Buchwoche: „The iOS platform invites a reinvention of the e-book”

von Matthias Hell

„…printed on the urban camouflage design were the words datou amazon (Destroy Amazon!). Jaws dropped.”

Publishing Perspectives berichtet über ein symbolträchtiges T-Shirt, das Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani dem Chef des japanischen Großverlags Kodansha auf der eBook-Messe in Tokio überreichte. Rakuten signalisierte damit seine Ambitionen, mit Hilfe seines partnerschaftlichen Modells Amazon auch im Buchbereich Konkurrenz zu machen – zumindest für den japanischen Markt werden dem E-Commerce-Konzern dabei gute Chancen eingeräumt.

Neue Vertriebsmodelle

PaperC: Die Leipziger eBook-Plattform plant den Start einer Flatrate für Fach- und Lehrbücher. Obwohl das Unternehmen bereits seit 2008 existiert, sucht PaperC über die Crowdinvesting-Plattform Innovestment jetzt nach neuem Kapital – um Entwicklungskosten zu schultern, aber auch aus Marketing-Gründen. (via Netzwertig)

Digitale Imprints: Penguin, HarperCollins, Random House – fast alle angelsächsischen Großverlage verfügen inzwischen über eigene digitale Verlagsreihen und nutzen diese zu Experimenten mit Formaten, Genres und Preisgestaltung. Einen guten Überblick über die digitalen Imprints liefert Publishers Weekly.

Neue Erzählformen

Wiki-Reiseführer: Mit Wikitravel und Wikivoyage existieren gleich zwei Online-Reiseführer nach dem Wiki-Prinzip. Nun sollen diese unter dem Dach der Wikimedia-Stiftung zusammengelegt werden, was in der Reiseführer-Branche für Aufregung sorgt. (via Buchreport)

Open Air Publishing: Speziell auf iPad und iPhone zugeschnittene interaktive Ratgeber sind das Metier von Open Air Publishing. Den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde nutzt Gründer Jon Feldman, um sein Verlagskonzept zu erläutern:

„The iOS platform invites a reinvention of the e-book, and Open Air Publishing is building tools and processes to define the publishing/studio hybrid model needed to make true e-book content.”

Chance oder Kulturverfall? Verlage erhalten durch eBooks erweiterte Einblicke in das Leseverhalten. Mit der Frage, was das für die „Literaturproduktion im Netzzeitalter“ bedeutet, beschäftigt sich die taz.

Struktureller Wandel

Author Solutions: Nach der Devise „If you can't beat 'em, join 'em“ übernimmt der Verlagskonzern Pearson den Self Publishing-Anbieter Author Solutions für 116 Millionen Dollar. Author Solutions soll der Pearson-Tochter Penguin künftig als eine Art Verlagslabor dienen. (via The Bookseller)

Dass Penguin von dem Self Publishing-Service tatsächlich einiges lernen könnte, verdeutlicht ein aktuelles Interview mit Keith Ogorek, dem Marketing-Chef von Author Solutions. Gegenüber Publishing Perspectives bekräftigt Ogorek das Autoren-zentrierte Self Publishing-Modell:

„While everyone won’t be successful, everyone will have the opportunity to be successful. And that in itself is something that I think is worth talking about.”

Buchhandel im Umbruch

Thalia will den Sortimentsbereich Spiele und Spielwaren ausbauen und startet dafür eine Zusammenarbeit mit der US-Kette Toys“R“Us. Kommentatoren sehen darin eine „Kapitulation auf Raten“. (via Wirtschaftswoche)

Auch die Mayersche Buchhandlung folgt dem Trend zum Rückbau: In Köln hat das Unternehmen nun seine 4000-qm Filiale an der Schilderstraße geschlossen. (via Buchreport)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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