Quelle E-Commerce-Leiter wechselt zu Neckermann

Eigentlich soll der Online-Handel ja die Keimzelle einer neuen Quelle werden. Doch wie die Nürnberger Nachrichten berichten, nimmt der verantwortliche Manager, Quelle-E-Commerce-Leiter Ludger Schöllgen, seinen Hut und wechselt zu Neckermann nach Frankfurt:

"Quelle-Sprecher Manfred
Gawlas bestätigte, dass unter anderem der Leiter E-Commerce Ludger
Schöllgen zum 1. August das Unternehmen verlässt. (…)

Wie
es in Branchenkreisen heißt, folgt Schöllgen – ebenso wie der eine
Hierarchiestufe weiter unten angesiedelte Sortimentsmanager Elektronik
Franz Wurzberger – dem Ruf des neuen Neckermann-Chefs Henning Koopmann
nach Frankfurt.

Koopmann war pikanterweise vor seinem Wechsel in die
Mainmetropole bis März dieses Jahres Quelle-Geschäftsführer (…)"

Ludger Schöllgen hatte vor einem Jahr den Q des Tages gestartet und zuletzt die Quelle QStores eingeführt. Quasi am Tag der Insolvenz haben er und sein Team Anfang Juni noch Quelle Reloaded online gebracht, zumindest die erste Phase des auf drei Phasen angelegten Relaunch-Projektes.

Der Neckermann Online-Bereich hatte im letzten Jahr neben vielen Mitarbeitern auch den langjährigen Bereichsleiter Neue Medien, Michael Sorg, verloren. Dieser leitet inzwischen für die Otto-Gruppe den E-Commerce-Bereich des Schwab/Sheego Versands.

Frühere Beiträge zum Thema:



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  1. Kommt nur bei mir der Eindruck auf, dass neckermann jede Flitzpiepe von der Quelle holt – nein – eher aufnimmt?!

  2. So würde ich das in diesem Fall nicht formulieren. Die Frage wäre eher, was einen freiwillig zu Neckermann treibt. (Wobei die Frage ja nicht so schwer zu beantworten ist :-)

  3. „Im Leben sieht man sich immer 2 Mal; im Versandhandel 125.923.701 Mal“

  4. Die Frage ist nicht, ob jemand wie Ludger Schöllgen oder ein irgend anderer Quelle eCommerce Mensch, der absieht, dass in Fürth eine Implosion bevorsteht, zu einem anderen Versender im Umbruch/in Nöten wechselt, sondern vielmehr auf welche Position er dort wechselt ;o)

  5. Zwei Dinge fallen mir dazu nur ein:
    a) Bestätigt meine These, dass Koopmann scheinbar alles tut um die Quelle definitiv zu demontieren, und er es auch nicht mit einer ungeschriebenen Geschäftsethik hält, nicht so früh bei vorherigen Arbeitgebern zu wildern.
    b) Das wird Neckermann auch nicht einen cm nach vorne bringen, denn auch hier ist die Geduld des Shareholder endlich.

  6. Wobei die Geschäftsethik schon vor langer Zeit dahin war…auch und insbesondere durch Quelle betrieben. Hierfür gibts definitiv kein Mitleid.

  7. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ludger Schöllgen wechselt zu Neckermann nicht als Leiter E-Commerce, sondern als Geschäftsführer Einkauf.

  8. Herr Koopmann ist sich hoffentlich bewusst (falls er da einen persönlichen Rachekrieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber führt), dass er besser auf Leute setzt, die zu wahrer Leistung bereit sind, anstatt, und das muss man so sagen, die mehr oder weniger Versager von Quelle blindlings zu holen. Das würde für mich heissen, raus aus diesem reinen „wir rochieren in der deutschen Versandhandelsszene“ aka „Die üblichen Verdächtigen“ und mal jdn. aus einer anderen Branche geholt.
    Wie kommt es bei den Mitarbeitern an, die noch da sind, bzw. es eher „in der Hanauer Landstrasse aushalten“, kontinuierlich auf einen Anti-Fürth Kurs gebrain-washed werden und genau dies dann die Führungsriege ist, der die (müden) Truppen folgen soll?!
    Jochen: kleiner Tipp für Deine Lese Tipps, Rudy Giuliani „Leadership“ – und schick doch den neckermnann GFs ein Exemplar…

