StyleOn stürzt mit Neckermann in die Insolvenz

StyleOn konnte die Zahlungsausfälle durch die Neckermann-Pleite nun doch nicht mehr verkraften und hat bereits am 7. August Insolvenz angemeldet ("Neckermann zieht StyleOn.de mit in die Insolvenz):

Styleon

"Die Verkäufe liefen zwar gut, doch weil die Zahlungsabwicklung mit den Endkunden über Neckermann.de erfolgte, konnte eLogistic nicht mehr auf die vereinnahmten Kundengelder zugreifen, als Neckermann plötzlich Insolvenz anmeldete."

Während für Neckermann kaum noch Hoffnung besteht, dürfte StyleOn als einer der Top 500 Shops für so manchen Kapitalgeber/Online-Händler durchaus attraktiv sein.

Offen ist ebenfalls, wer sich die Neckermann-Tochter HappySize schnappt.

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Kategorien:Shopboerse

  1. Die Insolvenz war doch vorher absehbar, wie kann es dann sein das man nicht frühzeitig den Absprung schafft und sich von dieser Abhängigkeit etwas frei macht?

  2. Nein, in dem Fall war die Insolvenz zu dem Zeitpunkt leider nicht absehbar. Alle gingen ja davon aus, dass Neckermann die Strategiewende vollziehen kann. Doch der Betriebsrat stellte sich quer.
    Interessierte können das gerne in den weiterführenden Links (siehe oben) nachlesen.

  3. Ok, vielleicht war es falsch ausgedrückt, es war schon länger bekannt das es Neckermann nicht gerade gut geht. Daher frage ich mich, ob da nicht evtl. auch etwas geschlafen wurde, wenn man so abhängig von Neckermann ist…

  4. gut, würde ich normalerweise auch so sehen, aber dann dürften alle Lieferanten und Markplatzpartner schon heute alle Katalogversender nur noch gegen Vorkasse beliefern ;)

  5. es ist ja so das man die Unternehmen noch beliefern kann, nur wenn man so abhängig ist, dann muß es drei mal prüfen.
    Ich würde sagen, Otte z.B. kann man durchaus noch beliefern. Da wird nicht so schnell dicht gemacht, zumal nicht irgendein Investor dahinter steckt, sondern eine finanziell gut aufgestellte und konstante Familie.

  6. Sehr schade für StyleOn. Hoffentlich finden die Investoren.
    P.S.: Gibt es das Projekt der Top500 Shops noch? Und wie hat sich dort das Verhältnis entwickelt?

  7. Ja, das Projekt gibt es jetzt quasi als K5 Konferenz (für die Top 500 Shops)

  8. Ich fand die Umsatzgrenze damals recht niedrig angesetzt. Ab wann gilt heute denn ein Shop als Top500?
    .. habs gerade nachgelsen, 1 Million / Anno

  9. ja, aber auch das ist nur ein Pi mal Daumen Wert. Ich gehe davon aus, dass die Schwelle mittlerweile höher liegt, aber auch bei 1 Mio. Euro muss man schon ziemlich professionell unterwegs sein.

  10. Für mich ist das dahingehend interessant, da wir gerade an dieser Schwelle knabbern und vermutlich dieses jahr das Ziel erreichen. Und ja auch bei dieser „niedrigen“ Schwelle muss man seine Prozesse im Griff haben.
    Wir haben uns ja bei der Plenty-Konferenz ausführlich darüber unterhalten (party-lichteffekte.de). Schade, dass Twive nicht mehr da ist.
    Ohne Investoren wächst es sich nicht ganz so schnell ;)

  11. bei so einem Superspezialthema ist das ohnehin nochmal was anderes. Das macht solche Schwellen und Top 500 Rankings immer sehr schwierig …

  12. Aber schön, dass noch diese lustige (widerliche!) Werbeidee „Insolvent. Na und? Sie wollen schließlich kein Geld bei uns bestellen, sondern Ware.“ abgesichert vom Insolvenzverwalter gekauft werden konnte. In der Agentur klopfen sie sich sicherlich jetzt noch auf die Schenkel … arbeiten ja auch nicht bei StyleOn.

