Buchwoche: „We think of publishing as a network effect of value“

von Matthias Hell

„We think of publishing as a network effect of value: Each book you add is not just one more book, but this increased network of information you have on one subject area.”

Bob Pritchett, Chef des amerikanischen Bibelstudien-Verlags Logos. Der Spartenverlag beweist, dass Innovationen gerade in den Nischen der Publishing-Branche blühen. Logos setzt schwerpunktmäßig auf den Direktvertrieb und verkauft seine Bücher größtenteils über den eigenen Onlineshop. Taggings, Verlinkungen und Datenbank-Tools machen aus den einzelnen Titeln ein komplettes Content-Netzwerk. (via oreilly.com)

Neue Vertriebsmodelle

"We're focusing on retailing topics this month at TOC, and when it comes to digital sales, one of a publisher's highest priorities should be building a strong direct channel."

O'Reilly hatte in seiner TOC ("Tools of Change for Publishers") Serie im Juni einen Direktvertriebsschwerpunkt

OR Books: Für John Oakes, Gründer des jungen US-Publishers OR Books, bietet der Direktvertrieb durch Verlage die Chance, den Platzhirschen Amazon aus der Publishing-Wertschöpfungskette zu verdrängen. Zudem biete der Direktverkauf den Verlagen die Möglichkeit, eine engere Bindung zwischen Autoren und Lesern zu knüpfen. (via Publishers Weekly)

De Gruyter: Im Wissenschaftsbereich ist der Direktvertrieb bereits Standard. De Gruyter startet hier nun ein bedarfsgerechtes Modell für das Online-Abonnement von Fachzeitschriften. Neben dem Einzelabonnement können De Gruyter-Kunden künftig auch Themenpakete bzw. individuell zusammengestellte Zeitschriften-Pakete beziehen. (via Börsenblatt)

Neue Erzählformen

"Every piece of fan fiction is an ad for my book. What kind of idiot would I be to want that to disappear?"

Fanfiction: Der Science Fiction-Autor Orson Scott Car erklärt im Wallstreet Journal, warum er heute entspannt mit der Weiterverarbeitung seiner Buchmotive durch literarische „Laien“ umgeht. Im Gefolge der Hausfrauen-Erotik von E.L. James‘ „Fifty Shades“ trifft Fanfiction auf immer größere Resonanz und hat auch bereits das Interesse großer Medienkonzerne geweckt. (via WSJ)

Auch bei Pottermore, dem Web-Portal von Harry Potter-Autorin J.K. Rowling spielt Fanfiction eine wichtige Rolle. Dass sich darauf aufbauend Geschäftsmodelle entwickeln lassen, zeigt Pottermore gerade in Japan mit dem exklusiven eBook-Verkauf der Harry Potter-Saga. (Pressemitteilung)

Struktureller Wandel

Rakuten: Der E-Commerce-Riese aus Fernost integriert in Japan erstmals die Services des 2011 übernommenen eBook-Unternehmens Kobo in seine Plattform – und sorgt so für Synergien in beide Richtungen: Der Rakuten-Marktplatz wird um ein attraktives Medienangebot erweitert, während eBook-Kunden in die Shopping-Infrastruktur von Rakuten eingebunden werden. (Pressemitteilung)

Google: Nicht nur Rakuten, auch Google orientiert sich an der Hardware-plus-Plattform Strategie von Amazon. Mit dem Nexus 7 bringt Google noch in diesem Monat ein eigenes Medien-Tablet auf den Markt und übernimmt auch in seinem Onlinestore Google Play viele bewährte Elemente von Amazon. (via Publishers Weekly)

Buchhandel im Umbruch

Thalia startet auf dem österreichischen Markt ein Experiment nach dem Motto “Zwei Kranke machen einen Gesunden”: Der Wiener Flagship-Store des unter Druck geratenen Buchhändlers beherbergt nun einen Shop-in-Shop der Elektronikkette DiTech. Dass sich die Elektrobranche heute im Retail ebenso schwer tut, scheint niemanden zu stören. (via be24.at)

Paulo Coelho, brasilianischer Bestsellerautor und Online-Vordenker, appelliert an den Fortschrittsglauben und macht der Buchindustrie weiter Dampf (via Zeit)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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