Packstationen und andere Engpässe für den Online-Handel

Die anschwellenden Klagen über überfüllte Packstationen sind nur eines der sichtbarsten Zeichen für den E-Commerce-Boom und die damit verbundenen Engpässe bei der Warenzustellung.

Die Deutsche Post hat 2013 erstmals über eine Milliarde Päckchen und Pakete befördert, jeden Werktag im Schnitt 3,4 Millionen (+7,4%), an Spitzentagen über 7 Millionen (siehe Geschäftsbericht 2013 (PDF)).

Alle Packstationen zusammen fassen aber nur 250.000 Päckchen pro Tag. Und der Ausbau kommt eher schleppend voran: 2009 hat DHL die 2.500. Packstation eröffnet. 2014 sind es mit 2.650 Packstationen nur gut 5% mehr.

"Re-inventing the parcel delivery industry"

Die Post hat sich seitdem einiges einfallen lassen, um der wachsenden Päckchenflut herzuwerden, und führt neben den Packstationen nun bundesweit neben Lieferfenstern nach Feierabend u.a. Paketkästen ein, um "die Zustellung zu verbessern":

Reinventingdhl

"Re-inventing the parcel delivery industry" ist das Motto der DHL-Innovationsoffensive, die im Rahmen der Konzernmöglichkeiten und des bestehenden Systems vorangetrieben wird (siehe Investorenpräsentation vom März 2014 (PDF)).

Neue Wege in der Logistik

Damit alleine werden die wachsenden Logistik-, Distributions- und Zustellprobleme des E-Commerce allerdings nicht zu lösen sein. Entsprechend spannend ist es zu verfolgen, wie sich nun zunehmend mehr Startups auf diesem Feld tummeln, um den (Online-)Handel voranzubringen:

Logistikstartups

"Es zeigt sich jedoch, dass die KEP-Dienstleistungen von heute nur bedingt dazu geeignet sind, das E-Commerce-Sendungsaufkommen und die damit zusammenhängenden Serviceanforderungen von morgen zu bewältigen. 

Bisher sind es eher die E-Commerce-Unternehmen und nicht die KEP-Unternehmen, die diese Entwicklung vorantreiben.

Deshalb ist Start-Up-Engagement dringend gefragt und bringt den Markt voran. Seit 2012 ist eine Vielzahl nationaler und internationaler Logistik Startups entstanden und die Investoren interessieren sich für dieses Segment."

Auf Initiative des Bundesverbands der Kurier- und Paketdienste trifft sich die Branche am 5./6. Mai in Berlin zu einem iKEP Innovationstag, um der Frage nachzugehen: "Revolutioniert das E-Commerce-Wachstum die KEP-Branche?"

Bei Exciting Commerce hoffen wir das sehr.

Mit Logistikfragen hatten wir uns zuletzt sehr ausgiebig in den Exchanges #25 ("Shutl und die neuen Lieferservices") befasst und mit einem möglichen "Free Shipping Network" u.a. in den Exchanges #14.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Uncategorized

3 replies

  1. Wäre schön, wenn ALLE Paketdienste begreifen würden, dass der Gesamtmarkt extrem expansiv ist und anstatt sich einzumauern und die alten Reviere zu verteidigen, sollten sie lieber sehen, wie sie auf die neuen Marktanforderungen reagieren können und entsprechende Produkte und Prozesse schaffen.
    Bevor man anfängt, mit Drohnen rumzufliegen, sollte man lieber mal über vernünftige Marktplatzlösungen und bezahlbare innereuropäische Services nachdenken.
    Aber weil das eben nicht, bzw. viel zu langsam passiert, ist so viel Raum für die ganzen innovativen Startups in dieser Branche.

  2. Ich bin inzwischen davon abgekommen die Packstation zu nutzen. Gerade das die Sendungen dann in eine Filiale transportiert werden die nicht so gut erreichbar ist macht für mich das System kaputt. Und die Post schafft es ja auch nicht, einfach einen Tag zu warten um die Sendungen dann einzuliefern. Geschweige denn die bestehenden auszubauen.

  3. Laut DHL solle es dieses Jahr 200 neue Packstationen geben.
    Ansonsten: Die Deutsche Post hat heute ihre „Strategie 2020“ präsentiert – mit starkem Fokus auf E-Commerce-Logistik: http://www.dpdhl.com/de/ueber_uns/strategie.html

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