Try und mehr Anprobier-Services für den Handel von morgen

Die einen nennen es Pay Later („Zalando will verstärkt auf “Bezahl nur noch, was du behältst” setzen“), die anderen propagieren den Try-Button als Alternative zum Buy-Button:

Inspiriert von Prime Wardrobe („Auch Amazon testet Anprobier-Service“) hat die New York Times heute einen schönen Überblick über das Spektrum möglicher Anprobier-Services („Try, Then Buy? Amazon’s Move Is Part of a Shopping Trend“), so zum Beispiel Lyon + Post:

Neben Mode gibts die Services auch für Schmuck und anderes. Mehr zu den Chancen und Potenzialen auch in den neuen Exchanges #179 („Farfetch vs. Prime Wardrobe“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

29 replies

  1. Das ist natürlich in den USA (und vielen anderen Ländern) eine Revolution. In D ist das kalter Kaffee. Rechnungskauf ist die am meisten genutzte Zahlmethode und Gratis-Retouren gibt es quasi schon immer. Klar, kann man da auch noch einen peppigen Namen für kreieren, aber den Service selbst gibt’s bei uns schon.

    • Genauso wurde gegen Amazon argumentiert. Versandhandel ist doch ein alter Hut in Deutschland. Machen Quelle & Co. längst alles.

      Vielleicht sollte man nicht nur auf die peppigen Namen achten, sondern auf die konzeptionellen Unterschiede zum „Kauf auf Rechnung“.

      • es geht ums Probieren statt ums Bezahlen, es geht um erweiterte Services, um eine ideale Produktvorauswahl im Rahmen des Services u.v.a.m.

      • Ich habe mittlerweile verstanden, dass es mehr um den Vermarktungsansatz geht. Klar ist „Wardrobe“ im Kern für uns überhaupt nichts neues, nur verkaufen wir es halt schlecht. Das kann man tatsächlich geschickter machen.

        Zur Wahrheit gehört aber auch, dass eben noch nicht alle Onlineshops Kauf auf Rechnung anbieten. Oder mit einer Hürde, z.B. erst nach einem erfolgreichen Kauf mit einer anderen Bezahlart, oder nur bis zu einer unzureichenden Höhe.

        Viele Händler wollen es auch gar nicht forcieren, da sie den schon beschrieben Tupper-Party-Effekt vermeiden wollen. Das kann Amazon natürlich erst mal prima subventionieren und den ein oder anderen Mitbewerber gehörig ins Schwitzen bringen.

      • Gerade Ihr müsstet doch für so einen (Kunden-)Service extrem aufgeschlossen sein, wenn ich mir Euer neues, sehr gelungenes Selbstdarstellungsvideo ansehe.

      • Da sich Services wie Prime Wardrobe ohnehin nur an Topkund(inn)en wenden, erschließt sich mir nicht wirklich, warum in der Debatte vor allem über die Missbrauchsmöglichkeiten diskutiert wird und kaum über die enormen Potenziale für die Kundenbindung, etc.

      • Ja, ich denke auch schon darüber nach ;-) In der Tat kann man bei uns sofort auf Rechnung kaufen, und das bis zu einem überdurchschnittlich hohen Betrag. Unsere Kunden wissen und honorieren das auch. Ganz offensiv wird das aber nicht kommuniziert. Das hat Gründe, aber Denkverbote gibt’s bei uns auch nicht. Wir werden die Entwicklung beobachten, uns unsere Gedanken machen und reagieren.

      • Und ich bleib dabei: Mit Kauf auf Rechnung hat das Thema nichts zu tun. Meines Erachtens ist das der absolut nachrangigste Aspekt und lenkt nur vom eigentlichen Thema ab.

      • Darüber kann man diskutieren, und vielleicht ist es so. Aber mit dem Rechnungskauf hat jeder Händler (potentiell) ein Tool in der Hand, mit dem er Wardrobe auf die eine oder andere Weise „simulieren“ könnte, es bei geschicktem Einsatz und Verrmarktung vielleicht sogar besser machen kann. Ich bin sehr gespannt, wie die Branche reagiert.

      • warum braucht er dazu Rechnungskauf? Das geht mit allen anderen Zahlungsarten auch, wenn man den Zeitpunkt der Zahlung entsprechend regelt.

  2. Weil das eingeführt ist, leicht zu implemetieren und in der Regel abgesichert. Natürlich kann man auch den Zahlungseinzug bei anderen Zahlarten nach hinten legen (mit jeweiligen Besonderheiten), aber dann wird man wahrscheinlich massive Probleme mit Zahlungsausfällen bekommen.

