Swoopo meldet Insolvenz an

Nicht ganz unerwartet hat Swoopo gestern beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet.

Swoopo war von Beginn an Investors Liebling – und der Auslöser für den weltweiten Penny Auction Boom, konnte mit seinen Bezahlauktionen zwar viele Neukunden locken, diese aber kaum in Stammkunden wandeln.

Die Insolvenz kommt just in dem Moment, da Sevensnap loslegen will und laut Pressemitteilung "in Sachen Transparenz und Fairness neue Maßstäbe für den gesamten Entertainment-Shopping Bereich definieren" will.

Im Gegensatz zu Swoopo setzt Sevensnap wie zuvor schon Luupo, Rabattschlacht und andere auf fallende Preise – mit den bekannten Vor- und Nachteilen.

Eines der spannendsten Modelle in diesem Segment hat Spreadbooster entwickelt, das allerdings keine Nachfolger gefunden hat.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Live Shopping, Shopboerse

16 replies

  1. Zitat:
    „Swoopo war von Beginn an Investors Liebling – und der Auslöser für den weltweiten Penny Auction Boom, konnte mit seinen Bezahlauktionen zwar viele Neukunden locken, diese aber kaum in Stammkunden wandeln.“
    Das ist absolut falsch, woher sollten die mehr als 20 Millionen Euro Umsatz stammen.
    Schau mal hier, Jochen:
    http://forum.chip.de/schnaeppchen/bietertreff-swoopo-co-1291569-page397.html

  2. Nicht schade um Telebid/Swoopo, obwohl ich mich schon frage, wie man mit so nem System pleite gehen kann. Gab in letzter Zeit viele, die Flatscreens für 2 EUR ergattert haben?
    Es gab Zeiten, da haben Leute für nen 1099€ LCD Fernseher 535 € geboten, bei nem Preis je Gebot von 0,50€ und Gebotssprügen von 0,1€ – also 535/0,1*0,5 = bezahlt 2675€ für nen Fernseher der EK 810€ kostet. Wie kann man da insolvent gehen?
    Wäre schon interessant zu erfahren, ob da niemals von Seiten Telebid mitgeboten wurde. Könnten sich da mal Insider äußern? Ich hatte da immer ein schlechtes Gefühl.
    Bin ich jetzt auch Gläubiger, weil ich noch ein uralt Bietguthaben hatte?

  3. Hatte in meiner Rechnung den Auktionspreis vergessen. Die Einnahmen waren also noch deutlich besser.
    Es gab Zeiten, da haben Leute für nen 1099€ LCD Fernseher 535 € geboten, bei nem Preis je Gebot von 0,50€ und Gebotssprügen von 0,1€ – also 535/0,1*0,5 = durch Gebote bezahlt 2675€ plus Auktionspreis 535€ = 3210€ für nen Fernseher der EK 810€ kostet.

  4. @Uwe: Deine Rechnung zeigt sehr schön, wieso so ein blödes Geschäftsmodell langfristig nicht funktionieren kann.
    Dazu ist unser schönes marktwirtschaftliches System einfach zu effizient ;)

  5. Ich fuerchte, am Ende waren es einfach zu wenige Kunden, fuer die die Sache funktioniert hat. Denn ich wette jedem der da ein Schnaepcchen gemacht hat, standen 10 gegenueber, die einfach nur gezahlt und nichts bekommen haben. Und wer da 1-2x leer ausgegangen ist, obwohl er haeftig „geboten“ hat, kommt i.d.R. nicht wieder. Und deswegen ist die Aussage komplett richtig, dass es nicht gelungen ist, aus Neukunden, Stammkunden zu machen. Kommen dann noch halbseidene Praktiken dazu oder zumindest das Gerede darueber, ist der Ofen gleich aus.

  6. Okay, vielleicht in der Form unglücklich formuliert. Aber genau das war gemeint. Mit verprellten Kunden/Nutzern lässt sich einfach kein dauerhaftes Geschäft aufbauen.

  7. „Okay, vielleicht in der Form unglücklich formuliert. Aber genau das war gemeint. Mit verprellten Kunden/Nutzern lässt sich einfach kein dauerhaftes Geschäft aufbauen.“
    Achso, deswegen gibt es ja auch nur so wenige Spielhallen … LOL

  8. und Lottoannahmestellen … Dennoch ist es was anderes. Bei Spielhallen weiß der Spieler, wann das Spiel zu Ende ist. Bei Swoopo verzögert sich das immer weiter, denn jedes Mal, wenn jemand bietet, beginnt die Zeit von vorn.

