Drei-Währungssysteme: Was kommt nach der Währungskrise? (5)

Aktuell holen Politik und Medien die Währungsdebatte nach, die eigentlich vor zwei Jahren fällig gewesen wäre (siehe unsere damalige Beitragsserie Was kommt nach der Währungskrise?).

Doch anstatt über die Risiken von Einheitswährungen in einer vernetzten Welt zu debattieren, was dringend geboten wäre, wird über das Für und Wider des Euro gestritten. Das geht aber am Kern des Problems vorbei. Denn offenbar brauchen wir nicht etwas anderes als den Euro, sondern etwas Zusätzliches.

Es fällt Menschen, die eine einzige Währung gewohnt sind, offenbar schwer, sich die Notwendigkeit zusätzlicher, zweckgebundener Währungen vorzustellen (wie man das zum Beispiel aus anderen, inflationsgebeutelten Ländern kennt, wo die Menschen das Spargeld klar vom Konsumgeld trennen und vernünftigerweise in unterschiedlichen Währungen halten). Deshalb ist der Gedanke von Umair Haque gar nicht schlecht, sich einfach ein dreigeteiltes Währungssystem vorzustellen ("The Future of Money"):

"Money has several functions.

  • It’s a store of value.
  • It’s a medium of exchange.
  • It’s a unit of account.

All of these functions are bundled together into a single (for lack of a better word) asset: currency. Sometimes, these functions are complementary. 

So think about it this way. You have three kinds of notes in your wallet.

  • The first you use at the grocery store.
  • The second, at the bank and in the financial markets.
  • The third, between your employer, the state, and public services.

Each has very different volatilities and trajectories, because each has very different levels of supply, demand which are, crucially, independent from one another—but interdependent on real wealth, long-run productivity, etc.

That’s the future of money. Make no mistake: the efficiency and productivity gains in terms of information, transaction, and interaction are probably too significant to ignore.

Will we get there? Sure we will—it’s just a question of who wants to be an institutional innovator first, and reshape their economy for resilience."

Die große Frage in der Währungsdebatte bleibt also: Wann fällt der Groschen? Wann kommen zeitgemäße Währungssysteme für eine vernetzte Welt?

(via hackr.de)

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1 Antwort

  1. „Wann fällt der Groschen“ ist ein schönes doppeldeutiges Wortspiel, auch wenn wir genau genommen schon seit ewigkeiten nicht mehr in groschen zahlen. auch wenn einheitswährungen wie der euro ganz sicher zu einsparungen führen, sollte die extistenz leistungsfähiger computer ein nebeneinander auch konkurrierender währungen erleichtern. übrigens ein zustand der über jahrhunderte eher normal als die ausnahme war

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