Supernova 2009: Change Networks (Tag 1)

Bis Donnerstag noch bin ich auf der Supernova Konferenz in San Francisco, die wieder eine eindrucksvolle Zahl namhafter Forscher und Experten versammelt hat, um über "Change Networks / Change in the Network Age" zu debattieren:

"In today's world, the overwhelming message we receive is that it's time to "connect or bust". Depending on your viewpoint, this either offers tremendous opportunity or elicits fear and confusion."

Live zu verfolgen ist die Konferenz bei Twitter @jkrisch (#sn09) oder bei UStream.

Eines der Highlights des ersten Tages war der Vortrag des Hollywood-Veteranen Peter Guber (Mandalay Entertainment), der aus der Sicht des Kreativen ("As a creative, I'm in the business of emotional transportation") beschrieb, was sich verändert und warum Technik nicht zum Selbstzweck werden darf. 

Veränderungen finden nicht mehr linear statt, sondern in mehreren Dimensionen gleichzeitig. Entsprechend problematisch wird es für die, die allgemeingültige Wahrheiten verkünden wollen. Besser ist es da, an die Vorstellungskraft zu appellieren und Fragen statt Antworten zu liefern, Perspektiven statt Lösungen auszuzeigen. "What if" statt "How To" müsse die Devise lauten.

Chris Anderson hielt erstmals einen Vortrag zum Thema "Atoms are the New Bits", in dem er aufzeigte, wie sich die soziale Vernetzung auf das reale Leben auswirkt: dass Menschen auch offline viel stärker zusammenarbeiten und zum Beispiel gemeinsam neue Produkte kreieren.

Einer der besten Denkanstöße des Tages kam von der Social Networking Expertin Danah Boyd. Sie hielt der Position von Adam Greenfield (Nokia), der durch die technologische Entwicklung (Social Networking Tools, Überwachungskameras und andere Sensoren), Städte als anonyme Rückzugsräume verloren gehen sieht, entgegen, dass dagegen heute auch auf dem Land möglich ist, was früher nur in der Anonymität der Großstadt möglich war.

Um ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln, muss man nicht mehr mittendrin sein. Als Beispiel führte sie die Entwicklungen in der schwulen Szene an, wie sie das Buch "Out in the Country: Youth, Media, and Queer Visibility in Rural America" beschreibt: Junge Schwule und Lesben können inzwischen auch auf dem Land weitaus selbstbewusster leben, weil sie sich den nötigen Rückhalt in ihren (Online-)Netzwerken holen können.

Die Supernova Konferenz versucht, die technischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf unterschiedlichsten Ebenen zu beschreiben und darüber hinaus zu debattieren, wie sich Netzwerke ganz gezielt für Veränderungen nutzen lassen.

Für den heutigen Mittwoch ist unter anderem John Hagel angekündigt, der auf der letzen Ebay Entwicklerkonferenz schon eine sehr hörenswerte Keynote zum Thema "Shaping Strategy in a World of Constant Disruption" gehalten hat.

Frühere Beiträge zum Thema:



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1 Antwort

  1. Ich habe gestern zufällig nochmal in Sascha Lobos und Holm Friebes „Wir nennen es Arbeit“ geblättert. Dort wird die Zugehörigkeit zu einer Gruppe als eine Währung und damit als elementarer „Reichtum“ beschrieben, aus dem Selbstwertschätzung gezogen wird. Das Beispiel des Gay-Bewusstseins im ländlichen Raum ist ein Beleg für diese Netzwerte-Theorie.

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