Debatte: Presst Groupon seine Händler zu sehr aus?

Dass die Promo-Aktionen von Groupon (mit 50+% Marge auf 50+% reduzierte Angebote) für die Groupon-Investoren ebenso wie für die Nutzer eine tolle Sache ist, ist oft genug beschrieben worden. Doch wie gut ist Groupon für die teilnehmenden Händler, Dienstleister und Restaurants?

In den USA sieht sich Groupon gerade heftiger Kritik von Seiten eines Restaurantbetreibers ausgesetzt:

"Why Groupon has been the single worst decision I have ever made as a business owner thus far…"

Groupon-Gründer Andrew Mason hat umgehend auf die Vorwürfe reagiert ("Too much of a good thing?").

Letztlich sitzt Groupon mit seinen Promo-Aktionen in derselben Falle wie Ebay: Je mehr es seine Händler auspresst, desto besser gehen die eigenen Geschäfte.

Deshalb bleibt die Frage hier wie dort: Wie groß darf die Gier werden, um sich für alle Beteiligten noch zu rechnen?

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Crowdsourcing, Live Shopping

8 replies

  1. Andrew Mason hat ein Argument gefunden, dem man nur schwer etwas entgegen setzen kann:
    „Ultimately, most businesses look at Groupon as a form of advertising – they’re deciding between us and running a radio commercial or newspaper ad. In all cases, the business pays in hopes of getting new customers in the door that will hopefully love their service and come back again.“
    Diese Aussage ist meiner Meinung nach inhaltlich korrekt. Liest man diese Aussage ein zweites, drittes Mal kommt man dem Kern leider erst auf den Grund: Dass die Probleme der Händler hinter einem spekulativen, nur einseitig geführten Argumentationsversuch verborgen bleiben.
    Es bleibt weiterhin verführerisch, weil Mason nicht unrecht hat. Welchen Beweggrund er hat, spielt vielleicht nur am Rande eine Rolle. Ein tolles Konzept bleibt das Grouponing allenfalls.
    Letztendlich spielt die Gier auf drei Plätzen, nicht nur bei Groupon oder Investoren, sondern auch bei den Händlern, die sich darauf einlassen.
    Es bleibt auch spekulativ, ob dieser negative Erfahrungsbericht von Posie’s ein Einzelfall war. Oder ob es stimmt, was Mason sonst noch sagt:
    „[…] the vast majority of businesses we feature, while certainly busy, do just fine. 97% of the businesses we feature ask to be featured again […].“
    Dass man kritisch darüber sprechen sollte, sehe ich jedenfalls auch so. Auch wenn es sich, wie bereits gesagt, um eine wirklich großartige Idee handelt.

  2. Danke für das Aufgreifen/Fortführen des Gedanken! Sehe ich ähnlich.
    Andrew Mason argumentiert natürlich aus Groupon-Vertriebssicht, was legitim ist.
    Aber auch Groupon & Co. müssen sich darüber im klaren sein, dass das Gegeneinanderauspielen der Marketingoptionen nur bis zu einem gewissen Punkt trägt.
    Nachhaltig wird das Geschäft (auch für Groupon) erst, wenn langfristig alle Parteien profitieren.
    Aber solange das Marketingargument noch so zieht, hat Groupon natürlich allerbeste Karten :-)

  3. solange es niemanden gibt, der mit ähnlicher Macht den Händlern neue Kunden beschert wie groupon, werden die meisten die Konditionen zähneknirschend in Kauf nehmen. Groupon macht sich mit der vorhandenen „Gier“ allerdings langfristig angreifbar. Nachhaltiger wären so niedrige Provisionen, dass es für neue (und potente) Konkurrenten schlicht uninteressant wird in den Bereich einzusteigen und die Händler massenhaft abzuwerben.

  4. Das wäre genau mein Punkt – und auch der mE einzig aussichtsreiche Weg für dauerhaften Erfolg. Sonst wird auch hier stets das Bessere der Feind des Guten bleiben.

  5. So lange die Geschäfte genug Geld haben in lokalen Stadtmagazinen und A0 Plakaten zu werben, wird das Groupon Ding noch locker mit den Margen funktionieren.
    Wettbewerber (nicht Nische) können es zwar mit geringen Quoten probieren, aber die Eintrittsbarriere ist der bestehende Kundenstamm.

  6. Das Modell steht und fällt mit der Qualität der Kunden, die Groupon vermittelt. Und die scheint mir in weiten Teilen unterirdisch schlecht, viele sind „Kunden“, die niemand wirklich will. Die Angebots-Hopper, die nur und immer aus Preisaktionen kaufen, sind da noch das mildeste. Aber auch die werden ja nie später zu normalen Konditionen kaufen, d.h. die Aktion refinanziert sich nicht.
    Und genau da hinkt der Vergleich mit anderen Werbeformen, die eben eine je nach Medium selektierte Misch-Kundschaft bringen. Insofern refinanziert sich diese Art der Werbung, richtig gemacht und richtig gestreut, eben gut. Und das tut Groupon nicht.

  7. @Peter: Welche Art von Werbung wäre das?

  8. das thema der unterirdischen kundenqualität hört man auch öfters in deutschland von kooperationspartnern von citydeal/groupon. teilweise sollen es 50-90% bestandskunden sein, die einfach nur den rabatt mitnehmen.

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