Samwer Report: Home24 erzielt 2012 Umsätze von 63 Mio. €

Die Umsatzspekulationen haben ein Ende. Die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik hat heute die 2012er-Zahlen für sämtliche seiner Samwer-Beteiligungen veröffentlicht (PDF):

Kinnevikhome24

Demnach hat Home24 international 2012 (Netto-)Umsätze von 769 Mio. Schwedischen Kronen erzielt oder umgerechnet gut 63 Mio. Euro. Im Jahr 2011 lag der Umsatz bei 227 Mio. SEK (ca. 26 Mio. Euro).

Von einem Blitzkrieg kann also keine Rede mehr sein. Home24 ist noch alles andere als ein zweites Zalando, und die Bewertung ist laut Kinnevik-Unterlagen entsprechend weiter gefallen.

Kinnevik hat bisher alleine rund 90 Mio. Euro in Home24 investiert und hält direkt 24% und indirekt (über Rocket Internet) 12% an Home24. Weitere Investoren sind Holtzbrinck und andere.

Zum Vergleich: Zalando, das zur selben Zeit gestartet ist wie Home24, hat 2012 (Netto-)Umsätze von 1,159 Mrd. Euro erzielt.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse

11 replies

  1. Das ist nicht viel wenn man die Kosten sieht/hört. Ich kann mir gut vorstellen das man mit Bedacht den Umsatz nicht in die Höhe getrieben hat weil es (wie man liest) ja an vielen Ecken und Kanten (Logistik, Systemumstellungen) nicht rund gelaufen ist. Sonst wäre das ggf aus dem Ruder gelaufen. Also bleibt abzuwarten wann die Probleme im Griff sind. Kann mir sehr gut vorstellen das dann ordentlich auf die Werbe-Tube gedrückt wird und Umsätze in andere Dimensionen geschoben werden. Anders kann ich mir die Stammeinlagenerhöhungen und kolportierten Summen, die im Raum stehen (auch nach der Milliarden-Einsammlung durch Rocket), nicht erklären.
    Denke das man die Basis sauber stehen haben möchte und dann das Thema Wachstum durch exzessives Werben im TV nach vorne schieben wird. Möbel sind halt keine Schuhe die ich „relativ einfach“ logistisch umsetzen kann. Steht die Basis so steht dem Wachstum nichts im Wege, die Prognosen für den Möbelhandel belegen dieses zudem.

  2. Das stimmt natürlich, allerdings zieht sich das jetzt – für Samwer-Verhältnisse – schon sehr lange.
    Aber die Investoren scheinen die nötige Geduld mitzubringen. Und die Frage wäre ja auch: Wer ist momentan besser gerüstet, um den Online-Möbelmarkt zu knacken?
    Man sollte auch berücksichtigen, dass es sich um 2012er-Zahlen handelt – und die auf zwölf Monate hochgerechneten (Brutto-)umsätze aus dem November 150 Mio. Euro betrugen.

  3. Unterstreicht mal wieder meine Meinung zum Thema Samwers und Möbelhandel. Das wird nie was bei denen werden, weil Möbel nicht ansatzweise online so zu skalieren sind wie Kleidung oder andere Bereiche wie Elektroartikel. Möbel und Lebensmittel sind die Königsklasse im E-Commerce und da muss man mit Herz und Intelligenz rangehen und nicht nur mit Geld und Copy & Paste.

  4. @ Jochen
    Man sollte auch bedenken, dass es in 2013 anscheinend nicht ansatzweise soviel „kostenlosen“ Seo-Traffic geben wird wie in 2012.
    Einen Novemberumsatz im Möbelhandel auf den Jahresumsatz hochzurechnen ist allerdings so oder so fahrlässig und augenwischerei denen gegenüber, die die Umsatzverteilung im Möbelmarkt nicht kennen. Wäre überspitzt gesagt ähnlich, als wenn ich meinen Jahres-Eisdielenumsatz mit der Formel:
    Juliumsatz x 12
    berechnen würde ;)

  5. Derzeit sehe ich keinen reinen E-Commerceanbieter, der das Zeug dazu hat, den Möbelmarkt zu knacken. Fashion4Home (ehem. Rocket-Imperium), Westwing oder FAB.com haben nicht das Zeug dazu — komplett andere Modelle.
    Einen reinen Online-Konsumtempel im Möbelbereich sehe ich derzeit nicht. Home24 hat das Zeug dazu, dafür muss die Basis stehen. Dann kann gefüttert werden.
    Die stationären Händler haben sowieso bereits fast alles verschlafen, bis die „soweit“ sind, sind Jahre vergangen. Die fangen allesamt bei Null an.
    Wer allerdings die Novemberzahlen als Faktor nimmt, der hat weniger als Null verstanden.
    Auch sehe ich bei Home24 bislang noch keine mediale TV-Dominanz. Es wurde mal ein Spot rausgehauen, wirklich dominant in Form von Nachhaltigkeit (oder aber auch Dauerbefeuerung auf und ab) war das nicht. Zalando hat einzig und allein seine Markenbekanntheit durch Dauerwerbefernsehen (zumindest tendenziell) erzielt. Selbst derjenige, der keinen PC hochfahren kann, kennt mittlerweile Zalando……

  6. Go, IKEA, go :)
    @Kai Run-Rates dieser Art sind nicht unüblich, aber die 150 Mio. sind tatsächlich heiß. Sie entstammen den Samwer-Pitchunterlagen, mit denen sie ihre internationalen Milliarden eingesammelt haben. Es handelte sich bisher aber um die einzigen öffentlich zugänglichen Zahlen für Home24. Wollte damit nur signalisieren, dass auch bei Home24 für 2013 mit Wachstumsraten von 100% zu rechnen ist.

  7. IKEA wird sich immer mehr online bewegen, aber nie soweit skalieren/gehen, damit es einen inneren Bruch oder gar nur Verschiebung geben wird. Das wäre nämliche der stationäre Super-Gau! Nen Hot-Dog lässt sich online schwer verkaufen…… :-)

  8. > Möbel und Lebensmittel sind die Königsklasse im E-Commerce
    Nö – Königsklasse sind Mass Customization, Services und der B2B-Bereich

  9. Der Home24-Umsatz erscheint ziemlich gering, wenn ich daran denke dass es ein paar quasi aus der kleinen Schreinerei heraus gegründete Online-Möbelhändler mit ebenfalls zweistelligen Mio. Jahresumsätzen gibt. Sehr niedrig zweistellig zwar, aber immerhin ohne großem Startkapital gegründet.

  10. Bin gespannt ob die Überschrift in 12 Monaten eher „totgesagte leben länger“ oder „Wenn man versucht tote Pferde weiter zu reiten“ heißt. Jedenfalls wünsche ich den Home24 Angestellten viel Glück in den nächsten Wochen und Monaten.

  11. Solche Aussagen werden nicht aus dem Bauch heraus getätigt:
    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/computer_nt/article118595639/Rocket-Internet-will-Zalando-fuer-Moebel.html
    Da ist in den letzten Tagen und Wochen sehr viel Geld geflossen. Ich wette auf eine Werbemaschinerie, die in den nächsten Monaten starten wird und seinesgleichen sucht!

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