China setzt jetzt in der Wirtschaftspolitik explizit auf den globalen Online-Handel und prescht mit seiner Silk Road E-Commerce Initiative und dem unlängst vorgestellten „Three-Year Action Plan for Digital Commerce (2024-2026)“ voran.
Wie sollten Deutschland und Europa darauf reagieren?
Das ist angesichts des Tempos, das China vorlegt, und des Ambitionslevels eine der spannenden Fragen zur Zeit: Sollte sich Europa einer solchen Initiative anschließen, um gestaltend einwirken zu können? Oder hat Europa eigene Vorstellungen, wie sich der grenzüberschreitende Online-Handel durch die neuen Technologien vereinfachen und beschleunigen ließe?

Üblicherweise sieht sich Europa ja eher in der Rolle der Innovationsbremse und versucht das (aus seiner Sicht) Schlimmste zu verhindern anstatt eine proaktiv gestaltende Rolle zu übernehmen.
Wo steht China mit seiner E-Commerce Initative?
Nachdem gerade erst Serbien hinzugekommen ist, hat China aktuell E-Commerce-Vereinbarungen mit 31 Ländern, darunter auch mit EU-Staaten wie Estland, Ungarn, Österreich und Italien:
„Currently, the countries that have established e-commerce cooperation with China include: Serbia, Indonesia, the Philippines, Laos, Thailand, Pakistan, Singapore, Belarus, Senegal, Uzbekistan, Vanuatu, Samoa, Colombia, Italy, Panama, Argentina, Iceland, Rwanda, the United Arab Emirates, Kuwait, Russia, Kazakhstan, Austria, Hungary, Estonia, Cambodia, Australia, Brazil, Vietnam, New Zealand and Chile.“
Im Vergleich zur Belt and Road Initiative, die über 150 Länder umfasst, ist hier allerdings noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.
Wie steht es um die Handelsbeziehungen zwischen China und der EU?
Erst diese Woche haben sich wieder einige Europäische (Online-)Handelsverbände – darunter auch die aus Österreich und Italien – offen bei der EU beschwert („Urgent call for level playing field and effective enforcement of EU rules towards all e-commerce players active in the EU“).
Interessant auch, wie gereizt China inzwischen auf die EU reagiert („Chinas Handelsministerium ruft zu Win-Win-Kooperation und gesundem Wettbewerb zwischen China und der EU auf“):
„Wahrer fairer Wettbewerb bedeute, dass man sich bemühe, sich selbst zu verbessern, anstatt anderen ein Bein zu stellen.“
Wie die Verbände heute schon für China trommeln
Bemerkenswert ist allerdings auch, wie die hiesigen Verbände heute schon für China, in dem Fall für Alibaba, trommeln.
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Kategorien:China
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