Paypal X: Der händlerübergreifende Warenkorb rückt näher

Eines der ungelösten Probleme im E-Commerce ist der händlerübergreifende Warenkorb: Was passiert, wenn ein Kunde seine Weihnachtseinkäufe schnell und bequem auf einer einzigen Shoppingplattform erledigen will – und dann feststellen muss, dass er zigmal Versandkosten bezahlen muss?

Bisher gab es für diese Problemstellung nur zwei einigermaßen praktikable Lösungen: Entweder man arbeitet – wie Gimahhot – komplett ohne Versandkosten, oder man tritt als ein großer Händler auf (wie Otto, Neckermann & Co.).

Doch nun naht eine weitaus flexiblere Lösung, denn Paypal öffnet sich für externe Entwickler und bietet dann im Rahmen seiner Adaptive Payments Lösung ab November die Möglichkeit, bei händlerübergreifenden Bestellungen eine beliebige Splittung auch der Versandkosten vorzunehmen:

"Adaptive Payments will also offer “Parallel Payments,” which would let
a sender send a single payment to multiple receivers.

Adaptivepayments

An example of
this type of application might be a shopping cart that lets a buyer pay
for items from several merchants with one payment.

The shopping cart
would allocate the payment to the merchants who actually provided the
items. PayPal would then deduct money from the sender’s account and
deposits it in the receivers’ accounts."

Von PayPal gibt es zwar eine Ankündigung, aber leider noch keine detaillierten Infos zu den Adaptive Payments. Glücklicherweise hat aber Techcrunch die Dokumentation schon vorab veröffentlicht.

Change the Way We Pay

Im PayPal-Blog heißt es heute ("Paypal Becomes First Global Payment Platform Open To Third-Party Developers"):

"By releasing new
APIs (Application Programming Interfaces), PayPal is challenging the
developer community to change the way we pay through innovation and new
technologies.

Several developers have already integrated PayPal’s new APIs as part of a beta program. Twitpay, a Twitter-based payment service, LiveOps, and Microsoft’s Windows® Azure™ are some of these early partners."

Paypal könnte durch Paypal X also auch beim Thema Web-Währungen neue Relevanz erhalten.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Ebay

  1. Ist das nicht genau das, was heute schon im Amazon Marketplace möglich ist?
    Dort kann man auch bei verschiedenen Händlern einkaufen. Amazon zieht das Geld für den gesamten Warenkorb ein und gibt jedem Händler seinen Teil (abzüglich Provision). Die Versandkosten werden, meines Wissens nach, auch nach einem bestimmten Schlüssel verteilt.
    Ohnehin ist mir PayPal aber mit seinen hohen Provisionen und als Zwangs-Zahlungsart für Shop-Anbieter bei eBay unsympatisch.
    Eine zentrale Shopping-Plattform kann auch auf PayPal verzichten und schon heute das Geld z.B. per Überweisung verteilen. Das ist über Payment-Anbieter einfach möglich und man spart sich die Provisionen.

  2. Jein. Technisch wäre es vielleicht möglich (und Amazon geht ja mit den Flexible Payments in eine ähnliche Richtung), aber beim Amazon Marketplace selber fallen zig Versandpauschalen an, die jeder Händler separat ausweist.
    Der miese Ruf dürfte für Paypal in der Tat die größte Herausforderung werden.
    Bei den anderen Paymentanbieter sehe ich derzeit keinen, der a) eine ähnliche Marktpräsenz und b) ein ähnliches Technologieverständnis hat, so dass er in irgendeiner Form als Markttreiber fungieren könnte. Insofern lohnt es sich auf die (weitaus vorausschauenderen) Lösungen von Amazon, Ebay und Google zu achten.

  3. Ich höre den Aufschrei der Begeisterung bei Etsy… das ist genau das, was seit langer Zeit gefordert wird, unter anderem auch, um den Anteil der „versehentlichen“ Nichtzahler geringer zu halten.

  4. Was jetzt dann noch fehlt wäre eine netz-artige Logistik.
    Also nicht das die Post, TNT und DHL die Packerl einzeln hintereinander vorbei bringen, sondern Pakete wie IP-Pakete versenden. Mit offenen Hubs, Routern und Strecken.

  5. Paypal: ist ja zum Lachen. Händlerübergreifend; die Portokosten lassen sich doch nicht so einfach wegradieren. Beim Versenden sind die halt da; Porto und Kartonage ect. Soll die Ware dann teurer werden?
    Das ist doch für Paypal nur eine Möglichkeit noch mehr Gebühren abzugreifen.
    Die normale Banküberweisung ist inzwischen erheblich schneller geworden und Gebührenschneider wie Paypal sollte man meiden.
    http://www.beesting.de

  6. Manchmal sollten Händler vielleicht nicht einfach nur an sich, sondern auch an ihre Kunden denken.
    Im Einkaufszentrum verlangen die Händler ja auch nicht bei jedem gekauften Produkt einen Mietkostenzuschuss.
    [Es geht hier im übrigen nicht darum, Paypal zu promoten, sondern Perspektiven aufzuzeigen.]

  7. @Jochen: Was haben denn Versandkosten mit der Miete im EKZ zu tun?? Mietkosten haben die Online-Händler ja auch, der stationäre Händler aber hat keine Versandkosten. Kompatibler als Vergleich wäre da eher, dass der Kunde Fahrtkosten hat, wenn er ins EKZ will … und die übernehmen die Händler dort meines Wissens nach eher nicht.
    Im übrigen scheint mir, dass der normale Kunde überhaupt kein Problem mit Versandkosten hat. Aus welchem Grund auch immer sind die immer noch so etwas wie „ein blinder Fleck“ im Auge des Kunden. So haben zahlreiche Aktionen mit frachtfreiem Versand auf allen möglichen unserer Dienste noch nie einen Umsatzschub gebracht, sie haben stets nur (unser) Geld gekostet.

  8. Man kann Paypal mögen oder nicht. Fest steht aber, dass Paypal als Bezahlart unschlagbar einfach und unschlagbar schnell ist. Und daher für Online-Händler kaum verzichtbar scheint.
    Jenseits des schlechten Rufs muss man Paypal auch durchaus zugestehen, dass sie einiges getan haben, um die Transaktionssicherheit zu verbessern und Betrug zu minimieren. Daneben trägt die „Schuld“ am Betrug ja schon immer noch der Betrüger, von denen es im Web eindeutig zu viele gibt, sowohl bei „normalen“ Kunden, als auch organisiert.
    davon ab: Ich mag Paypal auch nicht :-)

  9. genau das ist das Problem von Paypal: toll, aber unbeliebt ;-)
    Klar haben alle Händler Mietkosten. Gemeint sich aber natürlich die zusätzlichen Mietkosten für die Ladenlokale, die der stationäre Händler trägt, ohne sie den Kunden gesondert aufzubürden.

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