Letztlich sind es politische Gründe, warum China inzwischen (und nicht mehr die USA) der Takt- und Impulsgeber im E-Commerce ist und warum dort zuletzt reihenweise neue E-Commerce-Player entstanden sind.
- Denn zum einen hat China Alibaba 2020/21 mit einer Rekordstrafe das Quasi-Monopol entzogen. Damit können Händler und Hersteller jetzt anderswo günstiger verkaufen.
- Zum anderen ist es in China nicht mehr erwünscht, dass Online-Konzerne das große Geld mit Gaming- und Schulungsangeboten machen. Viele weichen deshalb auf E-Commerce aus.
So sind E-Commerce-Aufsteiger wie TikTok/Douyin oder auch Kwai/Kuaishou letztlich nur die Spitze des Eisbergs:
- Selbst Tencent, das im Consumergeschäft einen starken Gamingfokus hat und bisher im E-Commerce vor allem auf Beteiligungen gesetzt hat, gibt jetzt mit WeChat Shop selber Gas.
- Und der börsennotierte Bildungsanbieter Koolearn musste sogar komplett umschulen. Er firmiert seit einem Jahr als East Buy und hat im Live Shopping Lehrer zu Verkäufer gemacht.
In China ist der nächste Knoten geplatzt
Sei es in China oder auch international, was wir von den chinesischen Anbietern gerade sehen, sind also erst die Vorläufer.
Viele der größeren Anbieter dürfte es angesichts des Wettbewerbsdrucks auf dem Heimatmarkt und der internationalen Erfolge von Shemu & Co. über kurz oder lang ins Ausland ziehen.
China ist bekannt dafür, immer mal wieder die Regeln zu ändern. Interessant zu sehen, wohin das führt.
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