Web-Währungen: Was kommt nach der Währungskrise?

Noch wird die Währungskrise gerne als "Finanzkrise" abgetan. Doch, mal ehrlich, welcher vernünftig denkende Mensch hat auf Dauer Lust, seine privaten Ersparnisse, also zunehmend die Altersvorsorge, in Währungen angelegt zu sehen, die zunächst von Finanzjongleuren und nun von Regierungen freizügig als Spielgeld für sog. Hilfs- und Konjunkturpakete missbraucht werden können?

So notwendig ein beherztes Eingreifen ist und so nobel die Beweggründe auch sein mögen, so sehr fehlt es am nötigen Sicherheitsnetz (s. Erhöhte Unfallgefahr). Als Schutz vor Exzessen, wie wir sie gerade erleben, wäre eine Reihe ergänzender Geld- und Währungssysteme vonnöten – idealerweise mit entkoppelten Kreisläufen, so dass, wenn das eine System zusammenbricht, und damit ist immer zu rechnen, nicht der komplette Kollaps droht.

Ijccr

Die Jahre 2009 und 2010 könnten die Jahre der Kehrtwende werden für alternative und zweckgebundene Währungssysteme. Zumindest, wenn es nach dem International Journal of Community Currency Research geht. Dieses widmet sich seit 13 Jahren alternativen Währungssystemen und wertet regelmäßig die Online-Datenbank für Komplementärwährungen aus (s. die letzte Auswertung für 2007).

In der jüngsten Ausgabe des Journals (Vol. 13, 2009) gibt es einen lesenswerten Ausblick (PDF) auf das bevorstehende Jahr:

 "As we enter 2009, however, all this may be about to change.

It is perhaps the case that the community currency movement is entering a new phase when we will see these complementary money systems rising to the top of the policy agenda along with their rapid growth and development.

Leaving aside the hotly-debated causes of the current ‘financial crisis’, there is little doubt that the world is now entering an era when not only greater regulation of the global financial system is being sought but also new financial initiatives that might bring greater stability to individual nations and world regions than is currently the case. (…)

In a year’s time, I hope that we will be able to reflect on the past year and see 2009 as a watershed for the movement.

I hope we will see community currencies at last start to become widely accepted by the mainstream as an acceptable complementary currency and a system increasingly used by local, regional and national economies.

History, of course, will tell us whether or not we have been successful. Let us hope that the answer is positive."

Es gibt mittlerweile einen reichhaltigen Erfahrungsschatz mit Regiowährungen unterschiedlichster Ausprägung. Leider wird jedoch über Währungsalternativen bisher vornehmlich im regionalen und kommunalen Kontext diskutiert.

Doch die Welt hat sich verändert, sie arbeitet vernetzter und bietet dadurch Chancen für vernetzte (Web-)Währungssysteme.

Wir plädieren daher neben vielen Privatwährungen für den engeren Freundes- und Bekanntenkreis für künftig je mindestens eine speziell konzipierte, überregionale Leit-Währung zur Förderung von Zukunftsthemen wie:

  • Bildung und Innovation
  • Energie und Nachhaltigkeit
  • Soziale (Dienst-)Leistungen

Leider ist für 2009 keine Konferenz für alternative Währungskonzepte angekündigt. Die letzte Konferenz fand im Herbst 2006 statt und wir hatten im Vorfeld darauf hingewiesen.

Allerdings sind noch viele Vorträge von damals online, so dass man sich ein gutes Bild machen kann, zum Beispiel über:

Hier zur Orientierung auch noch einmal alle Exciting Commerce Beiträge zum Thema Web-Währungen:



Kategorien:Facebook, Shopping Widgets, Social Commerce

1 Antwort

  1. Die Finanzkrise dreht die Welt auf den Kopf.
    Wir wissen, was mp3 und P2P mit der Musikindustrie gemacht haben.
    Können wir uns vorstellen, was open-source-money mit der Finanzindustrie macht?
    Da läuft ein Spiel, da draußen. Und wer mag, darf mitspielen:
    society conspiracy – das economy expansion pack
    http://feldpolitik.de/feldblog/item.php?i=342

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