Get it Quick: Conrad und die Blitzübernahme von Getgoods

von Jochen Krisch und Matthias Hell

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Keine drei Wochen nach der Insolvenzmeldung hat sich Conrad Electronic Getgoods geschnappt.

Hinter der Übernahme steckt die eigens dafür gegründete Get-it-quick GmbH:

"Die Onlineshops Getgoods.de und HOH.de – die dritte Getgoods-Marke Handyshop.de wird offensichtlich nicht weitergeführt – gehören ab sofort offiziell zur Get-it-quick GmbH mit Standort am Conrad-Hauptsitz in Hirschau.

Die GmbH wurde am 26. November 2013 gegründet und ist laut Handelsregister eine 100-prozentige Tochter der Conrad Electronic Linz GmbH.

Als Geschäftsführer fungiert Stefan Raab, der bis Anfang 2013 der Re-In Retail International GmbH vorstand, einem häufig mit Conrad Electronic in Verbindung gebrachten Onlineshop-Betreiber, der u.a. hinter den Marken Digitalo.de und Voelkner.de steht."

Dies und mehr hat Matthias Hell bei Channelpartner. Was aus Pauldirekt & Co. wird, ist aktuell noch nicht bekannt.

Conrad Electronic sähe sich heute am liebsten als "Online-Versender mit angeschlossenen Filialen". In seiner Übernahmestrategie geht Conrad den Weg, den Rewe mit MyBy und Promarkt.de gegangen ist.

Man sammelt lieber insolvente Anbieter ein ("Wie passt Getgoods in die Conrad-Online-Strategie?") statt für substanziellere Unternehmungen richtig Geld auf den Tisch zu legen – wie zuletzt Migros mit Digitec ("Digitec erreicht mit 415 Mio. Euro deutsches Niveau"), ElectronicPartner mit Notebooksbilliger oder Media Saturn, das sich Redcoon 125 Mio. Euro hat kosten lassen.

Welche Strategie letztlich erfolgversprechender ist, lässt sich schwer sagen: Rewe hat seine Ambitionen mit Promarkt kürzlich genauso begraben müssen ("Promarkt stellt seinen Online-Shop nach Filialverkäufen ein") wie Dixons mit Pixmania gescheitert ist (Pixmania geht mit 69 Mio. € Mitgift an deutsche Mutares AG"").

Mehr über Getgoods und die Glücksritter des Internet auch in den Exchanges #28.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Elektronikhandel, Shopboerse

  1. Angesichts dieser hahnebüchenden Geschäftsstrategien der großen Firmen bleibt zu hoffen, dass sich der Endverbraucher lieber beim (Online-)Händler seines Vertrauens umschaut und Media-Markt, Saturn & Co. links (oder auch rechts) liegen lässt. Denn auf lange Sicht ist natürliche Marktvielfalt des Endkunden Freund … und dem raffgierigen gewissenslosen Großkapitalisten ein Dorn im Auge.

  2. Vorallem wird man meistens in den örtlichen Geschäften deutlich besser beraten und bekommt keine geräte von medion / acer etc angeboten oder verkauft einfach weil sie günstig und billig sind

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