Discount24: Warum Otto Discount24 schließen musste

Vor einem Jahr hatten wir auf den wirtschaftlich desolaten Zustand des inzwischen eingestellten Discount24 hingewiesen ("Discount24 weitet seine Verluste aus"), das mithilfe des französischen CDiscount auf Vordermann gebracht werden sollte.

In der letzten Woche hat Discount24 nun auch seinen Geschäftsbericht für 2009 im Handelsregister veröffentlicht. Damit wird nun auch klarer, warum Otto Discount24 – wie im August angekündigt – nach 10 geduldigen Jahren endgültig den Saft abgedreht hat.

Discount24 war zwar, wenn man so will, auf dem Weg der Besserung (nur noch 7,5 Cent Verlust pro Euro Umsatz satt 11,2 Cent im Vorjahr), hatte Ende 2009 sein Eigenkapital mehr als aufgebraucht und war quasi pleite, wenn nicht Otto, das damals nur noch die Hälfte der Anteile besaß, noch einmal eingesprungen wäre:

Discount24_2009

"Aufgrund des durch den Fehlbetrag 2009 aufgezehrten Kommanditkapitals hatte der Gesellschafter OTTO (GmbH & Co KG) den Rangrücktritt bezüglich seines Gesellschafterdarlehens in Höhe von 4.262.000 EUR erklärt.

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben die OTTO (GmbH & Co KG) sowie die Cdiscount S.A. Gespräche bezüglich des Umfanges und der Art und Weise der Eigenkapitalmaßnahmen und der Fortführungsoptionen der Gesellschaft aufgenommen.

Am 5. Juli 2010 sind per notariellem Kaufvertrag die Anteile von Cdiscount S. A. durch OTTO (GmbH & Co KG) erworben worden. Der Anteilserwerb steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes.

Zusätzlich wurde der bestehende Rangrücktritt der OTTO (GmbH & Co KG) zur Abdeckung der voraussichtlichen Verluste der nächsten 12 Monate auf 9 Mio. EUR erhöht."

Der Geschäftsbericht enthält noch einen Ausblick bis 2012. Nach Abschluss des Geschäftsberichts hat sich Otto aber dann doch entschieden, sein Pure-Play-Abenteuer nach 10 verlustreichen Jahren zu beenden.

Discount24 ist seit November Teil von Smatch/Shopping24 und dient nun vornehmlich zur Leadgenerierung für andere Händler:

"Das bisherige Geschäftsmodell basierend auf einem Verkauf auf eigene Rechnung erfüllte die Renditeerwartungen nicht, so dass der Vorstand der Otto Group sich im Sommer 2010 entschlossen hatte, die eigenständige Tochter discount24 GmbH & Co. KG zu schließen und die gut etablierte Marke mit einem veränderten Konzept neu aufzusetzen.

shopping24 liefert die technologische Infrastruktur für die Plattform, sehr gute Kontakte zu kooperierenden Händlern und das Marketing-Know-How, um das Portal im Discountbereich neu zu positionieren."

Wo der Switch bei Discount24 so schnell und reibungslos vonstatten ging, fragt sich der unbedarfte Beobachter natürlich, warum sich dann der ebenfalls für diesen Herbst erwartete Restart von Quelle.de so lange hinzieht. Aber bei solchen Fragen bekommt man schnell was auf die Finger.

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Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

  1. Imho haette es bei Quelle.de wirklich ein Schnellschuss sein muessen, denn wenn es die Ottonen eines Tages geschafft haben, die Seite wiederzubeleben, wird sich keine Sau mehr daran erinnern. Den Kundenstamm haben sie ja eh nicht und alles was Quelle.de an Suchmaschinen-Ranking hatte, ist dann laengst weg. Otto hat damit den Wert der Domain unnoetig versacken lassen. Aber das ist eben das Problem in solchen grossen Laeden, Entscheidungen dauern halt lange, fuer das Internet manchmal zu lange.

Trackbacks

  1. Cnova: Cdiscount strebt als “Global Pure-Player” an die Börse | Exciting Commerce

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