    • Ok, wer sich selbst bei seinen Topkundinnen Sorgen um Zahlungsausfälle machen muss, der hat ohnehin ganz andere Probleme …

      • Wie kommst Du auf Top-Kundinnen? Top-Kundinnen bestellen eh schon viel in meinem Shop, die Chance, dass sie mit so nem Wardrobe-System das Doppelte bestellen, ist nicht sehr hoch. Was ich damit also bekomme, ist in erster Linie höhere Kosten bei gleichem Umsatz oder Neukunden mit potenziell hoher Quote an Zahlungsausfällen.
        Amazon macht das jetzt erst mal, weil ihnen beides egal ist, die wollen und müssen endlich das Thema Fashion knacken. Zalando macht es in Frankreich, weil sie endlich den französischen Markt knacken wollen / müssen.
        Es wird wirklich spannend sein zu sehen, ob sich das flächendeckend durchsetzt und wie sich das wirtschaftlich verhält.
        Es gibt ne Menge coole Services, die sicherlich extrem kundenfreundlich sind, aber die wirtschaftlich nicht funktionieren. Warum führt man denn bei Mode kein Rückgaberecht bis 24 Monate nach Kauf ein? Das wäre auch toll für die Kunden.

      • an kostenlosen Hin- und Rückversand hat vor Zappos und Zalando niemand geglaubt. An Same Day Delivery auch niemand, bis Amazon mit Prime Now losgelegt hat. Prime Wardrobe bietet Amazon so viele tolle Refinanzierungsmöglichkeiten. Wie oft also wollen sich Skeptiker bei derlei Themen noch eines Besseren belehren lassen?

      • Ich glaube, jetzt übertreibst Du. Zalando hat den kostenlosen Hin-/Rückversand nicht eingeführt, zumindest nicht in D. Und Same-Day-Delivery ist auch noch nichts, was bisher einen großen Durchbruch erfahren hat. Ich sage nicht, dass sich das nicht durchsetzt, aber dann muss es einfach irgendwann wirtschaftlich sein. Ich bin nun wirklich niemand, der sich dem Verdacht aussetzen muss, fortschrittsfeindlich zu denken. Ich habe Zalando immer für eine tolle Unternehmung gehalten und ich finde Amazon generell auch super. Aber ich jubele nicht jeder neuen Sau zu, die durchs Dorf getrieben wird, nur weil sie von Amazon / Zalando kommt und irgendwie „revolutionär“ klingt.
        Auch Windeln online zu verkaufen war schon mal ne Spitzenidee hier. ;-)

      • Nein, bitte. Das ist hier nicht der Punkt. Auch Zalando hat schon mal sehr bittere Erfahrungen damit gemacht, als man mal beim Rechnungskauf die Bedingungen gelockert hatte. Solche Schwachstellen werden sofort in großem Umfang ausgenutzt. Hab ich selbst auch schon in einem Projekt erlebt.

      • Der letzte Kommentar bezieht sich auf die „Topkundinnen“-Bemerkung ;-)

      • @ Claus

        Zalando muss sich heute noch auf jeder Pressekonferenz über seine vermeintlich zu hohen Retourenquoten rechtfertigen.

        Du argumentierst, dass Anprobierservices Quatsch sind, Topkundinnen keinen besseren Service verdienen und das Thema zudem ein alter Hut ist.

        Mal abgesehen davon, dass die Argumentation nicht stringent ist: Wie anders soll ich das interpretieren, als dass Du dem Thema skeptisch gegenüber stehst?

        Prime Wardrobe lässt sich bei Amazon Fashion genauso wirtschaftlich betreiben wie der kostenlose Hin- und Rückversand bei Zalando, weil es ja im Wesentlichen nichts anderes ist, nur eben geschickter verpackt und mit mehr Upside-Potenzial …

  3. Das ist das Problem bei Exciting Commerce…der Blog ist ein Hybrid aus Borniertheit (Amazon ist super, Zalando auch irgendwie, Otto und Ebay sind scheisse) und Klüngeltum (Kassenzones Spryker Kunde Marc O’Polo wird hier unreflektiert mit Steinzeit-Commerce-Theorien durchgewunken, Jochen posiert mit den Gewinnern des Amazon Wettbewerbs für Offline-Händler – wofür Ebay zeitgleich aufs Messer kritisiert wird).

    An dem Sermon zu Amazon Wardrobe wird das deutlich: Das ist offensichtlich nichts anderes als gut verpaktes ‚Kauf auf Rechnung‘ mit einem Discount-Scheme als Wette gegen Retouren. Wow… Da es von Amazon kommt, ist es ein Game-Changer, man stelle sich einmal vor, wie die ‚Berichterstattung‘ hier im Blog ausgesehen hätte, wäre dieser Hoax von Otto oder Ebay ins Leben gerufen worden…

    • Alles ganz böse hier. Ich war in der Jury des „Unternehmer der Zukunft“-Awards, um die Online-Fraktion/-Perspektive zu vertreten und habe den Preis zum Thema „Markenbildung“ übergeben. Auch dass Marc O’Polo Spryker-Kunde ist, wäre mir sehr, sehr neu. Marc O’Polo ist spannend, weil ein ehemaliger Zalando-Manager versucht, ein vergleichsweise angestaubtes Unternehmen digital auf Vordermann zu bringen.

      Wäre das Wardrobe-Programm oder etwas ähnlich Wegweisendes von Otto gekommen, wäre die Begeisterung ähnlich groß gewesen. Siehe auch About You (aus dem Hause Otto), das bei Exciting Commerce von Beginn an auf Begeisterung gestoßen ist und entsprechend als Innovationstreiber gewürdigt worden ist.

