Rebate Networks: DailyDeal Investoren machen ihr eigenes Ding

Der weltweite Groupon-Poker nimmt immer absurdere Formen an. Und langsam beginnt man sich zu fragen, ob vor allem die Daily Deal Gründer auf die richtigen Investoren gesetzt haben.

Denn anstatt DailyDeal mit voller Kraft bei der internationalen Expansion zu unterstützen (wie es zum Beispiel die Samwers bei Citydeal vorexerziert haben), machen die DailyDeal-Investoren offenbar lieber ihr eigenes Ding – und zwar jeder für sich.

Wie berichtet, bauen Oliver Jung und Klaus Hommels mit der Global Group Buying AG neben DailyDeal ein internationales Portofolio von Groupon-Klons auf. Dagegen wäre vielleicht noch nichts zu sagen. Schließlich sind Jung und Hommels erst nachträglich bei Daily Deal eingestiegen, und sicherlich spielte beim Einstieg vor allem das Kapital und weniger ihre Kontakte eine Rolle ;-)

Rebatenetworks

Heute wurde allerdings bekannt, dass auch die Seed-Investoren Stefan Glänzer und Michael Brehm parallel zu ihrem Daily Deal Engagement seit März Rebate Networks als internationales Netzwerk von Groupon-Klons aufgezogen haben. Und zwar mit DailyDeal-Knowhow u.a. im Technikbereich, wie sie auf ihrer Team-Seite ganz offen kommunizieren.

Profitiert Daily Deal von den Aktivitäten seiner Investoren?

Spannend wäre also zu wissen, inwiefern DailyDeal von den Aktivitäten seiner Seedinvestoren profitiert, zum Beispiel, ob und wieviele Anteile DailyDeal an Rebate Networks bzw. an der Global Group Buying AG hält.

Umtriebige Investoren mögen ja nichts Schlechtes sein, solange sie vor allem im Sinne des Unternehmens agieren. Aber so mancher Investor übertreibt es momentan. Und schon bei Brands4Friends kam es ja zu Reibereien und letztlich auch zum Bruch, als sich einzelne Investoren zunehmend auch bei anderen Shoppingclubs engagierten.

Davon abgesehen können bisher weder die Global Group Buying AG noch Rebate Networks mit irgendwelchen Exits glänzen. Am erfolgreichsten fuhr mit der internationalen Klon-Masche bisher Ottos eVenture Capital Partners, die bisher schon drei ihrer weltweiten Groupon-Klon-Investments an Groupon losschlagen konnten.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Live Shopping, Shopboerse

  1. Dailydeal bekommt von dem globalen Geschäft nichts ab

  2. DotCom-Blase 2.0 inc.

  3. Mit Blase hat das nichts zu tun. Im Gegenteil. Solche Modelle sind extreme Innovationsbeschleuniger.
    Ich halte die schnelle internationale Verbreitung erfolgsversprechender Konzepte investorenseitig – allzumal für europäische Investoren – durchaus für ein Zukunftsmodell, um den US-fixierten VCs etwas entgegenzusetzen.
    Nur sollten solche Modelle nicht auf dem Rücken einzelner Startups ausgetragen werden.

  4. Naja, da ich als damaliger DailyDeal-Praktikant von dieser Sache zumindest ahnen konnte (wenn auch eher zufaellig), kann ich dir mit an Ansicht grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass Fabian & Ferry hiervon fruehzeitig (vor mehr als einem halben Jahr!) bescheid wussten. Ich habe den Begriff „rebatenetworks“ jedenfalls zuerst ueber Fabian gehoert, nicht direkt von Michael Brehm etc..

  5. Ansicht = an Sicherheit
    die Konzentration…. ;)

  6. Umso mehr stellt sich die Frage, warum die Gründer da mitspielen.
    Rebate Networks beschränkt eindeutig die Daily Deal Wachstumschancen in anderen Ländern. Denn was Rebate Networks macht, ließe sich ja auch unter dem Dach von Daily Deal machen.

  7. Die Samwer-Brüder sind schlimmer als Michael Brehm und Stefan Glänzer. Die DailydealGründer wollten ihr Startup mit den Samwer-Brüdern gründen. Die Samwer-Brüder zeigten sich uninteressiert nach mehreren Pitches. Zwei Monate später haben die Samwer-Brüder dann unter eigener Ägide citydeal gelaucht.

