Wann werden auch Zara und H&M bei Zalando verkaufen?

Was Zalando bisher immer nur hinter vorgehaltener Hand kommuniziert hat, gab es diese Woche erstmals auch öffentlich als Ansage: Ultimatives Ziel der neuen Zalando-Strategie („Zalando und die 4 großen Säulen seiner Plattform-Strategie“) ist es, dass irgendwann auch Zara und H&M bei Zalando vertreten sind – wie heute bereits ein Topshop („Zalando will Konkurrenz an sich binden“):

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„Auch bisherige Konkurrenten wie die Bekleidungsketten Zara und H&M, die selbst im Online-Handel aktiv sind, will das Unternehmen langfristig an seine Plattform binden.

Gerade beim Shopping über mobile Apps sei es für die Modeunternehmen extrem schwierig geworden, Kunden gezielt anzusprechen, sagte Vorstand David Schneider.“

Mobile ist dabei die Trumpfkarte, die Zalando spielen will. Denn noch sträuben sich Zara & Co. gegen Zalandos Avancen („Zalando wirbt um Marken Zara und H&M – und bekommt Absage“).

Doch irgendwann werden auch Zara & Co. in den Fußgängerzonen und Einkaufszentren ihr Waterloo erleben. Und dann wird sich die Frage stellen: Wer hat online den besseren Zugang zu den Modebewussten.

Mit Wachstumsraten von 25% und mehr wird Zalando in den kommenden Jahren sehr schnell in Umsatzdimensionen von 5 Mrd. Euro („Zalando rüstet sich für Umsätze jenseits der 5 Mrd. Euro“) und 10 Mrd. Euro vordringen („Zalando vs. Zara: Wo steht Zalando in 5 Jahren, wo in 10 Jahren?“).

Aber auch so wird für die Modebranche bald kaum noch ein Weg an Zalando vorbeiführen. Sei es über Tradebyte („Exchanges #137: Die rasante Dynamik der Marktplätze“) und die Zalando Brand Solutions („Wie Zalando Geld mit Marken machen will“) oder über Nugg.ad („Zalando will Nugg.ad kaufen – für die Werbevermarktung“) und die Zalando Media Solutions.

Deshalb sollte sich die Modebranche schon mal entsprechende Gedanken machen („Exchanges #132: Wie mächtig kann/soll Zalando werden?“). Aktuell ist weit und breit niemand in Sicht, der einem Zalando Paroli bieten könnte/wollte – abgesehen vielleicht von einem About You, das im Vergleich dazu allerdings noch ein sehr zartes Pflänzchen ist (“Collins funktioniert so gut, dass wir jetzt richtig Gas geben”).

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Kategorien:Brands, Zalando

12 replies

  1. Als ob es so wäre, dass Zalando die Richtung vorgibt und alle laufen hinterher. Dass Zara wegen Zalando in Schwierigkeiten kommt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Gerade auch der Aufstieg von Primark zeigt, dass man mit einer passenden Offline Strategie durchaus sehr erfolgreich sein kann. Der stationäre Handel ist sicher unter Druck, auch durch Zalando. Aber Zalando ist nicht das Maß aller Dinge. Daneben bieten sich mehrere Möglichkeiten, die Schwäche der Einzelhändler für Marktkonsolidierungen zu nutzen. Bisher hat mir Zalando auch noch nicht unter Beweis gestellt, wo der Mehrwert liegen soll, Mrd. Umsatz, mickrige Ebitmarge, bei grundsätzlich hoher Rohmarge, schließlich haben Einzelhändler von weit geringeren Umsätzen mal ganze Familien ernähren können.

    • Zudem gibt es auch Stimmen, die sagen, dass die Brands ihre Identität verlieren, wenn sie auf einen Marktplatz gehen und am Ende ist Zalando nichts anderes. Klar, es gibt ein paar gute Gründe, es zu tun, aber genauso viele es nicht zu tun. Man wird sehen, wie sich das entwickelt. Zalando hat Reichweite und Infrastruktur, für die großen Brands ist in erster Linie die eCommerce-Infrastruktur interessant, Reichweite sollten sie selbst haben bzw. mit ihrem Marketing-Budget leicht kaufen können. Infrastruktur ist schwierig, wenn dann aber solche Player wie NewStore kommen und die Infrastruktur stellen, gibt es für eine große Marke wenig Grund, seine eCommerce-Strategie auf Zalando aufzubauen.

  2. Inditex (Zara ist nur eine Marke von Inditex) wächst seit *1986* meist zweistellig und macht so viel Profit wie Zalando Umsatz. Es ist also aus meiner sicht fragwürdig zu behaupten das Zara Zalando braucht. Bei H&M ist die Differenz noch krasser. Full disclosure: ich besitze sowohl Inditex als auch H&M Aktien.

  3. Ihr wollt auch für Exciting Commerce Artikel über Rocket Internet schreiben: passt auf es geht ganze einfach
    Die Überschrift darf ruhig irreführend sein, etwas implizieren was momentan nicht einmal ansatzweise zur Diskussion steht (weder H&M noch Zara wollen dort jetzt verkaufen).
    Im Text soll das Rocket Unternehmen mit den Begriffen „Trumpfkarte“ „Dynamik“ „kaum ein Weg vorbei“ beweihräuchert werden. Dazu hohe Umsatzzahlen der nächsten 10 Jahre von Strategiepapieren einfach vorbeihaltslos abschreiben. Ganz wichtig ist auch auf das offline Geschäfts- und Einkaufsstraßensterben hinzuweisen und ein zukünftiges Scheitern als Fakt zu benennen. Wichtige Informationen – etwa dass TopShop (anders als H&M und Inditex)ganz normales WholeSale betreibt – oder auch die Umsatz/Gewinnzahlen der nicht Rocket Unternehmen sind hier natürlich ebenso nicht dienlich – mit Ausnahme natürlich diese wären negativ. Die Kernmessage: Der Leser/die Leserin muss das Gefühl haben, dass Rocket Internet Unternehmen würde das andere Unternehmen gehörig unter Druck setzten! Könnt ihr das, dann seit ihr richtig bei Exciting Commerce

    • super Tipps, nur ist halt Zalando kein Rocket-Unternehmen (mehr). Davon abgesehen suchen wir jederzeit Autoren, die genau solche Beiträge schreiben: „Inspiration und Denkanstöße für den Handel von morgen“ eben.

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  1. Wie Zalando den Wettbewerb an sich binden will ecommerce-vision.de - ecommerce-vision.de
  2. Wenn Zalando Abercrombie und Hollister für sich gewinnt – Exciting Commerce im 12. Jahr
  3. Wie der stationäre Modehandel ums Überleben kämpft – Exciting Commerce im 12. Jahr
  4. H&M stockt bei Sellpy auf – für gebrauchte Mode und mehr – Exciting Commerce im 12. Jahr

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