  9. Mein lieber Herr Gesangsverein, hier in den Kommentaren wird ja wirklich Tacheles zu Personalien gesprochen. Da kann man ja nur hoffen, man ist/bleibt ein kleines Licht und es kennt einen keine S** wenn man mal die Stelle im deutschen Versandhandel wechselt :oD
    An sich sind solche Wechsel innerhalb der Branche ja gar nichts Ungewöhnliches. Leute, die zwischen völlig verschiedenen Branchen wechseln, sind in oberen Positionsbereichen in meiner Wahrnehmung nicht die klassische Mehrheit. So what.
    @ VHV: Ich muss dir (aber) leider zustimmen, was die *pyschologische* Wirkung auf Mitarbeiter einer Firma A betrifft, die sich offensichtlich abstrampeln und nach vorne kommen wollen und dann, schwups, mehr und mehr Leitungsebenen einer Firma B vor die Nase gesetzt bekommen, die bis dato ihr größter Mitbewerber im Markt war.
    Insofern: Wenn noch mehr Quelle Leute nach Frankfurt in entsprechende Positionen wechseln (und ich halte das durchaus für wahrscheinlich), sollte sich die GF in Frankfurt langsam mal ein „Staff Retention“ Programm für die Neckermänner/-frauen ausdenken, sonst wird’s hochproblematisch – das beweisen diverse ähnlich gelagerte Fälle.
    Ob es wirklich stimmt, dass tolle Manager tolle Leute, mäßige Manager jedoch noch mäßigere Leute einstellen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wen es beruhigt, dieser berühmte „B People“ Mythos wird u.a. von Arbeitsweltforscher Robert Sutton entkräftet:
    „There is evidence that people hire others like themselves, so a reasonable inference is that crappy people will hire equally crappy people – but there is no direct evidence. I spent weeks and weeks trying to find even a hint that a single article in a peer reviewed journal supported the belief that bad performers systematically hire even worse performers. It is one of those management myths that don’t appear to have any empirical basis.“ (bobsutton.typepad.com)
    Hoffen wir, Sutton hat recht.

  10. Also wäre ich bei Quelle in einer leitenden Position angestellt, würde ich mich auch nach etwas neuem Umsehen. Denn nur der Kapitän bleibt bis zum Schluss auf einem sinkenden Schiff ;-)

  11. „langjährigen Bereichsleiter Neue Medien, Michael Sorg, verloren.“
    naja langjährig ist was anders, Sorg rückte erst vor 2 Jahre dem geschassten Markus Krechting nach.
    http://ecommerce.typepad.com/exciting_ecommerce/2007/04/neckermann_mark.html

  12. @ Alice: Langjährig stimmt schon, Michael Sorg hat bei Neckermann den eCommerce Bereich und den Shop neckermann.de de facto seit 1995/1996 wesentlich mit aufgebaut und war über ein Jahrzehnt in Frankfurt an vorderster eCommerce Front tätig, sehr lange davon als Leiter „Neue Medien“, wie das seinerzeit noch so schön hieß. Insofern ist Jochens Hinweis korrekt. Markus Krechting ist seit seinem Weggang Entrepeneur und hat ein eigenes Unternehmen gegründet – von „geschasst“ würde ich in dem Zusammenhang nicht wirklich sprechen. Bisweilen braucht man halt irgendwann neue Herausforderungen, insbesondere, wenn man sich sehr lange Zeit an extrem schwerfälligen Arcandor-Strukturen abgearbeitet hat, aber das ja nun Vergangenheit.

  13. Danke für die Aufklärung :-)

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