Wie Mytoys im Otto-Konzern zum Online-Überflieger wurde

Die Mytoys-Gruppe könnte heute längst ein Milliarden-Unternehmen sein, gegen das Newcomer wie Windeln.de („Windeln.de expandiert mit Shoppingclub„) einen schweren Stand hätten.

Doch statt Gas zu geben, musste Mytoys als Online-Pure-Player in der Otto-Gruppe lange ein Schattendasein fristen – und darf erst jetzt, im Zuge der großen Re-Orientierung („Exchanges #99: Reinventing Otto„), einen zweiten Frühling erleben:

ottoproblemfälle

Sonst nur unter ferner liefen erwähnt wird uns Mytoys – incl. Limango („Limango steigert sich 2015 auf 129 Mio Euro (+40%)„) – von Otto neuerdings als der große Überflieger verkauft („Der ungebremste Erfolg der Mytoys Group“):

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„Als eines der erfolgreichsten deutschen E-Commerce-Unternehmen knackt der Nr. 1 Online-Händler für Family-Shopping in Europa nach aktuellen Prognosen erstmals die Halbe-Milliarden-Euro-Umsatzmarke (plus 20 Prozent) und erzielt damit im Geschäftsjahr 2015/2016 das beste Umsatzergebnis seit seiner Gründung 1999.“

Vielleicht ja kein Zufall, dass die große Aufwertung ausgerechnet jetzt erfolgt, da die Beteiligungsverhältnisse geklärt sind (sprich: Die Gründer ausgezahlt sind). Erstaunlich ist der Wachstumssprung von 20% nach den Otto-üblichen 10-11% im Vorjahr in jedem Fall.

Dabei beruht das Wachstum der letzten Jahre durchaus auch auf Zukäufen und Übernahmen. Zuletzt waren Mirapodo und Limango in der Mytoys-Gruppe aufgegangen. Von Kochzauber hat man sich hingegen wieder getrennt („Otto macht Mytoys hübsch und stampft Kochzauber ein„).

Hat Mytoys noch eine Zukunft in der Otto Gruppe?

Eine ganze Reihe von Fragen ließ die heutige PR-Veranstaltung offen, allen voran natürlich: Hat Mytoys noch eine Zukunft in der Otto-Group – oder eher nicht? („Otto schließt Verkauf von Mytoys nicht aus„)

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Zudem fragt man sich, was aus den Plänen für Yomonda, Lapurisa & Co. geworden ist („Mytoys plant weitere Schwestershops für 2014„)? Ist die Multi-Shop-Strategie damit passé („Neue Strategie: myToys-Gruppe öffnet sich für Partner“) oder greift Mytoys auch hier nochmal an?

Als Denkansatz weiter spannend bleibt in jedem Fall eine Kombination aus Mytoys und Windeln.de („Wenn Mytoys, Windeln.de und Limango zueinanderfinden würden„), weitere Zukäufe im Rahmen von strategischen Partnerschaften oder ein Börsengang.

Bemerkenswert ist nach einem turbulenten Mytoys-Jahr in der Otto-Gruppe nicht zuletzt auch die Rückkehr einiger, verlorener Mytoys-Söhne – nicht nur in der Geschäftsführung von Mytoys, sondern auch im Otto-Vorstand („Neuer Bereichsvorstand Technology bei OTTO“).

Mit dem Umbau der Otto-Gruppe haben wir uns zuletzt in den Exchanges #99 („Reinventing Otto„) befasst.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

8 replies

  1. Gibt es neben den Zahlen von Limango (“Limango steigert sich 2015 auf 129 Mio Euro (+40%)“) weitere Hinweise darauf, ob und wie die „einzelnen“ Shops (mirapodo, myToys usw.) zum Umsatzwachstum der Gruppe beitragen?

  2. Danke für die Verlinkung. Zahlen zu den einzelnen Shops stehen leider nicht einmal im Geschäftsbericht der myToys.de GmbH.

  3. Danke für den Link und die Anmerkung! Ich habe myToys früher und mirapodo aktuell aus beruflichen Gründen ganz gut auf dem Schirm. Ich habe den Eindruck, dass dort durch gesteigerte Rabatt-Aktionen etc. sehr viel Umsatz zu Lasten der Erträge „erkauft“ wird. Die diesbezüglichen 2013/2014er Zahlen auf neuhandeln.de weisen ja bereits in die Richtung. Wachsender Umsatz bei wachsendem Jahresfehlbetrag. Falls sich der Trend verändert hätte, dann wäre das vermutlich auch kommuniziert worden. Vielleicht wird hier tatsächlich für den Verkauf aufgehübscht. Das ist natürlich nur Spekulation.

  4. Die Zahlen bei neuhandeln sind ja spannend, ziemlich gemischtes Bild.

    Von 2009/10 bis 2013/14 hat sich der Umsatz fast verdoppelt und dabei das ergebnis um 25 mil euro verschlechtert, aus +6.3% Marge wurden -5.4%. Entweder wurden hier Umsätze erkauft, oder Limango, das in 2013/14 erstmals konsolidiert wurde, ist hoch defizitär und reisst deshalb das ergebnis so herunter.

  5. Offiziell heißt es dazu:
    „Laut dem jetzt veröffentlichten Jahresabschluss ist der deutliche Fehlbetrag im Jahr 2013/14 für die Otto-Tochter aber keine Überraschung. So habe man erwartet, das bessere Ergebnis aus dem Vorjahr zu verfehlen. Denn durch die Integration von Mirapodo, der Liveschaltung des Multi-Shops und die Inbetriebnahme der neuen Logistik seien zusätzliche Kosten entstanden.“
    http://neuhandeln.de/geschaeftsjahr-201314-mytoys-de-mit-deutlichem-verlust/

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  1. Mytoys bringt Yomonda mit „Ideen für zuhause“ online – Exciting Commerce im 12. Jahr

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