Otto will Ende Juli erste Details zu Fusionsplänen nennen

Nach dem eher knappen Statement der Presseabteilung hat sich in der vergangenen Woche erstmals auch der Konzernchef Hans-Otto Schrader zum Otto-Rettungs-Zukunftsprogramm "Fokus" geäußert.

Bei der angedachten Fusion/Neuausrichtung der Versender Otto, Schwab und Baur gehe es darum, "die Stärken unserer Marke Otto weiter auszubauen, die für immerhin 17% des Konzernumsatzes steht", sagte er in einem ausführlichen Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

Otto

Doppelte Stellen sollen im Rahmen des Programms gestrichen werden. Ende Juli will Schrader laut Interview konkrete Angaben machen, ob und wieviele Beschäftigte gehen müssen und welche Auswirkungen dies auf die jeweiligen Standorte habe.

Otto agiere, so betonte der Konzernchef, "aus einer Position der Stärke heraus". Und er bedauere es, den Beschäftigten auf der Betriebsversammlung nicht zunächst für die Online-Erfolge gedankt zu haben, "bevor wir über das neue Projekt Fokus sprachen".

Baur

Für die Otto-Mitarbeiter ist es die zweite Restrukturierung innerhalb kurzer Zeit. Schon 2011 waren speziell die Onliner bei Otto alles andere als glücklich, als sie den Einkaufsteams zugeordnet wurden. Während einige E-Commerce-Mitarbeiter dies als Schwächung empfanden, verkaufte es die Geschäftsführung als Stärkung.

Dass Otto im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht nur im E-Commerce, sondern auch insgesamt Marktanteile verloren hat, will der Otto-Chef relativiert wissen. Für Otto liege die Latte tiefer: "Sie sollten uns nicht mit dem Gesamtmarkt, sondern mit der Entwicklung im Modebereich vergleichen, da dieses Segment den größten Teil des Umsatzes von Otto ausmacht", sagte er. Da sähen die Zahlen "schon ganz anders aus."

Ottoentwicklung

Otto sieht sich als "größter Online-Händler für Mode und Lifestyle in Deutschland", hat in diesem Bereich allerdings inzwischen ein erhebliches Imageproblem ("Zalando ist der Liebling der Mode-Marken").

Für die Otto-PR wird es deshalb zusehends schwieriger, Benchmarks zu finden, die den Versender noch gut aussehen lassen. Momentan meidet Otto den (Online-)Wettbewerb und ist mit dem Stammgeschäft auf dem Weg in die Nische.

Speziell die Kernfrage, wie der finale Schritt von Katalog auf Online erfolgen soll, bleibt weiter offen. Eventuell bringt das Fokus-Programm hier eine Antwort.

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