Tengelmann und Holtzbrinck Ventures nähern sich weiter an

Wer mit wem? Das ist ein beliebtes Spiel in der deutschen Gründer- und Investorenszene.

Und so fällt auf, dass Tengelmann gerade bereits das dritte Mal bei einer Beteiligung von Holtzbrinck Ventures eingestiegen, fast möchte man ja sagen: eingesprungen ist.

Nach Brands4Friends und Zalando handelt es sich bei Youtailor zudem erstmals um ein stark von Holtzbrinck getriebenes E-Commerce-Startup. An allen Startups hält Tengelmann jetzt 10% der Anteile.

Fragt sich der interessierte Beobachter natürlich, ob hinter der Annäherung mehr stecken könnte als ein guter, gemeinsamer Deal. Denn bekanntermaßen möchte sich Holtzbrinck ja wieder etwas stärker emanzipieren, nachdem es zuletzt zunehmend als Juniorpartner für Samwers Rocket Internet Gründungen wahrgenommen wurde.

New Business schrieb im Oktober ("Holtzbrinck Ventures öffnet seinen Fonds für Investoren"):

"Holtzbrinck Ventures will sich ein stärkeres
Gewicht auf dem Markt verschaffen. "Wir versuchen uns nun breiter
aufzustellen. Dazu wird der Fonds von Holtzbrinck Ventures für Dritte
geöffnet", sagt Martin Weber, Geschäftsführer bei Holtzbrinck
Ventures.

Das Ziel dabei ist, künftig größere Summen an Geld in die
einzelnen Projekte zu investieren und gleichzeitig die Anzahl an
Investments zu erhöhen. Derzeit liegt die typische Investitionsgröße von
Holtzbrinck Ventures zwischen einer und fünf Millionen Euro.

Primär hält das Unternehmen bei der Suche nach Partnern bei
Finanzinvestoren Ausschau. Es könnten aber vereinzelt auch strategische
Investoren dabei sein, so Weber.

Voraussetzung hierbei sei aber, dass
dieser an dem Investment ein rein finanzgetriebenes Interesse habe und
nicht strategische Ziele verfolge. Die Öffnung des Fonds läuft derzeit
an und soll 2010 konkrete Formen annehmen."

Mal sehen, ob Tengelmann auch an Bord des neuen Fonds sein wird.

Momentan herrscht große Auf- und Umbruchstimmung in der deutschen Investorenszene. Auf der einen Seite sind die Handelskonzerne auf E-Commerce-Kurs, auf der anderen Seite eine Investorenszene, die sich von A bis Z komplett neu ausrichtet.

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Kategorien:Shopboerse

1 Antwort

  1. ein sehr informativer beitrag, bitte mehr davon. ich denke von diesen hintergründen kann jedes ecommerce-startup nur profitieren.
    interessant ist dabei auch, dass mehrere vc´s sich inzwischen auf das thema ecommerce einschießen, so hört man jedenfalls von donau bis rhein. ;)
    daneben scheint auch der vc-markt sich im hinblick auf die samwer-affinität, sei es durch den im vc segment verspielten ruf oder auch durch die bisweilen kurzfristigen bzw. subjektiven interessen, auf seine eigene kompetenz zu besinnen.
    der markt bewegt sich wieder, schön von den hintergründen zu lesen.

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