  13. Ich kann in der Tiefe zu Internas nicht Stellung nehmen, aber nur so viel, um zumindest zu verhindern, dass hier falsche Aussagen die Runde machen:
    @ Jochen: Ich weiß, du musst natürlich bestimmte Dinge etwas verkürzen, um den Fokus deutlich herauszuarbeiten. Aber die hier dargestellte, sehr simple Kausalität ist nicht richtig. Wie und warum eLogistic in Schwierigkeiten geraten ist, und welchen Anteil an der jetzigen Situation letztlich auch eine neckermann.de Insolvenz und die damit verbundenen rechtlichen wie finanziellen Konsequenzen haben, wissen die konkret Beteiligten sehr genau (die auch immer noch wertschätzend miteinander im Gespräch sind). Die Tatsachen sind in jedem Fall deutlich komplexer, als Überschrift und Text nahelegen.
    @ Andreas Frank: Auch im Haus von neckermann.de ist die Kampagne nicht völlig unumstritten und man kann lange darüber diskutieren (wozu aber keine Zeit bleibt). Und das der eine oder andere Handelspartner darüber ggf. nicht schmunzelt, ist auch klar – in solchen Fällen wird direkt miteinander gesprochen und werden die Hintergründe vermittelt. Die Reaktion auf diese sicher polarisierende Kampagne ist in Summe bei Kunden zumindest deutlich positiv – und ich enthalte mich hier einer persönlichen Bewertung der Kampagne, denn ich habe dazu rein inhaltlich nichts beigetragen. Und bitte realistisch bleiben: Kein Insolvenzverwalter / Gläubigerausschuss der Welt genehmigt in so einer Situation irgendwelche auch nur ansatzweise nennenswerten Brand-Etats, insofern findet das Schenkelklopfen bei allen Beteiligten, ob intern oder extern, definitiv nicht statt, dass versichere ich Ihnen. Vielleicht brauchen wir in D – zumindest in der Krisenbewältigung – mehr eine angloamerikanischen Attitüde, in der eine Insolvenz kein Weltuntergang ist sondern eine neue, ungewöhnlich entstandene Chance sein kann, für wen auch immer… Und dann ist „Na und?“ eine in die Zukunft gerichtete, verbale Reaktion und nicht eine widerliche Trotzreaktion über eine versemmelte Vergangenheit.

  14. @ Sven Selle:
    Schönen Dank für das Feedback!
    Ich habe 15 Jahre lang Werbung gemacht – hätte mir ein Texter dies auf den Tisch gelegt, dann wäre meine Reaktion ein längere Monolog über Moral in der Werbung gewesen. Dass wir etwas mehr von der 2.-Chance-Kultur in anderen Regionen der Welt annehmen sollten – da bin ich Ihrer Meinung. Dies bedeutet aber nicht, dass man sich (auch) auf Kosten der Lieferanten lustig macht, die nachher wahrscheinlich mit 0 Euro Bezahlung für gelieferte Ware aus der Geschichte rausgehen.
    Krisenbewältigung kann man auch intelligent betreiben. Die veröffentlichten Texte sind meiner Meinung nach sehr geschmacklos!

  15. @Sven Selle
    Gut, dass jemand von Neckermann.de dazu etwas sagt. Ich glaube auch nicht, dass das „so einfach“ ist. Ein Blick in den bundesanzeiger genügt um sich selbst ein Bild zu machen.
    @Andreas Frank
    „Ich habe 15 Jahre lang Werbung gemacht“ – Mein Beileid ;)
    Sven hat vollkommen Recht – in Deutschland wird da zu extrem auf die Goldwaage gelegt…

  16. @Roland: Kein Grund für Beileidsbekundungen. Einer der tollsten, spannensten und abwechslungsreichsten Berufe überhaupt! Allerdings ist man dann irgendwann auch aus dem Alter für den aktiven Agenturalltag raus … :-)

  17. Ich fand die Werbung durchaus gut, sie war ja an die Kunden gerichtet und hat sicher sehr viel Aufmerksamkeit gebracht. Somit eine kostenlose Werbung und es ist ja nicht so das sie an die Lieferanten gerichtet war.
    Ich würde mir wünschen das wir auch mal eine ähnliche Möglichkeit hätten kostenlos so viele Backlinks und so viel Aufmerksamkeit zu bekommen.

  18. @Sven Selle der Zweck des Beitrags war hier natürlich Aufmerksamkeit für StyleOn. Insofern hab ich mir in der Tat eine tiefergehende Ursachenforschung gespart und mich im wesentlichen auf die Interview-Aussagen von Tobias Spill gestützt. Im Grunde sehe ich hier ja beide Parteien als Opfer der Umstände.

  19. @Roland: Im Bundesanzeiger finden sich seit 2 Jahren keine aktualisierten Bilanzen mehr – das dürfte illegal sein und spricht wohl dafür, dass hier auch Probleme außerhalb der Neckermann-Insolvenz vorgelegen haben.

  20. jetzt mal gemach mit verleumderischen Kommentaren dieser Art. Das kann man wenn, dann auch weniger verfänglich formulieren. Im Bundesanzeiger finden sich Jahresabschlüsse bis einschließlich 2010, die letzten beiden Jahre mit geschätzten Werten.

  21. Mir gings dabei nicht um die rechtlichen Aspekte der Bilanz sondern um den Inhalt nach 7 Jahren Online-Geschäft.
    So oder so ist es ein gutes Beispiel sich nicht nur auf eine Plattform zu verlassen.

  22. @Jochen
    Wenn man sich in der FAZ hinstellt und sich so beklagt, dann muß man doch davon ausgehen das soetwas öffentlich diskutiert wird.
    @Nerd
    Das ist ja so nicht richtig. Es ist noch die Bilanz 2010 im Bundesanzeiger, es fehlt also nur die Bilanz 2011 und die ist höchstens ein paar Monate überfällig. Daher würde ich nicht sagen das da irgendwas illegal ist.

  23. Dass das diskutiert wird, ist auch gar kein Problem, es ging mir hier um das wie.

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