  9. I am the founder of http://pennyauctionwatch.com and I and many bidders, are looking to find out where Swoopo went. If anyone can confirm this and send more information please contact me admin at pennyauctionwatch.com Thank you

  10. Letzendlich sind auch viele andere auf den Zug raufgesprungen. Wohl ähnlich, wie es bei den Ankaufplattformen der Fall ist momentan.
    Die Leute sind auch schlauer geworden. Das Geld sitzt nichtmehr so locker und der Zweifel, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht, war wohl auch vorhanden.
    Ich jedenfalls trauere diesen Plattformen nicht hinterher. – Ich gehe davon aus, dass dort nahe Unsummen an Venture Capital „verbraten“ wurden. Dann in die Insolvenz zu gehen ist schon komisch.

  11. Fazit: Man kann einige immer reinlegen und alle manchmal. Aber man kann nicht alle immer reinlegen. Daher konnte das „Geschäftsmodell“ nicht aufgehen. Und das ist gut so!!

  12. Insolvenzfälle „Swoopo“ und „DealStreet“ – Futuretrend44.de kündigt Hilfe für geprellte Nutzer an
    Gefunden auf: http://newstopaktuell.wordpress.com/

  13. Das Geschäftsmodell ist wohl in einer Grauzone zwischen Geschicklichkeitsspiel und Glücksspiel anzusiedeln und bewegt sich am Rand der Legalität.
    Immerhin wurde das sehr ähnliche Pay-per-bid Geschäftsmodell von Luupo durch ein bayrisches Gericht im letzten Jahr verboten:
    http://www.deutsche-startups.de/2010/07/19/luupo-schon-wieder-offline-freistaat-bayern-untersagt-betrieb/
    Ich würde mich nicht wundern, wenn weitere in Deutschland ansässige Anbieter wie Madbid oder Snipster auch irgend wann mal als illegal eingestuft werden.
    Bid Rivals macht es sich ja auf Malta bequem…

  14. @User:
    Das ist ja mit das lächerlichste, was ich in Zusammenhang mit Swoopo gelesen habe. Eine Einzelfirma will also die Insolvenzmasse von Swoopo und DealStreet übernehmen und alle Gläubiger auszahlen. Vielleicht erst einmal das eigene Geld zusammenkratzen, um eine GmbH zu gründen?
    @M. Schaf:
    Madbid sitzt in UK und nicht in Deutschland. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass das Geschäftsmodell einmal rechtliche Probleme bekommt. Swoopo war seit 2005 am Markt und hat ja Millionen Nutzer durchgeschleust. Das Geschäftsmodell war also hinreichend etabliert und bekannt und im TV vertreten usw.
    Wenn es hier mal Probleme geben würde, dann hätten sämtliche Call-In-TV-Formate auch ein ganz erhebliches Problem. Daran hängen wieder zig tausend Arbeitsplätze. Gerade mit der Lockerung des Glücksspielstaatsvertrages dürfte die Entwicklung eher in eine andere Richtung gehen, nämlich dass der Staat seinen erwachsenen Bürgern wieder etwas mehr Selbstbestimmung einräumt.
    Und übrigens:
    Sevensnap http://www.sevensnap.de versucht gerade [edit] das Luupo-Modell noch einmal umzusetzen. Allerdings mit deutlich höheren Einsätzen von über 80 Cent pro Einsatz. Wenn, dann kriegen die erst einmal richtige Probleme.

  15. Ich finde das Modell eigentlich ganz witzig und zocke selbst ab und an mit kleinen Beträgen hier und da mit. Meist mit Verlust, aber was soll´s. Ist mir der Spass wert. :-)
    Es gibt sogar schon zwei Bidfight Alternativen. Für Madbid und Snipster das Auktionsmonitor Analyse Tool: http://auktionsmonitor.netai.net/tool
    Und für ewoopy bidconnection.de.

  16. Für alle Interessierten ist der Auktionsmonitor neuerdings unter http://auktionsmonitor.3owl.com erreichbar. Es ist mittlerweile ein Treffpunkt für Einsteiger als auch Powerbieter geworden, die mit einander chatten können.

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