Open Source: Spree Commerce erhält $1,5 Mio. Seedkapital

Shoppingsysteme haben sich in den letzten Monaten zu einem der heißesten Investmentfelder entwickelt. Als nächstes Open Source System hat sich diese Woche Spree Commerce ("The World's Most Flexible E-Commerce Platform"), das sich in Entwicklerkreisen einen Namen als RailsCart gemacht hat, ein Seed-Investment von 1,5 Mio. Dollar gesichert:

"The Spree project began four years ago with a bold idea and a simple blog post. Over time we received contributions from more than 100 people and Spree was translated into over 30 languages making it one of the most popular open source projects on Github.

Spreecommerce

Spree Commerce Inc. will continue the mission of building the most cutting edge and flexible e-commerce platform possible. We’re also excited about the opportunity we have to introduce Spree to a wider audience as well as to provide the additional services and support that our community has been asking for.

We believe the future of e-commerce lies with open source and our new funding will allow us to get there faster. In the coming weeks and months you will hear a lot more about our plans as they unfold."

Spree Commerce wird im Online-Handel für ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle genutzt. U.a. setzen Shoedazzle sowie der Berliner Weinversand Vigno auf die Ruby-on-Rails-Lösung.

Kürzlich erst hatte sich im Open Source Bereich Prestashop erstmals Kapital besorgt, und auch die Oxid-Investoren haben unlängst noch einmal nachgelegt, während Magento den schnellen Exit gesucht hat und künftig als Teil von Ebays X.Commerce punkten will.

Jenseits der Open Source Lösungen konnten zuletzt auch BigCommerce ("Mit den Demandware-VCs gegen Magento Go") und Shopify größere Kapitalrunden vermelden.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Open Source, Shopboerse

  1. Naja, ich finde das eigentlich nicht spannend, sondern nur verwirrend. Spannend ist es tatsaechlich nur aus VC-Sicht („wer bekommt von wem wieviel“). Wenn ich jetzt jemand bin, der etwas verkaufen moechte und dafuer ein Shopsystem suche, werde ich von den hunderten Angeboten, die im Markt existieren, nur erschlagen und nicht erleuchtet. Am Ende werde ich eine Loesung nehmen, die mir jemand empfielt und jeder wird das empfehlen, womit er mal gearbeitet hat, weil er’s kennt. Jede groessere Firma wird dann eh zu grossen etablierten Anbietern gehen und von denen pitchen lassen. Nichts gegen diese ganzen Initiativen und schoen, dass es VCs gibt, die das foerdern, aber „das beste Shopsystem der Welt“ wurde mir in den letzten Jahren schon soooo oft angepriesen, viele davon sind schon gar nicht mehr da.

  2. Für jemanden, der in „Shopsystemen“ denkt, für den sind diese Entwicklungen vielleicht nicht so spannend, für jemanden, der in „E-Commerce-Plattformen“ denken kann, dafür umso mehr ;)

  3. Das ist imho auch nur ein Buzz-Word, denn das Gelabere vom „eCommerce-Betriebssystem“ hoere ich bereits auch seit mehr als 10 Jahren, ohne dass sich da was getan haette und ehrlich, 500 verschiedene oder aehnliche Ansaetze, machen es auch nicht einfacher. Selbst solche Hoffnungstraeger wie Magento werden sogar hier mittlerweile heftig hinterfragt. Ich tue mich extrem schwer damit, an eine Standard-eCommerce-Plattform zu glauben. Ist ja schon komisch, dass alle, die im eCommerce richtig was reissen, von Amazon ueber Groupon bis Zalando auf Eigenentwicklungen setzen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir auch in 5 Jahren noch nicht DIE eCommerce-Plattform haben werden, und auch sicher bin ich mir, dass es ganz viele von diesen VC-gepimpten Weltverbesserern entweder pleite oder aufgekauft sind. Mich wuerde eher mal interessieren, warum es bisher nicht geklappt hat, mit dem eCommerce-Betriebssystem…

  4. Seh ich komplett anders. In dem Markt für Shopsysteme herrschte die letzten zehn Jahre tote Hose. Falls da irgendjemand von E-Commerce-Plattformen, etc. „gelabert“ hat, muss das komplett an mir vorbeigegangen sein. Das ganze Shopsystemgeschäft war (und ist auch heute noch) im wesentlichen agenturgetrieben, während die neueren Lösungen (vor allem im OS-Bereich) entwicklergetrieben sind – von Leuten, die sich mit den Einschränkungen und den aufwändigen Anpassungen der „Standardlösungen“ nicht mehr abfinden wollen und nach alternativen Softwarelösungen suchen. Wurde auch Zeit, finde ich. Und gerade weil der aktuelle Standard so niedrig liegt, kann es gar nicht genug Versuche in dieser Richtung geben. Persönlich geht mir das alles noch nicht weit genug, aber ein guter Anfang ist es allemal …
    Und PS: Das VC-Geschäft kann man so abfällig beschreiben, aber das ist genau die Aufgabe von VCs, diese extremen Risiken einzugehen und „Weltverbesserer“ zu unterstützen, damit sie entweder schnell groß werden und aufgekauft werden oder eingehen. Risikokapital ist schließlich kein Geld aus der Spardose. Wer sich den Verlust nicht leisten kann, der sollte sein Geld nicht in junge Startups stecken. Gute VCs sind da auch extrem schmerzfrei.

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