Smart Devices #2: Alle wollen im vernetzten Heim mitspielen

Was bedeutet die Hardware-Revolution für den Handel von morgen? In der Smart Devices-Rubrik wollen wir die spannendsten Entwicklungen darstellen und herausfinden, welche Auswirkungen die zunehmend reichhaltigere Welt der „Smart Devices“ auf die Welt des Online-Handels hat. Die heutige Ausgabe legt den Schwerpunkt auf das Smart-Home-Segment.

Smart Home

Smart Hubs: Quirky, das wir auf Exciting Commerce bereits seit einigen Jahren verfolgen (“Wo steht Quirky mit seiner Plattform für Produkterfindungen?”), setzt mit Wink ein neues Unternehmen auf, das sich auf Smart-Home-Produkte konzentrieren wird.

Der Grund: eine von vier Produktideen der Quirky-Community bezieht sich mittlerweile auf das vernetzte Haus. Wink wird vor allem eine Software anbieten, die eine offene Betriebssystembasis für vernetzte Heimgeräte bieten soll.

Die New York Times berichtet ausführlich: („Quirky to Create a Smart-Home Products Company“)

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“For the last year, Quirky has worked with a group of manufacturers, encouraging them to adopt its technology and approach. Fifteen companies plan to offer nearly 60 Wink-enabled products in July.

The companies are as varied as giants like General Electric, Honeywell and Philips and fast-growing start-ups like Rachio. The connected products include light bulbs, video cameras, garage doors, water heaters and lawn sprinklers.”

Home Depot: Quirkys Wink ist außerdem der Technologiepartner von Home Depot. Home Depot verkauft aktuell 600 verschiedene Smart-Home-Geräte. Das ist laut New York Times sechs Mal mehr als vor zwei Jahren. Der Hardware-Hub von Wink wird sowohl bei Home Depot als auch bei Amazon verkauft. Eine ausführliche Einordnung von Wink findet man auch auf Wired.

General Electric: Quirky kooperiert zusätzlich mit dem Konzern GE. Letzterer hat seine Patente für die Quirky-Community letztes Jahr geöffnet und 30 Millionen US-Dollar in Quirky investiert. (VentureBeat)

Google Nest

Nest: Die Google-Tochter Nest, Hersteller smarter Feuermelder und Thermostate, hat eine Programmierschnittstelle (API) vorgestellt und will jetzt auch offiziell wie Wink & Co. zur Smart-Home-Plattform Nr.1 werden. Launchpartner sind unter anderem Mercedes-Benz, Jawbone, IFTTT und Logitech. (VentureBeat, Re/code, Nest Pressroom, Works with Nest)

Dropcam: Außerdem hat Nest Dropcam („Super Simple Video Monitoring and Security“) für über 550 Millionen US-Dollar übernommen. Im US-Shop von Amazon war Dropcam in dieser Kategorie führend. (Re/Code, Einordnung auf GigaOm)

Heimgeräte: Das alles reicht Google aber noch nicht. Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz I/O außerdem unter anderem Android TV vorgestellt, einen weiteren Versuch, in TV-Geräte integriert zu werden. (The Verge)

Entwicklungen

Archos: Auch das französische Unternehmen Archos, bisher bekannt für MP3-Player, Smartphones und Tablets (u.a. für Tescos Hudl), bietet jetzt Smart-Home-Produkte an, die über die eigene Plattform-App gesteuert werden. (Cnet)

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LIFX. Der Hersteller von vernetzbaren Glühbirnen, LIFX, hat von unter anderem Seqoia Capital 12 Millionen US-Dollar Risikokapital erhalten.( GigaOM)

General Electric. Der US-Konzern hat eine vernetzbare Glühbirne für 15 US-Dollar angekündigt. Die Glühbirne wird mit Wink zusammenarbeiten. (The Next Web)

In der Küche

MellowMellow („The smart sous-vide machine“) ist eine neue Art Hybrid aus temporärem Kühlschrank und Zubereitungsgerät. Essen wird luftdicht verpackt in kaltem Wasser zwischengelagert und zu einer vorher festgelegten Zeit durch Erhitzen des Wassers zubereitet. Art und Zeitpunkt der Zubereitung wird mit der zughörigen Smartphone-App gesteuert. Zum besseren Verständnis sei das Produktvideo empfohlen:

Range Oven/Grill Intelligence ist eine Erweiterung für den Küchenherd. Das Bluetooth-Thermometer mit zugehöriger Smartphone-App macht das Gerät smart. Die Kickstarter-Vorfinanzierung ist noch nicht erreicht.

In meinen Augen ist das trotzdem der Anfang eines Trends: Mit Erweiterungen statt kompletten Ersatzgeräten lässt sich eine schnellere Verbreitung erzielen, weil man nicht auf den Erneuerungszyklus der herrkömmlichen Geräte, wie hier den Küchenherden, angewiesen ist. (GigaOm)

Im Handel

Staples: Neben Home Depot (siehe oben) baut auch Staples sein Smart-Home-Programm Stück für Stück weiter aus. Die Connect-Plattform von Staples besteht aus einem Hub und vernetzten Geräten von der Türklingel bis zu Jalousien. Die Geräte werden ab dem 15. Juli in 500 US-Filialen verkauft werden. (GigaOm)

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Ausblicke

Netzökonom: Holger Schmidt fasst auf netzoekonom.de den aktuellen Stand und die Aussichten im Smart-Home-Sektor zusammen.

Berg Insights: Die Analysten von Berg Insights schätzen, dass es bis Ende 2012 in den USA 3,5 Millionen „Smart Homes“ gab, also Privathaushalte mit vernetzten Heimgeräten wie etwa einem Nest-Thermostat. Sie prognostizieren außerdem, dass es in den USA und Europa zusammen bis 2017 36 Millionen solcher Privathaushalte geben wird. Das würde dann einem Marktvolumen von 9,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr entsprechen. (GigaOm)

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  1. Die Deutsche Telekom bietet ebenfalls eine smarte Lösung für zuhause an. http://www.qivicon.de. Selbst getestet und echt smart das Teil. Die Industrie muss jetzt in Deutschland noch mehr in das Thema investieren, aber wichtig ist mir auch, das ich eine deutsche Lösung zwecks Haftung und Service habe. Der Markt dafür ist aber noch im Aufbau und kann nur durch Vertrauen an Fahrt aufnehmen. Was ich aber nicht glaube zum erfolgreichen Markteintritt ist, das Smart Home als Hardware only Produkt mal eben pure online verkauft in Stückzahlen verkauft wird. Never, ever, denn der deutsche Kunde ist zwar smart, aber auch smart genug, um zu wissen, „wer“ seine Wohnstube eventuell elektronisch steuern kann. Da wird aus meiner Sicht derjenige Gewinner sein, der schnell den reichweitenstärksten B2B Ansatz aktiviert hat. Ich sehe auch ganz neue Vertriebskanäle als NUR pure Branchenplayer. zB alle Versicherer und Ihre Vertriebler, Hausbanken, Kommunen…als nur die IT/TK Reseller oder eTailer.

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