Online-Offensive: Media Saturn bläst zur Übernahmejagd

Die neue Media Saturn Holding will im Internet vor allem durch Übernahmen wachsen – und hat deshalb heute konsequenterweise bei Redcoon in Aschaffenburg ("Kahlschlag bei Media Markt und Saturn") und nicht am Firmensitz in Ingolstadt zur Übernahmejagd geblasen:

"Das Online-Wachstum soll auch durch weitere Akquisitionen beschleunigt werden. Zudem wird die Preis- und Kostenführerschaft insgesamt wieder stärker in den Fokus gerückt.

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Damit steuert Media-Saturn einer zunehmenden Ertragsschwäche aus den vergangenen Quartalen entgegen. Nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen liegt das EBIT von Media Markt und Saturn vor Sonderfaktoren im 2. Quartal mit -44 Mio. € unter den Erwartungen des Kapitalmarktes (Vorjahresquartal: 41 Mio. €).

Der starke flächenbereinigte Umsatzrückgang, insbesondere in Deutschland, sowie Investitionen zur Schärfung des Preisprofils trugen wesentlich zu diesem Ergebnisrückgang bei.

Zudem belasteten höhere operative Verluste aus Frankreich, Anlaufverluste aus China sowie höhere Kosten bei der Umsetzung der Multichannel-Strategie das Ergebnis."

Wenig überzeugend wirkt weiterhin die Multi-Channel-Initiative, mit der Media Saturn schon einmal auf die Nase gefallen ist ("Warum Media Markt online gescheitert ist").

Auch jetzt wird wieder viel Geld und Energie in die Online-Verzahnung gesteckt, obwohl sie für Media Saturn im Bestfall zu Umsatzverlagerungen führt, darüber hinaus aber kaum Wachstumspotenzial bietet.

Welche Rolle die Läden selber künftig übernehmen sollen, um die Umsatzeinbußen auszugleichen, lässt die Media-Saturn-Geschäftsführung offen. Die Preisreduzierungen alleine dürften es nicht herausreissen, solange selbst die größten Media-Märkte im Vergleich zum Internet nur ein Schmalspursortiment führen können.

Von Marktschließungen aber war heute – trotz angekündigter Entlassungswelle – noch nicht die Rede. Mittelfristig kann man aber davon ausgehen, dass sich eine der beiden Offline-Marken – Media Markt oder Saturn – überleben wird. Für Media Markt jedenfalls sind zusätzliche "Verdichtungsmärkte" geplant

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Kategorien:Shopboerse

  1. Ich weiß nicht, ob man den allgemeinen Schwachpunkt des Distanzhandels bei hochbegehrlichen Produkten, den „sofort-haben-müssen“-Faktor, bei der Einschätzung nicht ein wenig unterschätzt?
    Nüchtern betrachtet läge bei (online) marktüblichem pricing in meinen Augen schon auch Wachstumspotential in der Online/Offline-Verknüpfung der Märkte.
    Warum sollte ich bei ähnlichen Preisen 24-48 h auf mein iPad/Notebook/Nintendo/… warten wollen, wenn ich es auch nach (oder während) der Arbeit abholen kann?

  2. Ich finde auch man sollte die Läden nicht so abschreiben. Die Apple Stores zeigen, dass es schon Sinn macht auch in der Offline-Welt eine Präsenz zu haben. Nur muss dafür wohl auch ein neues Konzept her um die Vorteile wirklich auszuspielen.
    Könnte mir schon vorstellen mit den Online-Initiativen eher das Preis-Thema anzugehen und mit den Offline-Stores mehr in das Thema „Erlebniswelten“ zu steuern. Eine anständige Dolby-Surround Anlage lässt sich online nicht so rüberbringen wie in einem Store. Evtl. auch mehr Store-in-Store Konzepte.
    Mal sehen was kommt ;)

  3. @ Jochen – könntest Du bitte spaßeshalber „irgendwie“ die „Online-Umsatzzielvorgabe“ für das Jahr 2015 von 5 Mrd. Euro der MediaSaturn in Dein Chart einarbeiten :).

  4. Ach herrlich. Das wird noch ganz großes Entertainment für Szenekenner.

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