Wie Amazon die Buchbranche als Publisher aufmischt

von Matthias Hell

Wie das Beispiel buch & netz und andere neue Verlagsmodelle zeigen, sind es vor allem Quereinsteiger, die der Buchbranche neue Impulse geben. Dazu passt die aktive Rolle, die Amazon als Online-Händler auch zunehmend im Verlagswesen spielt.

Zuletzt hat Amazon den alteingessenen Buchverlag Avalon übernommen und sich so die Rechte an über 3.000 Buchtiteln aus den Kategorien Romance, Mystery und Western gesichert, die Amazon künftig sowohl als Printausgabe wie auch als eBook anbieten will.

Amazonpublishing

Für Amazon ist der Erwerb der Avalon-Rechte nur der letzte Schritt beim Aufbau eines mittlerweile recht imposanten Publishing-Netzwerks (via):

  • Unter der Ägide des im Mai 2011 zu Amazon gewechselten Verlagsmanagers Larry Kirshbaum ("Amazon's Hit Man") ist mit New Harvest zudem ein Verlagsangebot im Entstehen, das in Zusammenarbeit mit Houghton Mifflin Harcourt auch eigene Print-Ausgaben plant.

Zusätzlich zu den Amazon-Imprints hat der Onlinehändler in den letzten Jahren zudem eine Reihe von Publishing-Diensten gestartet, die sich auf innovative Weise mit den neuen digitalen Möglichkeiten auseinandersetzen:

  • die Selfpublishing-Angebote: die Amazon-Tochter CreateSpace (mit Schwerpunkt auf Print-On-Demand) sowie Kindle Direct Publishing (eBooks für Kindle und viele andere digitale Formate)
  • die Kindle Singles: Das Single-Konzept bietet Autoren ein neues, den eBook-Lesegewohnheiten entgegenkommendes Format für Texte und Geschichten, die zwischen der Länge eines Magazinartikels und einem konventionellen Buch liegt.
  • Seth Godin’s Domino Project: ein auf 12 Veröffentlichungen beschränktes Experiment, Texte ohne klassische Verlagsstrukturen und im Rahmen eines Community-zentrierten Modells zu veröffentlichen (mehr dazu hier)
  • Shelfari und LibraryThing, die dem User das Anlegen eines digitalen Bücher-Archivs inklusive Social Community-Funktionen ermöglicht.

Schließlich zählt auch das Amazon-Tablet Kindle Fire zu den möglichen Impulsgebern für die Verlagswelt von morgen. Denn während sich die ersten Kindle-Varianten noch auf die reine eBook-Lesefunktion beschränkten, wurde mit dem Kindle Fire der Startschuss für eine eigene Plattform gegeben.

Kindlefire

Amazon ist zwar nicht per se ein Treiber des Wandels auf dem Weg in die Publishing-Zukunft, doch ist das Unternehmen bestens positioniert, um bei allen kommenden Veränderungen ganz vorne dabei zu sein.

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Kategorien:Uncategorized

1 Antwort

  1. Erwähnen könnte man auch noch die Amazon-Tochter Audible, die im Hörbuch-Markt führend ist. Das hier gehört auch dazu: http://www.acx.com/

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