Grundfunktionalitäten gut entwickelt wurden + sicher & schnell laufen. Da bleibt mehr Zeit sich um die speziellen Features zu kümmern, die den Shop differenzieren (Beratungstools, Videoshopping etc.).
    Mit magento wird ja ebenfalls ein Weg aufgezeigt, mit einer kostenlosen Lösung die Basis sicherzustellen und sich dann um das Customizing zu kümmern…

  16. Nur dass man bei Magento, Oxid, osCommerce & Co. eben selber Zugriff auf den Source Code hat und sehr viel schneller entwickeln kann als bei Closed Source Lösungen, wo der Hersteller den Takt vorgibt.
    s. YinYangs ersten Kommentar:
    „Es gibt ja recht interessante Zykluskurven von Intershop und Co. die veranschaulichen, wie lange sich bspw. bestimmte Funktionalitäten erst am Markt bewähren müssen, bevor sie durch einen mehrstufigen Filter in den Standard aufgenommen werden…“

  17. Lesenswert: Versandkostenfreiheit vs. Preis, Social Commerce 2014, NeckermannDiskussion

    Anbei ein paar spannende Artikel als Wochenendlektüre für alle E-Commerce Interessierten:
    Auf ebaystrategies gibt es einen interessanten Artikel zu den Kundenprioritäten bezüglich Versandkostenfreiheit und Preis. Die Interpretation der Ergebnisse ist a…

  18. Da finde ich doch das neue Mexx-Intershop-Konstrukt interessant. Mexx nimmt keinen Euro für ein System in die Hand, sondern geht ein Revenue-Sharing mit Intershop ein. Wenn Mexx was will, ist Intershop quasi als Mit-Unternehmer an Bord. Was nur Spielerei ist, wird nicht gemacht.
    Frage ist natürlich, wieviele solcher Kunden sich Intershop leisten kann.

  19. Was ist mit der Suche passiert?
    Hatte Neckermann nicht mal eine super fehlertolerante Suchtechnologie im Einsatz? Ich erinnere mich daran, dass z.B. Vertipper wie „Ledersteifel“ bei Neckermann immer zu passenden Treffern geführt haben.

  20. hallo und ich komme seit wochen nicht auf neckermann.de drauf. Die umleitung funtioniert nicht.
    Dabei muss ich diesen monat sehr viel bestellen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: