Media Saturn plant nun doch eine eigene Online-Marke

Wie spätestens nach der Verpflichtung von Home-of-Hardware-Gründer Martin Wild absehbar ("Saturn vs. Redcoon: Wer wird der Media Markt im Internet?") wollen Media Markt und Saturn nun doch schleunigst mit einer eigenen Online-Marke durchstarten:

"Am kommenden Freitag werden deshalb die Gesellschafter der Media-Saturn-Holding eine strategische Kehrtwende einläuten: Schluss mit der Stümperei. Wenn es intern nicht läuft, muss eine Lösung von außen her: Eine dritte Marke soll entstehen, ein eigenständiger Web-Shop, simpel und günstig, als interne Konkurrenz zu Media-Markt und Saturn, ohne dort angedockt zu werden.

Ein internetaffiner Unternehmer soll dafür verpflichtet werden, notfalls will ihn Media-Saturn mitsamt Laden vom Markt wegkaufen. Der Preis dafür scheint zweitrangig, Hauptsache, es geht rasch. „Lieber einfach und schnell als kompliziert und vielleicht nie“, bestätigt ein Sprecher der Familie Kellerhals dementsprechende Pläne. Und an den komplexen Media-Saturn-Auftritten kann trotzdem weiter gebastelt werden."

Kehrt bei Media Markt also doch noch Vernunft ein? Die FAZ berichtet heute ausführlich über den Machtkampf hinter den Kulissen ("Endlich ein Online-Shop: Media Markt kanns nicht online").

Gerade ist auch ein Insider-Report über Media Markt ("Wie blöd ist das Konzept wirklich?") in Buchform erschienen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Uncategorized

  1. Mit Martin Wild verfügt die MSH doch bereits über die nötige Brainware um etwas neues zu schaffen bzw. ein bestehendes Business zu übernehmen. Imho der richtige Weg, und wahrscheinlich auch der Nachhaltigste.
    Find ich gut, und davor ziehe ich meinen Hut.
    LG, Sebastian
    (ob MSH Manager auch diesen Blog lesen?)

  2. Laut Futurezone will die Media-Saturn Gruppe angeblich Redcoon kaufen: http://www.futurezone.at/stories/1666010/

  3. Ja, das Gerücht hält sich in der Branche schon seit längerem hartnäckig. Und dürfte in jedem Fall teuer werden für MSH.

  4. Die Frage ist eher, wofuer die Top-Manager bei MSH ihre viele Kohle kriegen, wenn sie solange brauchen, um das absolut naheliegendste zu machen. Naja, besser spaet als nie.

  5. Ganz einfach: Manager tun, was Manager tun. Und Unternehmer tun, was Unternehmer tun :-)

  6. Wie im FAZ Artikel angesprochen sind aber einige Probleme dann immer noch nicht gelöst: z.B. „Wie verträgt sich das mit einem einheitlichen Online-Auftritt mit einheitlichen Preisen? Wie wird intern verrechnet, wenn im Netz gekaufte Ware im Markt repariert oder umgetauscht wird?“
    Die vertrackte Organisationsstruktur mit den autarken Geschäftsführern vor Ort wird weiter für Konflikte sorgen, da ein dann erfolgreicher MSH-Onlinestore den lokalen Märkte Marktanteile wegnimmt. Wie soll das denn dann verrechnet werden, selbst wenn sich die Geschäftsführer an der Online-Company beteiligen.
    Auch bemerkenswert, dass McKinsey an diesem Case (mit ihrer schwachsinnigen Lösung) „gescheitert“ ist. Das Problem ist hier so grundlegend, dass es – bedingt durch die Organisationsstruktur von MSH – langfristig das Unternehmen in seiner Existenz gefährdet.

  7. Warum? Der FAZ-Artikel sagt eindeutig, geplant ist eine eigenständige Zweitmarke, die unabhängig operieren kann – und parallel dazu wird der integrierte Saturn-Shop vorangetrieben.
    Warum sollten die Geschäftsführer dann auch noch an der Online-Company beteiligt werden? Die neue Online-Initiative ist ja genau dazu da, den Besitzstandswahrern ein bisschen Dampf zu machen.

  8. Im FAZ-Artikel hieß es dazu:
    „Um solche Konflikte zu dämpfen und die Geschäftsführer vor Ort für die Idee mit der dritten Marke zu gewinnen, schlägt Media-Markt-Gründer Kellerhals deshalb vor, dass die Kaufleute sich an der neuen Firma ebenfalls beteiligen können – dann verdienen sie mit im Internet. Vorausgesetzt, der nächste Versuch klappt.“
    …daher meine Anmerkung. Eine dritte Marke unter dem MSH-Dach macht den Ladengeschäften Konkurrenz; mal sehen, wie sie dieses Problem lösen wollen. Vllt. mal BCG oder Bain fragen, vielleicht fällt denen was besseres ein *prust*

  9. okay, mein Fehler. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken … Danke Dir.

  10. Anekdotische Diskussionen über Kannibalisierungseffekte sind keine guten Entscheidungsgrundlagen:
    Wissenschaftlichen Untersuchungen nach (Nachzulesen bei Hendrick Schröder: Multichannel Retailing) informieren sich 6% der Mehrkanalkunden online und kaufen dann offline und nur 2% andersrum…Will sagen online bringt auch Kunden in die Brick & Mortar Stores…
    Ich denke die lokalen GF müssten sich mehr vor einer dritten Marke fürchten als vor einem Onlineshop, das unter der Flagge von MSH läuft…

  11. @Oli MSH hat gar keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen, denn sonst werden sie den Umsatz einfach komplett konzernfremd verlieren. Mit einer Webmarke koennen sie den Umsatz wenigstens noch im Konzern halten. Und was liegt da naeher, als die Lokalfuersten an dem Online-Unternehmen zu beteiligen. Tun sie es, bekommen sie ein Stueck vom Kuchen ab, tun sie’s nicht, verlieren sie einfach nur ihren Umsatz ohne Kompensation. Bei MSH und zwar in der gesamten Organisation muss man begreifen, dass es zu diesem Weg keine Alternative gibt. Stationaer ist kein Wachstum mehr zu erwarten und online machen das Geschaeft zur Zeit andere und die wachsen ziemlich gut.

  12. stimmt, man müsste meinen, das Mediamarkt/Saturn es irgendwann kapieren, dass ein ecommerce Angebot schlicht & ergreifend notwendig.
    andererseits: man müsste auch meinen, dass die katholische kirche lernfähig ist.
    wird ein interessantes Rennen: schafft die katholische kirche das Zölibat ab oder launcht Mediamarkt einen ordentlichen Online shop?

  13. Der Vergleich hinkt. Die katholische Kirche wird auch ohne die Abschaffung des Zölibat in 10 Jahren noch existieren. Bei MSH waere ich mir da ohne eCommerce nicht ganz so sicher. :-)

  14. Im Bereich Internationalisierung kann man der MSH nichts vormachen. Da sind die unschlagbar.
    Bzw. die komplette Metro Group. Von daher, Deutschland ist nur ein Land aber eben auch nur ein einziges Land.
    Deswegen E-Commerce ist ein Must. Aber auch in anderen Märkten (Ländern) gibt es sicherlich auch in den stationären Läden Wachstumspotenzial.
    Von daher, die MSH ist ein Schlachstschiff, welches richtig gelenkt werden sollte.
    Die Anforderungen an den stationären Handel sind andere als im E-Commerce.
    Mit Martin Wild wurde imho die richtige Personalie für den E-Commerce gewählt. Man kann gespannt abwarten, auf das, was jetzt kommt.
    LG, Sebastian

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