Redcoon-Exit: Media Saturn ist für Redcoon nur eine Option

Der schnelle Einstieg in den E-Commerce dürfte für die Media Saturn Gruppe teuer werden. Erstmals äußert sich einer der drei Redcoon-Gesellschafter zu den Verkaufsabsichten:

"Hannes Majdic bestätigt fortgeschrittene Verhandlungen: „Wir wären schlecht beraten, die einmalige Chance nicht zu ergreifen.“

Redcoon

Noch im März könnte es so weit sein. Wobei der Händler betont, dass nebst Media-Saturn noch weitere Interessenten im Rennen seien: „Wir haben ein Unternehmen damit beauftragt, das Redcoon weltweit für uns anbietet.“

Der Kärntner Elektrohändler hält gemeinsam mit zwei anderen Gesellschaftern (darunter Geschäftsführer Reiner Heckel) direkt ein Viertel der Anteile.

De facto kontrolliert seit dem Abgang eines weiteren Teilhabers, dessen Anteile an Redcoon zurückwanderten, jeder der drei ein Drittel des Unternehmens."

Die Media Saturn Holding will laut FAZ am Freitag über die Online-Strategie entscheiden. Hannes Majdic war 2009 bei Redcoon eingestiegen.

Redcoon soll zuletzt europaweite Umsätze von 400 Mio. Euro erzielt haben.

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Kategorien:Shopboerse

14 replies

  1. Interessant! Auf was schätzt ihr den Kaufpreis? Welcher Umsatz-Multiple ist angemessen?
    Redcoon ist ja allemal mehr wert als Brands4Friends.
    Ich sage: 300 Mio. €. Alles andere wäre für einen Player wie Media Saturn bzw. die Metro Group lächerlich.

  2. Allerdings ist zu beachten das in diesem Geschäftsbereich so gut wie keine Marge machbar ist. Deshalb würde ich einen ganzen Jahresumsatz doch als deutlich zu hoch einschätzen.

  3. @Jochen: Halten die drei jetzt zusammen ein Viertel oder jeder ein Drittel?

  4. Josh:
    Ganz einfach: Ursprünglich haben vier Geselllschafter jeder 25% gehalten. Dann ist einer ausgestiegen, und der hat seine 25% an die redcoon GmbH als juristische Person abgegeben. Da aber die restlichen drei jeweils ein Drittel an der redcoon GmbH halten, hält somit jeder ein Drittel an redcoon insgesamt.

  5. Angesichts des positiven Marktumfelds und der Tatsache, dass die MSH sicher nicht der einzige Interessent ist, wird redcoon locker für einen Jahresumsatz (ich würde aber sogar das 1,5 fache tippen) über den Tisch gehen.
    Bei einem Jahresumsatz (2008) von € 19 Mrd. und Werbeausgaben von alleine € 500 Mio. (Quelle Wikipedia) sollte eine Akquisition eines relative starken Online-Players für geschätzte 500 Mio. sehr gut drin sein.
    Schöne Grüße an die redcoon Gründer.

  6. Was ist denn an einem Marktumfeld so positiv, in dem beim Verkauf nichts übrig bleibt weil die Konkurenz dermaßen stark ist?
    Wenn man jetzt mal davon ausgeht, das eine Umsatzrendite von 5% übrigbleibt, denke eher das es deutlich weniger ist, wäre nach betriebswirtschaftlicher Berechnung ein Kaufpreis von 200 mio eher angebracht.
    Es kann gut sein das Media-Saturn aus Verzweifelung deutlich mehr zahlt, aber dann haben die Gründer einfach mal richtig Glück gehabt.

  7. So isses. Es waere vielleicht deutlich billiger, selbst ne Webmarke aufzubauen, aber das braucht Zeit. Wenn man sofort ganz vorn mitspielen will, muss man halt einen grossen Player kaufen und da ist die Auswahl einfach mal nicht so gross, was am Ende dazu fuehren koennte, dass man ueber Wert bezahlt. Aber so ist das eben, wer zu spaet kommt, zahlt mehr.

  8. Die Umsatzrendite von redcoon beträgt ca. 1%. Wenn redcoon also für 500 Millionen Euro an MSH geht, dann wäre das ein Gewinn-Multiple von > 100. Hut ab vor Reiner Heckel, der vermutlich einen Erfolg wie kein anderer MSHler je hinlegen wird.

  9. >Gewinn-Multiple von > 100
    Es wird hoechste Zeit, dass in der Bewertung ueberall wieder auf Umsatz-Multible umgestellt wird. Bei Wachstums-Firmen ist das so. :-)

  10. Ok, bei 1% wäre also eigentlich folgende konventionelle Rechnung anzusetzen:
    400 mio * 1% = 4 mio die als Gewinn übrig bleiben. Wenn man jetzt mal von einem 12 fachen Jahresgewinn als Firmenwert ausgeht, sind es gerade mal 48 mio.
    Auch wenn ich unter Druck stehen würde, das zehnfache eines realistischen Wertes würde ich nie zahlen.
    Aber, es gilt ja immernoch das Angebot und Nachfrage Prinzip.

  11. Vielleicht zur Orientierung: Notebooksbilliger hat kürzlich seinen Jahresabschluss für 2009 veröffentlicht:
    2009 betrug der Jahresüberschuss 9,1 Mio. €
    (bei einem Umsatz von 223 Mio. €),
    2008 betrug der Jahresüberschuss 13,2 Mio. €
    (bei einem Umsatz von 222 Mio. €)

  12. Ist da’n Tippfehler drin? Umsatz nicht gesteigert, aber Gewinn verringert? Trotzdem 5% Marge ist ziemlich gut fuer einen Hardware-Haendler. Das koennte bei RC genauso und besser sein, weil die auch viel „weisse Ware“ im Angebot haben, wo die Margen imho etwas besser sind als bei Computer-Hardware.

  13. „Hannes Majdic war 2009 bei Redcoon eingestiegen.“
    Unfug. Majdic war – über einen Treuhänder – einer der Gründungsgesellschafter von Redcoon.

  14. Stimmt, das war inzwischen auch dem ein oder anderen Artikel zu entnehmen, bis dahin aber leider keine öffentlich belegbare Information. Aber danke für den Hinweis!

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