      Ansonsten: Ja, Exciting Commerce ist offen für Neues und Unerprobtes und vertritt dabei gerne konträre Ansichten, Exciting Commerce bildet nicht die Meinung des Mainstreams ab und folgt auch nicht den PR-Linien der Unternehmen. Dafür gibts aber auch genügend andere Publikationen.

    • „eBay Wardrobe – Wie verzweifelt muss man sein?“ („auch 2017 geht das eCommerce-Wachstum an eBay wieder komplett vorbei“.

      So oder ähnlich. ;-)

      • hehe. „Wow! Wardrobe: Wie Ebay gegen Zalando & Co antritt“ :)

      • Oder „Wie verzweifelt muss man sein? – eBay verkauft alten Wein in neuen Schläuchen und nennt den Rechnungskauf jetzt einfach eBay Wardrobe. ;-)

        Nur kurz eingeworfen: Jochens Laudatio zum Amazon Sieger in der Kategorie Markenbildung war direkt herzerwärmend und es handelte sich beim Sieger nicht um Zalando oder einen sonst so heiss gehandelten Händler. Sondern um eine kleine Windelmanufaktur aus Dresden. Möchte aber nicht von der eigentlichen Diskussion ablenken. ;-)

      • BTW: Es gibt gerade ein paar Indikatoren, dass eBay bzw. deren Händler gerade das tiefe Tal der Tränen verlassen. Muss ich aber noch besser recherchieren.

  4. Mit Verweis auf diesen Beitrag:

    „… irrwitzigen Debatten mit Brancheninsidern, die es eigentlich besser wissen müssten …“ ???
    „selten so bornierte Debatten erlebt wie beim Thema Prime Wardrobe“ ??????

    • Okay, dann bleibt das wohl so stehen.
      Krassester Fall von Diskutanten-Bashing, das ich bisher erlebt habe … bleibt mir in Sache und Form unverständlich.

  5. Hm, komische Stimmung hier…

    Das hier thematisierte „kauf auf Rechnung“ steht doch (für DE) gar nicht im Vordergrund von Amazon Wardrobe (US). Diese Art der Zahlung soll letztlich die Hemmung nehmen um Größer zu Ordern. -Anprobieren also Auswahlbestellungen das ist total legitim –

    Bei Auswahlbestellungen (je nach Größe) bekommst du im Fashionbereich ohnehin eine Retoure ob diese jetzt 1 oder 3 Kilo wiegt ist fast schon nebensächlich. Der Anreiz (XX% auf Artikel zu bekommen) ist gegeben – zugegeben nicht das Innovativste ABER:

    Viel spannender und wesentlich ist doch das Päckchen mit Empfehlungen (vielleicht von Amazon auf XX Teile aufzustocken sozusagen ein „das könnte Ihnen auch gefallen“ on the fly. Da kommt die (von mir gegenüber Amazon vermutete) tatsächliche Stärke zum Einsatz. Wissen (durch Kaufverhalten) über: aktuelle Modetrends, geografische Besonderheiten, persönlicher Geschmack, Bestellhistorie, Sortimentskenntnisse, usw. Hinzu kommt (vielleicht) ein Echo Look, die einfache Rücksendung (wenn ich tatsächlich die Retoure nur vor die Tür stellen muss), Eigenmarken (Marge), (evtl. künftig Kleidung on demand zu produzieren – auch ein Synergieeffekt, Erfahrungen aus Bestellungen wird hier mit einfließen, Style Check (machine Learning?) usw.
    Ich denke, das Wardrobe ein Baustein des Fashionbereichs von Amazon ist. Sollte Amazon genügend Daten haben ist es eine Frage der Zeit bis die neue Saison-Ware in passender Auswahl direkt und Pünktlich vor der Tür des Kunden liegt.

    Genau deswegen ist ein „…Das ist offensichtlich nichts anderes als gut verpaktes ‚Kauf auf Rechnung‘ mit einem Discount-Scheme als Wette gegen Retouren…“ viel zu einfach gedacht.

    Sorry @Jörg in dem Punkt pflichte ich dir nicht bei.

    Zu dem parteiischen Blog von Jochen (ich verfolge diesen seit einiger Zeit), ja den Eindruck kann man gewinnen. Aber mach mir doch bitte einen gefallen und reflektiere die Ambitionen von Ebay, Amazon & Co selbst. Meiner Meinung nach gibt es auch genügend Kritikpunkte an Amazon und auch bei Ebay sind „Bemühungen“ vorhanden in Summe gebe ich Jochen allerdings recht.

    Zum Thema Otto (insb. AboutYou) habe ich in keinem Fall das Gefühl das Jochen dies „scheiße“ findet. Ein paar „Spitzen“ (bzgl. der Trägheit des Konzerns) sind ok, außerdem ist dadurch nicht alles so trocken. Ich denke wem das gegen den Strich geht findet Unmengen anderer Blogs die der eigenen Meinung näher stehen ;)

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