Tengelmann holt Tesco-Mann für seinen Online-Food-Service

Deutsche Supermärkte haben oftmals nicht ausreichend Fläche, um aus den Läden heraus einen effektiven Lieferservice aufzubauen. Das ist eine der Erkenntnisse von Pete Clifford, der von Tesco.com kommend seit kurzem das Online-Geschäft von Kaiser's Tengelmann leitet.

In seinen ersten drei Monaten bei Kaiser's Tengelmann hat er den deutschen Markt und das eigene Online-Angebot analysiert – und erfreulicherweise ein paar seiner Beobachtungen/Erkenntnisse in seinem sehenswerten Vortrag beim 1. Deutschen eFood-Kongress am Dienstag in Wiesbaden vorgestellt.

Bei Tesco geht man davon aus, dass sich ein Lieferdienst aus dem Laden heraus erst dann wirtschaftlich rechnet, wenn er mindestens drei Lieferfahrzeuge voll auslasten kann. Drei Fahrzeuge rentieren sich allerdings erst ab einer Ladenfläche von 1.000qm.

Und hier liegt das Dilemma. Denn deutsche Supermärkte haben oft nicht mehr als 1.200qm. Würde man von dieser Fläche aus vier, fünf oder sechs Fahrzeuge ausliefern lassen, so würden die dafür notwendigen Pickkräfte die reguläre Kundschaft beim Einkauf behindern.

Denn entgegen der allgemeinen Annahme seien das Nadelöhr im eFood-Segement nicht die ausliefernden Fahrer, sagte Clifford in Wiesbaden, sondern die Zahl der Pickkräfte pro Laden, die nicht selten 50 bis 70 Produkte pro Bestellung picken müssten.

Selbst Tesco ist bei seinen Superstores an Grenzen gestoßen und setzt inzwischen auf Dot Com Only Stores

Auch mit ein paar anderen eFood-Mythen räumte Pete Clifford in seinem Vortrag auf. So kaufen auch bei Kaiser's Tengelmann, das seinen Lieferservice in Berlin und München anbietet, zu 64% Frauen, ein guter Teil davon ist zwischen 30 und 60 Jahre alt. Und ein Hauptmotiv für den Online-Kauf ist, dass sie nicht so schwer schleppen wollen.

Pete Clifford berichtete auch von seinen Erfahrungen in Südkorea, wo der eFood-Markt ähnlich schwierig ist wie in Deutschland, wo es Tesco aber offenbar gelungen ist, Land zu gewinnen.

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Kategorien:Food

1 Antwort

  1. …da kann man noch einiges von eismann und bofrost lernen…es besteht kein grund warum die Auslieferfahrzeuge auch nicht als ‚Lager‘ benutzt werden sollten…das macht eismann und bofrost auch…
    …eine weitere Erkenntnis ist, dass der B2C Markt in UK gar nicht viel größer ist als in DE…Tesco macht von den 1,9mrd ’nur‘ 1,2mrd mit food, das macht bofrost allein mit Tiefkühlkost…

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