  8. Als Venture Partner von Target Partners verhält sich Brehm auf jeden Fall nicht wie man es von einem seriösen VC erwartet, auch wenn Target Partners bei DailyDeal bzw. Renate Networks nicht dabei ist. Fuer mich faellt Brehm damit als seriöser Investor aus, wenn er die Internationalisierung ohne das Team macht.

  9. Es ist natürlich ein absolutes No-Go für Startups, wenn Angel-Investoren die Internationalisierung des b-models auf eigene Rechnung machen. Ich sehe da schon neue Passagen in künftige term sheets einfließen ;)
    Grundsätzlich aber sollte man hier nicht vergessen, dass es bei DD und CD zunächst vor allem darum ging, die Braut chic zu machen – und da war die internationale Verbreitung entscheidend. Nachdem CD hier ein enormes Tempo vorgelegt hat, kann man also von einer Art Grundsatzentscheidung im Frühjahr sprechen..
    Wer sich also immer gefragt hat, warum DD eher organisch und weniger radikal im Ausland gewachsen ist – nun hat er die Antwort.

  10. @Jochen: Die Zahlen, mit denen hantiert wird, die Menge an Investoren und die Ähnlichkeit der Geschäftskonzepte lässt mich vermuten, daß es nicht für jeden ein HappyEnd gibt. Ich jedenfalls fühle mich frapierend an die DotCom Krise erinnert, als es mehr Investoren als sinnvolle Konzepte gab und daher jeder VC in die Hand gedrückt bekam, der Word starten und Business-Concept schreiben konnten. Mit den bekannten Folgen.

  11. Wer sich die Länder anschaut in denen Rebate agiert wird sehen, dass für eine Internationalisierung von DD noch genügend Raum da ist. Insofern ist das Argument, RN würde DD an der Internationalisierung hindern schwachsinnig.
    DD wurde Ende Dezember gelauncht, das heißt die Investoren haben dort fleißig mitaufgebaut und dank deren Hilfe ist die Seite nun eine stabile nr 2 in Deutschland. Also auch das Argument, die Investoren würden DD nicht helfen: absoluter Schwachsinn.
    Dass Rebate Networks auf dem Rücken von DD ausgetragen wird und dass daran belegt wird, dass der CTO nun bei Rebate arbeitet, ist auch schwachsinnig. Dies zeigt eigentlich viel mehr die starke Kooperation von Rebate und DD, und natürlich haben beide Geschäftsführer Shares and Rebate.
    Im Übrigen gehören Brehm und Glänzer mit Abstand zu den fairsten und besten Investoren, die sich eine Firma wünschen kann.

  12. @Tom alles klar, das wollte ich ja nur wissen.
    @Dennis Rottler Das sind jetzt aber mindestens 10 Euro fürs Phrasenschwein, wenn nicht mehr :-)

  13. Gab es jemals ein Geschaeftsmodell bei dem es fuer jeden ein Happyend gab?!? Bezweifel ich doch stark… ;)

  14. @Jochen: Ach, daß Phrasenschwein kommt auch ganz gut ohne meine 10 EUR über die Runden ;-)
    @JohannQ: Seltsame Fragestellung. Das Internet beschleunigt und verdichtet die Konzepte, weil es in der Regel pro Branche eben nur ein Unternehmen benötigt: Neben Amazon gibt es schwerlich einen Platz für ein weiteres Buch-Unternehmen, daß auf den gleichen Pfaden wandelt. Für Nischen, z.B. einen gut sortierten Shop für Kunstliteratur mit hoher Reputation und redaktioneller Expertise gibt es sehr wohl ein Happy-End.
    Das soll nicht bedeuten, daß man Marktführer nicht vom Thron stossen oder Marktanteile auch erobern kann: Aber gerade in gefestigten Marktstrukturen braucht man einen Keil der selbige aufbricht. Das erreicht man, in dem man einfach mal grundsätzlich ein paar Dinge anders und besser macht, als der bisherige Primus.
    Mit langweiligen me-too Konzepten, die im Prinzip das gleiche bieten, was es sowieso schon gibt, nur in lila statt in grün verpackt gelingt das imho nicht.

  15. Hmmm. Naja, in manchen Märkten waren die RN-Investments aber first-mover, soweit ich weiss. Da ist das me-too dann nur eingeschränkt problematisch, denn die breite Öffentlichkeit dort kennt ja noch nicht mal Groupon.
    In der deutschen Wikipedia gibt’s z.B. immernoch keinen Artikel zu Groupon, der sich gegen die Löschanträge gehalten hätte. Obwohl es so ein schnell wachsendes Unternehmen ist. Und das sagt nicht alles, aber doch vieles über die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit insgesamt.

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